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Asset Manager-Chef: Übernahmen und Fusionen bringen nichts

Die Konsolidierung in der Asset-Management-Industrie läuft auf Hochtouren. Doch Zusammenschlüsse unter Fondsgesellschaften bergen weder für Kunden noch für Mitarbeiter Vorteile – ganz im Gegenteil, meint der Vorstandschef des US-Hauses Affiliated Managers Group.

Jay Horgen
Jay Horgen, Affiliated Managers Group: "Man kann Talente nicht konsolidieren."
© Affiliated Managers Group

Fusionen und Übernahmen in der Fondsbranche bringen den Kunden keinen Nutzen. Dies sagte Jay Horgen, Vorstandschef des US-Asset-Managers Affiliated Managers Group (AMG), der Wirtschaftszeitung "Financial Times". "Ich glaube nicht, dass die Konsolidierung gut für die Kunden ist. Ich glaube auch nicht, dass sie gut für die Teilhaber und die Mitarbeiter der Unternehmen ist. Ich bin mir nicht sicher, für wen sie letztendlich gut ist."

Die Konsolidierung in der Fondsbranche hat in den vergangenen Jahren an Fahrt gewonnen und erreichte im Jahr 2021 einen Höhepunkt, was die Zahl der Übernahmen angeht. Doch einige Zusammenschlüsse sorgten für Probleme, was sich beispielsweise an den Mittelabflüssen der fusionierten Häuser Janus Capital und Henderson sowie Aberdeen und Standard Life zeigt.

Mehrwert auf Kosten der Kunden und Mitarbeiter
AMG-Chef Horgen sieht das Streben nach Größe und Skaleneffekten kritisch. "Man kann Talente nicht konsolidieren", so der Manager. Übernahmen und Fusionen würden allenfalls einen Mehrwert für Aktionäre stiften – "auf Kosten der Angestellten, der Teilhaber sowie der Kunden", meint Horgen. "Das Konzept der Konsolidierung entspringt der Industrie und nicht wirklich der Dienstleistungsbranche, die auf geistigem Eigentum basiert", argumentiert Horgan.

Zwar könne man den Ansatz einer Massenproduktion in der Vermögensverwaltung verfolgen und ein Produkt für jedes Segment anbieten. Dann ließe sich auch eine gewisse Größenordnung aufbauen und eine Konsolidierung einleiten. "Aber das bedeutet nicht, dass die Produkte von hoher Qualität sind", schränkt Horgan gegenüber der "FT" ein. "Und dann muss man sich fragen, welchen Wert aktives Management hat, wenn es so leicht zu einem Massenprodukt werden kann."

Lieber unabhängig
Der AMG-Chef verweist zudem darauf, dass die Zahl der unabhängigen Asset Manager in den vergangenen Jahren gestiegen sei – trotz Konsolidierungswelle. Viele Gesellschaften mit einer eigenen, differenzierten Investmentstrategie würden ihre Unabhängigkeit wahren wollen, um ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu sichern, so Horgan. Der US-Anbieter AMG operiert als Dachgesellschaft und beteiligt sich an Boutiquen. Das Haus lässt den angeschlossenen Gesellschaften aber weitgehend freie Hand. (ert)

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