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Aon: Pensionsverpflichtungen zwischen höherem Zins und Inflation

Aon veröffentlicht ihre DAX 40-Geschäftsberichts-Analyse und erläutert, wie sich die Pensionsverpflichtungen im Spannungsfeld zwischen Zinsen und Inflationsraten entwickeln. Denn während höhere Zinsen für bilanzielle Entlastung sorgen, kommen höhere Inflationsannahmen teuer.

Dr. Rafael Krönung, Aon
Dr. Rafael Krönung, Aon
© Aon, Monika Wrba

Für die DAX-Unternehmen haben sich die Rahmenbedingungen ihrer Pensionsverpflichtungen im Geschäftsjahr 2021 positiv entwickelt. Das zeigt die aktuelle DAX-Studie des Dienstleistungsunternehmen Aon zum Stichtag 31.12.2021. In dieser werden alljährlich bAV-relevante Bilanzkennzahlen analysiert und die Anlage- und Risikostrategien der im DAX gelisteten Unternehmen dargestellt. Darüber informiert Aon per Aussendung.

DAX-Erweiterung hat fast keine Auswirkungen
Trotz der Erweiterung des DAX von 30 auf 40 Unternehmen ist die absolute Höhe der Pensionsverpflichtungen nahezu auf dem gleichen Stand wie im Vorjahr geblieben: von ca. 408 Milliarden Euro in 2020 (30 Unternehmen) auf 418 Milliarden Euro in 2021 (40 Unternehmen).

Das liegt laut Aon zum einen an einer deutlichen Steigerung des Rechnungszinses, zum anderen daran, dass die Pensionsverpflichtungen der meisten Neuzugänge im DAX vergleichsweise gering sind. Mit Ausnahme von Airbus, Siemens Energy (mittlerweile nicht mehr im DAX) und Siemens Healthineers blieben die Pensionsverpflichtungen bei den Neueinsteigern unter einer Milliarde Euro, merkt Aon an.

Höhere Rechenzinsen sorgen für Entlastung
Bezogen auf die inländischen Pläne stieg der Rechnungszins von durchschnittlich 0,77 Prozent (2020) auf 1,18 Prozent (2021). Teilweise gingen dadurch die Verpflichtungen um bis zu zehn Prozent zurück. Die Unternehmen profitierten 2021 außerdem von einer positiven Stimmung auf den Kapitalmärkten und konnten hohe Renditen erzielen.

Dadurch und durch weitere Dotierungen ist das durchschnittliche Deckungsvermögen deutlich gestiegen: der Ausfinanzierungsgrad erreicht mit 72 Prozent einen Höchststand, so dass sich die Last der Pensionsrückstellungen in den Bilanzen der DAX-Unternehmen erkennbar reduzierte.

Hohe Dynamik bei wichtigen Parametern
Die aktuelle Zins- und Inflationsentwicklung wird laut Aon erhebliche Konsequenzen für die Rückstellungen der Unternehmen haben. Seit Jahresbeginn sind die Zinsen deutlich gestiegen, sie liegen derzeit bei 3 bis 3,5 Prozent. In aktuellen Quartalsberichten zeigt sich bereits, dass sich durch den Anstieg die Pensionsverpflichtungen in einer Größenordnung von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem letzten Jahresabschluss reduzieren.

Andererseits zeigt die Auswertung entsprechender Risikoanalysen der DAX-Unternehmen innerhalb der Geschäftsberichte, dass der Anstieg der langfristigen Inflationsannahme um 50 Basispunkte die Pensionsverpflichtungen um ca. 4 Prozent erhöhen würde. Der Effekt ist also geringer als bei vergleichbaren Sprüngen beim Rechnungszins. Dennoch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen teils erheblich und reichen von 1 bis 7 Prozent.

„Während der Rechnungszins nach internationalen Rechnungslegungsstandards eine Momentaufnahme zum Bewertungsstichtag darstellt, sind die weiteren Bewertungsparameter langfristige Annahmen für die nächsten Jahre bis Jahrzehnte. Das heißt, dass die aktuelle Inflationsrate von circa sieben Prozent durchaus eine gewisse Rolle bei der Festlegung der nächsten Bewertungsannahmen spielen wird,“ erläutert Christoph Tellmann, Senior Consultant bei Aon. „Mittel- und langfristig wird man sich jedoch weiterhin an den Prognosen und Zielen der Europäischen Zentralbank orientieren, sodass die inflationsabhängigen Bewertungsannahmen voraussichtlich bei der kommenden Jahresabschlussbewertung moderat im Bereich von 50 Basispunkten steigen werden.“

Das Deckungsvermögen der DAX-Konzerne hat in den vergangenen leicht Jahren zugelegt.

Höhere Zinsen kommen auf der Aktivseite teuer
Der drastische Zinsanstieg, der bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu geringeren Verpflichtungsumfängen führt, zeigt bei der Entwicklung der Kapitalanlagen seine umgekehrte, negative Wirkung, merkt Aon an.

„Im vergangenen Jahr führte ein positives Marktumfeld im Kapitalanlagebereich und ein Anstieg der Rechnungszinsen zu einer Entlastung bei den Pensionsrückstellungen. Pauschale Prognosen für den kommenden Jahresabschluss sind derzeit noch schwierig, da sich aus erheblich steigenden Rechnungszinsen und höheren Inflationsannahmen sowie tendenziell wohl eher rückläufigen Deckungsvermögen gegenläufige Effekte ergeben. Insgesamt ist mit einem deutlichen Rückgang bei den Pensionsrückstellungen nach internationalen Bilanzierungsvorschriften zu rechnen. Unternehmen sind diesbezüglich gut beraten, frühzeitig konkrete Auswertungen der verschiedenen Einflussfaktoren vorzunehmen, um erhebliche bilanzielle Überraschungen zu vermeiden,“ fasst Rafael Krönung, Geschäftsführer der Aon Solutions Germany, die gegenwärtige Entwicklung zusammen. (aa)

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