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Ein Teil des AI-Teams von Prime Capital macht sich selbständig

Ein Teil des Alternative-Investments (AI)-Teams von Prime Capital macht sich selbständig, erfuhr Institutional Money. Das achtköpfige Team um Vincent Weber (CEO), Ivo Zonev (CIO) und Iliyan Iliev (COO) geht eigene Wege und gründet die Firma Resonanz Capital, wie es aus dem neuen Unternehmen heißt.

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© Braun / stock.adobe.com

Der Asset Manager Prime Capital mit Sitz in Frankfurt verliert einen Teil des Alternative-Investment-Teams. Dieses spaltet sich ab und arbeitet ab nun als Resonanz Capital, erfuhr Institutional Money aus dem neuen Unternehmen.

Resonanz Capital sieht sich als Investment Boutique mit Spezialisierung auf Hedgefonds-Investments und quantitative Investmentstrategien. Man starte mit Beratungsmandaten im Volumen von über einer Milliarde Euro für den Bereich Hedgefonds Advisory, heißt es. Über weitere Verträge werde verhandelt. Strategischer Partner ist laut den Angaben der Frankfurter Quant-Experte First Private Investment Management.

Auch UCITS-Fonds gemeinsam mit First Private in Planung
First Private wird demnach Vertriebs- sowie administrative Aufgaben für Resonanz Capital übernehmen, Weber und sein Team würden sich auf den Aufbau des Kerngeschäfts konzentrieren, heißt es. Mittelfristig ist zudem geplant, einen gemeinsamen alternativen UCITS Fonds aufzulegen, mit Resonanz Capital als Fund Advisor und First Private als KVG.

Resonanz Capital will sich nach eigenen Angaben in der von angloamerikanischen Experten dominierten Hedgefondsbranche explizit als starker deutscher Anbieter für die Analyse, Auswahl und das Management von Hedgefonds-Portfolios für institutionelle Investoren positionieren. Das Team um Vincent Weber, Ivo Zonev und Iliyan Iliev arbeitet nach eigenen Angaben seit 2007 daran, geeignete Hedgefonds zu identifizieren und für institutionelle Anleger aus Europa investierbar zu machen.

Transparenz in einen komplexen Markt bringen
Weber, Mitgründer und CEO von Resonanz Capital, schätzt, dass weltweit rund 6.000 Hedgefonds auf dem Markt sind. Etwa 1.000 davon halten er und sein Team für grundsätzlich investierbar.

Da Hedgefonds jedoch unterschiedlich reguliert sind und die Daten von den Einzelfonds weder einheitlich strukturiert noch zentral erfasst werden, sei die Auswahl selbst für institutionelle Anleger alles andere als trivial, erklärt das Unternehmen in einer Aussendung.

Darüber hinaus seien die wirklich erfolgreichen Hedgefonds in Deutschland häufig nicht bekannt. "Es sind meistens schlanke Einheiten, die aber intelligent und flexibel Kapital umschichten können und somit einen signifikanten Einfluss am Kapitalmarkt haben. Top Hedgefonds werben nicht um deutsche Kunden, das haben die gar nicht nötig", so Weber.

Methoden
Resonanz Capital greift für die Datenerhebung und Analyse auf ein eigenes Rechercheteam zurück, sowie auf eine selbst entwickelte Datenbank, in der quantitative Faktoren ebenso eingehen wie qualitative Einschätzungen aus persönlichen Gesprächen der Resonanz-Capital-Experten mit den Hedgefonds-Managern. Bei der Analyse, Klassifizierung und der Auswahl geeigneter Zielfonds für die Beratungskunden setzt Resonanz Capital auch auf Analysen-Methoden wie Machine Learning. Mit den modernen Methoden könne man Zielfonds präziser durchleuchten, unbegrenzte Variablen verknüpfen und Risikocluster und treibende Faktoren sichtbar machen, so Weber mit Blick auf die teils komplexen und dynamischen Absicherungs- und Handelsstrategien in Hedgefonds.

Zeitbombe Schattenbanken
Weber und sein Team glauben, dass der Bedarf an Hedgefonds in den kommenden Jahren zunimmt. Aktien seien in den vergangenen Jahren sehr gut gelaufen, "aber wir sehen jetzt ein Ende dieser Phase niedriger Volatilität, so dass institutionelle Investoren sich verstärkt nach Alternativen umschauen", so Weber.

Weitere Anlagemöglichkeiten entstünden auch durch das Schattenbanken-System, der unregulierten Kreditvergabe durch nicht als Bank lizensierte Anbieter. Bedingt durch Negativzinsen und strengere Bankenregulierung haben Direct-Lending-Investments seit der Finanzkrise 2008 stark an Bedeutung gewonnen. "Sollte sich die Wirtschaft weiter eintrüben, drohen die ersten Ausfälle in diesem Markt" warnt Weber. Ausgewählte Hedgefonds-Strategien würden Investoren die Möglichkeit bieten, von Verwerfungen in diesem Kreditmarktsegment sowie von einem erhöhen Volatilitätsregime zu profitieren. Bis zu 15 Prozent ihres Vermögens stecken konservative deutsche Pensionsfonds, Family Offices und Vermögensverwalter derzeit in diese Assetklasse, schätzt Weber. Vorreiter wie die amerikanischen Universitätsstiftungen in Harvard oder Yale hätten dagegen den Anteil solcher alternativen Assets schon jetzt auf über 50 Prozent hochgefahren. (eml)

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