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Allianz erzielt Rekordgewinn, Fondstöchter überzeugen

Der Finanzkonzern Allianz meldete einen Rekordgewinn für das zweite Quartal. Während im Kerngeschäft manche Zahlen die Analysten enttäuschten, fallen die Zahlen bei Allianz Global Investors und vor allem bei Pimco sehr gut aus. Dafür verantwortlich waren hohe Zuflüsse von Drittanlegern.

© Allianz

Eckpunkte:

  • Allianz erzielt im zweiten Quartal einen Rekordgewinn
  • Pimco erfreute sich Zuflüsse in Höhe von 32 Milliarden Euro
  • Allianz Global Investors bekam 7,6 Milliarden Euro

Die Allianz hat im zweiten Quartal einen Rekordgewinn erzielt und dabei von der hohen Nachfrage der Anleger nach festverzinslichen Anlagen profitiert. Das berichtet Bloomberg News.

Beide Fondstöchter erfreuen sich hoher Zuflüsse
Beim Mutterkonzern des Anleihemanagers Pacific Investment Management Co, alias Pimco, stieg der operative Gewinn um elf Prozent auf 4,87 Milliarden Euro, wie er am Freitag mitgeteilt hat. Damit übertraf das Ergebnis die Analystenschätzung von 4,58 Milliarden Euro. Pimco verbuchte Zuflüsse externer Kunden von 31,7 Milliarden Euro, während die Schwestergesellschaft Allianz Global Investors (AGI) Mittelzuflüsse von Dritten in Höhe von 7,6 Milliarden Euro verzeichnete.

Die Ergebnisse des Asset-Managements sind ein Lichtblick für die Allianz, nachdem einige andere Kennzahlen schwächer ausfielen als von Analysten erwartet. Während das verwaltete Vermögen von günstigen Marktentwicklungen und Wechselkurseffekten profitierte, hob die Allianz hervor, dass die relevanten Vergleichsindizes übertroffen worden seien, merkt Bloomberg an.

Es sei ein “hervorragendes Quartal für das Asset-Management-Geschäft” gewesen, sagte Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre im Interview mit Bloomberg. “Im Juli sehen wir bei beiden Asset-Managern weiterhin dasselbe Tempo bei den Mittelzuflüssen.” Pimco habe im Juli Zuflüsse in “niedriger zweistelliger Milliardenhöhe” verzeichnet, sagte sie.

Schaden-Kosten-Quote bei Versicherungsmutter enttäuscht
Analysten von Barclays erklärten, die Schaden-Kosten-Quote, eine wichtige Kennzahl für die Profitabilität des Versicherungsgeschäfts, sei im zweiten Quartal schwächer als erwartet ausgefallen. Auch das Ergebnis im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft habe “geringfügig” unter dem Durchschnitt der Schätzungen gelegen, schrieben sie in einer Mitteilung an Kunden.

Der operative Gewinn in der Schaden- und Unfallversicherung stieg im zweiten Quartal um 7,2 Prozent, während er in der Lebens- und Krankenversicherung um 10,0 Prozent zulegte.

Asset Management mit starkem Ergebnis
Das Ergebnis des Asset Managements verbesserte sich um 20 Prozent. Dazu trugen Nettozuflüsse von Drittkunden in allen Regionen und Anlageklassen bei, vor allem bei festverzinslichen Anlagen, gefolgt von Multi-Asset-Produkten, Aktien und alternativen Anlagen. Das für Drittkunden verwaltete Vermögen erreichte mit 2,16 Billionen Euro einen Rekordwert.

“Das Asset-Management ist ein Volltreffer”, schrieb William Hawkins, Analyst bei Keefe, Bruyette and Woods, am Freitag in einer Mitteilung an Kunden. “Einige könnten angesichts der beiden offensichtlichen negativen Punkte Gewinne mitnehmen wollen. Wenn sie das tun, verkennen sie unserer Ansicht nach das Wesentliche, und wir würden bei Kursschwäche kaufen.”

Expansion
Die Allianz, die rund ein Fünftel ihres operativen Gewinns mit dem Asset-Management erzielt, leitete im vergangenen Monat den Erwerb der noch ausstehenden Minderheitsanteile an Pimco ein. Der Konzern erklärte damals, die Entscheidung stehe im Einklang mit dem Ziel, das Engagement im Asset-Management auszubauen. Analysten begrüßten den Schritt, wobei mindestens einer die Frage aufwarf, ob die Entscheidung möglicherweise getroffen worden sei, um das Asset-Management auf eine spätere Transaktion vorzubereiten.

“Wir mögen das Asset-Management-Geschäft sehr”, sagte Coste-Lepoutre. “Wir schätzen die Entwicklung von Pimco sehr. Deshalb wollten wir natürlich mehr davon haben.”

Von 2027 an werde sich daraus ein “dreistelliger Millionenbeitrag zum Nettogewinn bei sehr geringem Risiko ergeben, weil wir dieses Geschäft sehr gut kennen”.

Vorstandschef Oliver Bäte hat die Transaktionsaktivitäten in den vergangenen Monaten verstärkt, insbesondere in Asien, einer strategisch wichtigen Wachstumsregion für den Konzern. Allianz vereinbarte im Juli die Übernahme des Versicherungsgeschäfts von HSBC in Singapur. Damit weitet der Versicherer sein Geschäft dort deutlich aus, weniger als zwei Jahre nachdem eine andere Transaktion in dem Stadtstaat gescheitert war. Zudem vereinbarte Allianz die Übernahme der Asset-Management-Sparte der singapurischen United Overseas Bank.

Die Allianz strebt für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn von 17,4 Milliarden Euro an, “plus oder minus 1 Milliarde Euro”. Dieses Ziel bestätigte der Konzern am Freitag. (aa)

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