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Aareal Bank erhält Rückendeckung im Kampf gegen zwei Hedgefonds

Die auf Immobilien spezialisierte Bank könnte zumindest indirekt Unterstützung von Kleinanlegern im Kampf gegen aktivistische Großaktionäre bekommen.

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© hofred / stock.adobe.com

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), welche die Stimmrechte von Kleinaktionären und auch von einigen Unternehmen vertritt, will die Pläne aktivistischer Investoren zur Abwahl von Aufsehern bei der Aareal Bank wahrscheinlich nicht unterstützen. Damit erhält diese Rückendeckung im Streit mit Hedgefonds zur künftigen Strategie. “Nach dem derzeitigen Stand werden wir nicht gegen die Abberufung von Aufsichtsräten stimmen, aber unser Abstimmungsergebnis ist noch nicht abschließend”, sagte Hauptversammlungssprecher Wolfgang Schärfe im Interview mit Bloomberg. Er vertrat die DSW beim Aktionärstreffen der Bank im vergangenen Jahr und wird dies auch im kommenden Monat wieder tun.

Er verwies darauf, dass bei der Hauptversammlung 2020 im Zusammenhang mit der Wahl von Aufsehern die Zusammensetzung des Gremiums ausführlich diskutiert worden sei. “Es ist nicht ganz nachvollziehbar, was sich innerhalb eines Jahres derart stark geändert haben soll”, sagte Schärfe. “Dennoch werden wir die Strategie der Aareal Bank natürlich kritisch hinterfragen.”

Die DSW ist mit rund 30.000 Mitgliedern einer der größten Verbände für private Anleger. Er vertritt deren Interessen auf rund 700 Hauptversammlungen. Im Fall der Aareal Bank repräsentierte die DSW in den vergangenen beiden Jahren dort nach eigenen Angaben rund sechs Prozent des anwesenden Kapitals.

Die Aareal Bank hatte erklärte, sie sehe keine Gründe für die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern. Dem wollte sie auf Nachfrage nichts hinzufügen.

Abspaltung von IT-Tochter gefordert
Der Investor Petrus Advisers will nach Kritik an der Strategie der Aareal Bank die Aufseher Marija Korsch, Christof von Dryander und Dietrich Voigtländer bei der Hauptversammlung im Mai abwählen lassen und durch eigene Kandidaten ersetzen. Dabei handelt es sich um den früheren UniCredit-Mann Heinz Laber, die Ex-Commerzbank-Bereichsvorständin Marion Khüny sowie den Ex-Zurich-Insurance-Manager Thomas Hürlimann. Der Hedgefonds Teleios Capital Partners schloss sich der Initiative an.

Beide Investoren fordern unter anderem ein Spinoff der IT-Tochter Aareon an die Aktionäre. Das lehnte die Aareal Bank zuletzt ebenso ab wie Veränderungen im Aufsichtsrat. Die Auseinandersetzungen kommen für die Bank zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da ihr Chef Hermann J. Merkens krankheitsbedingt nicht an Bord ist und die Nachfolgesuche noch läuft.

Petrus und Teleios Capital sind in den vergangenen Monaten in die Gruppe der größten Aareal-Aktionäre aufgestiegen. Laut einer Mitteilung von Ende März hatten Petrus und deren Manager die Beteiligung an der Bank zuletzt auf über 9% aufgestockt. Der Anteil von Teleios Capital liegt bei gut 5%, wie aus Unterlagen hervorgeht, die Aareal für die Hauptversammlung bereitgestellt hat.

Andere große Aktionäre sind laut dieser Unterlagen die DekaBank über ein großes Einzel-Mandat mit knapp zehn Prozent sowie Allianz Global Investors sowie Janus Henderson mit jeweils um die fünf Prozent. (aa)

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