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Zinsspread von österreichischen zu deutschen Staatsanleihen geht auf

Österreichische Staatsanleihen zeigen seit langem nun wieder eine positive Rendite. Mittelfristig sehr attraktiv ist zudem der Zinsspread von österreichischen zu deutschen Staatsanleihen, stellen die Experten des österreichischen Asset Managers Spängler IQAM Invest fest.

Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest
Dr. Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest.
© Spängler IQAM Invest

Die globale Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie hat zu schweren Verwerfungen an den Kapitalmärkten geführt: Der IQAM SRI SparTrust M Fonds gilt als sehr krisensicheres Investment (Durchschnittsrating AA+) und konnte davon bis Anfang März durch die Flucht aus riskanteren Anlagekategorien profitieren. In den letzten Wochen kam es allerdings auch bei den als sicher geltenden Anlagekategorien zu schmerzlichen Kursverlusten. Einerseits wurden verstärkt sichereAnlagen liquidiert, da viele riskantere Kategorien prohibitive Abstürze erlebten und teilweise illiquid wurden. Andererseits lassen die angekündigten Rettungspakete eine markante Änderung des Umfelds für die Rentenmärkte erwarten, da mit einem massiven Anstieg der staatlichen Emissionstätigkeit zu rechnen ist.

Doppelt ungünstig: Renditeanstieg plus Zinsspreadausweitung
„Die Kursverluste des IQAM SRI SparTrust M seit Anfang März sind einerseits auf einen in dieser Schnelligkeit beispiellosen Renditeanstieg der zehnjährigen deutschen Benchmark-Anleihen von minus 0,86 Prozent in nur zehn Tagen auf minus 0,19 Prozent per 19. März  zurückzuführen sowie auf eine Ausweitung des Spreads über Deutschland auf ein seit der Eurokrise nicht mehr beobachtetes Niveau von temporär 59 Basispunkten, nun aktuell von 51 Basispunkten“, so Dr. Markus Ploner, CFA, MBA, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest. Dank vorsichtiger Zinsrisikopositionierung und Outperformance der beigemischten Pfandbriefe fielen die Verluste des Fonds (RT-Tranche) mit einem Minus im März per 25.03. von 1,50 Prozent immerhin deutlich geringer als jene des Referenzindex (-2,12 Prozent) aus.

Schmerzlichen Kursverluste bei mündelsicheren Anlagen 
Diese haben die Renditen in dieser Kategorie allerdings auf ein deutlich anlegerfreundlicheres Niveau gebracht: So liegt die Rendite zehnjähriger österreichischer Bundesanleihen aktuell (per 25.03.) auf dem Niveau von Anfang 2019 (in einer wesentlich besseren Konjunktursituation) bei 0,23 Prozent.

Mittlere Laufzeiten präferiert
„Eindeutig am attraktivsten beurteilen wir allerdings derzeit das mittlere Laufzeitensegment mit minimal positiven Renditen bei fünfjährigen österreichischen Bundesanleihen im Vergleich mit dem vermutlich noch lange unverändert tiefen beziehungsweise möglicherweise sogar noch sinkendem EZB-Einlagesatz von minus 0,5 Prozent respektive im Vergleich mit teilweise noch tieferen, und mit höherem Kreditrisiko behafteten Einlagen bei Geschäftsbanken“, so Mag. Franz Schardax, MSc, Fondsmanager des Fonds von Spängler IQAM Invest.

Versteilerte Zinskurve erwartet
Im Spannungsfeld zwischen dem sehr hohen, aber noch unsicheren Finanzbedarf für die zu erwartenden enormen Budgetdefizite und den auf den ersten Blick gigantisch erscheinenden EZB-Käufen von 1,1 Billionen Euro für das Jahr 2020 - das entspricht in etwa neun Prozent des Eurozone-BIPs - dürften die Rentenmärkte vorerst noch volatil bleiben. Da die EZB-Käufe grundsätzlich nur temporärer Natur sind und ein substanzieller Teil der Budgetdefizite mit längeren Fristigkeiten finanziert wird und auf lange Sicht auch die Inflation wieder ein Thema werden könnte, erwartet Spängler IQAM Invest insbesondere bei ultra-langen Laufzeiten eine Versteilerung der Zinsstrukturkurve.

Attraktiver Spread bietet Chancen
Als mittelfristig sehr attraktiv erachtet man den momentanen Zinsspread zu Deutschland von gut 50 Basispunkten, wie die nachstehende Grafik zeigt. Angesichts einer Staatsschuldenquote der Republik Österreich von 71 Prozent zum Ende des dritten Quartals 2019 erscheint eine temporäre substanzielle Ausweitung des Budgetdefizits verkraftbar und der Spread gegenüber Deutschland sollte somit wieder auf das „Normalniveau“ von meist 20-30 Basispunkten  zurückkehren.

Entwicklung des österreichischen Zinsspreads gegenüber Deutschland

(kb)

 

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