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Zerschlagung von Facebook wäre tolle Chance für Investoren

Facebook steht vor zwei großen Kartellklagen und könnte Instagram und WhatsApp verlieren. Anleger betrachten die Entwicklung mit Sorge, ist der Monopolist doch zuverlässiger Gewinnbringer im Portfolio. Doch die Zerschlagung könnte sich lohnen. Sie ist mit Schumpeters liberaler Auffassung vereinbar.

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Dr. Ernst Konrad, Portfoliomanager des Phaidros Funds Schumpeter Aktien von
Eyb & Wallwitz
© Eyb & Wallwitz

Für Facebook wird es eng: Derzeit laufen Klagen der US-Verbraucherschutzbehörde FTC sowie von 48 Generalstaatsanwälten, die auf eine Zerschlagung des Konzerns dringen. Bei den Übernahmen von WhatsApp und Instagram solle der Konzern Konkurrenz systematisch neutralisiert haben und verdanke seine Stellung einzig und allein diesen Zukäufen. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Gerichte Facebook am Ende tatsächlich dazu zwingen, die beiden Unternehmen WhatsApp und Instagram zu veräußern.

Wenn aus einem Unternehmen drei werden
"Viele Investoren beunruhigt diese Aussicht", vermutet Dr. Ernst Konrad, Portfoliomanager des Phaidros Funds Schumpeter Aktien von Eyb & Wallwitz. "Für sie ist Facebook im Portfolio attraktiv, da mit den Titeln zuverlässig Überrenditen zu erzielen waren, wie dies bei Monopolisten üblich ist." Und doch hätte eine Zerschlagung von Facebook nach Einschätzung von Eyb & Wallwitz positive Auswirkungen für Investoren: Denn in Einzelteilen seien die Unternehmen höchstwahrscheinlich mehr wert als in der Summe, zudem böten sich den Investoren nun mehr Diversifikationsmöglichkeiten im Portfolio.

Nicht alle drei werden gleich gut laufen
Zusätzlich würde mit einer Zerschlagung das Risiko entschärft, dass die Regulatorik bei Facebook aktiv wird, was weitere Unsicherheiten für Anleger ausräumt. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle drei Unternehmen gut performen werden. Dr. Konrad dazu: "Während Instagram vor allem für eine jüngere Zielgruppe attraktiv ist und WhatsApp von allen Teilen der Bevölkerung genutzt wird, entwickelt sich Facebook immer mehr zu einer politischen Kampfarena. Das macht die Plattform für Werbetreibende weniger attraktiv. Diese Entwicklungen sollten sich Anleger also sehr genau ansehen und dann entscheiden, ob und welche Titel sie abstoßen."

Kreative Zerstörung wäre im Geiste Joseph Schumpeters
Auch wenn es auf den ersten Blick überraschen mag: Eine Zerschlagung von Facebook wäre durchaus im Sinne des Ökonomen Joseph Schumpeter, der eine liberale Wirtschaftsauffassung vertrat und dessen Lehre von der kreativen Zerstörung noch heute Geltung hat. Demnach muss der Staat eingreifen, wenn der freie Wettbewerb gestört wird. Konread führt aus: "Denn so attraktiv Monopolisten für Anleger sein mögen, da sie hohe Margen versprechen: Gesamtwirtschaftlich sind sie schädlich. Denn es gilt: Je dominanter Monopole gerade in den Phasen säkularer Stagnation sind, umso mehr bremsen sie die Produktivität und somit das Wirtschaftswachstum. Von daher wäre es auch in Schumpeters Sinne, Facebook Einhalt zu gebieten." (kb)

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