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Wo könnte eine V-förmige Erholung gelingen? Nicht beim BIP, aber....

Anders als die Konjunktur könnte die Inflation eine V-förmige Erholung vor sich haben, meinen die Experten der DWS Group.

Inflation und Deflation
© EtiAmmos / stock.adobe.com

Viele Rezessionen der Nachkriegszeit folgten einem bekannten Muster. Im Abschwung werden private Haushalte und Unternehmen typischerweise sparsam. Die gesamtwirtschaftliche Sparquote steigt. In einem gesamtwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragemodell verschiebt sich die Nachfragekurve somit nach links, es wird weniger konsumiert. Dies führt zu einem neuen Gleichgewicht, in dem sowohl die gesamte Wirtschaftsleistung als auch das Preisniveau niedriger als zuvor sind. Je nachdem, wie flexibel Löhne und Preise reagieren, kann der Einbruch eine ganze Weile andauern. Da helfen nach Ansicht vieler Ökonomen nur staatliche Konjunkturprogramme.  

Nun hat es zuletzt an fiskal- und geldpolitischer Unterstützung nicht gemangelt
Allerdings hat die Covid-19-Rezession auch gravierende Auswirkungen auf die Angebotsseite der Wirtschaft. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, wurden viele Verbote verhängt. Restaurants, Hotels, Fitnessstudios und andere Dienstleister waren besonders von den Lockdown-Maßnahmen betroffen. Diese staatlich verordnete Reduktion des Angebots führt im Angebots- und Nachfragemodell dazu, dass sich neben der Nachfragekurve auch die Angebotskurve nach links verschiebt. Ein Covid-19-Rezessions-Gleichgewicht findet sich bei wesentlich niedrigerer Wirtschaftsleistung und allenfalls moderat niedrigerem Preisniveau.

Jüngst veröffentlichte Inflationsdaten theoretische Betrachtung zu bestätigen
Ohne Berücksichtigung der Energiekomponente, die dank des Ölpreises dieses Jahr schon einige Kapriolen geschlagen hat, liegt die Inflationsrate in der Eurozone mit 1,3 Prozent im Juni genau auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn des Jahres.

Spannend wird es, wenn sich die Angebotsseite wieder erholt
Gewisse Restriktionen dürften bestehen bleiben, um erneute Erkrankungswellen zu vermeiden. Dann würde sich die Nachfragekurve wieder nach rechts verschieben, die Angebotskurve aber deutlich links von ihrem alten Niveau verharren. Die steigende Wirtschaftsleistung würde dann von deutlich höheren Preisen begleitet.

Es könnte sein, dass der Anleihemarkt diese Entwicklung schon ahnt
Wie aus dem Chart der DWS ersichtlich, steigen die aus der Renditedifferenz von nominalen zu realen US-Staatsanleiherenditen abgeleiteten Inflationserwartungen an. 

Entwicklung der Break-Even-Inflationsrate

Es sei durchaus vorstellbar, dass zwar nicht die Konjunktur, aber dafür die Inflation eine V-förmige Erholung sehen könnte, lautet der Schluss der DWS-Experten. (kb)

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