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Wirbel am Krypto-Markt: Was am Wochenende geschah

Der Preis eines Bitcoin fiel um 29 Prozent. Dr. Daniele Bianchi, Assistant Professor of Finance an der Warwick Business School, beschäftigt sich mit der Analyse von Kryptowährungen und weiß, was den Kursrutsch auslöste.

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© Maxim_Kazmin / Fotolia

"Der große Preisrückgang bei Bitcoins ist wahrscheinlich auf die Konkurrenzsituation mit Bitcoin Cash zurückzuführen. Bitcoin Cash (BCH) konnte seine Marktkapitalisierung schhnell ausbauen, hat nun Ripple and Litecoin überholt und nähert sich Ethereum an, wie Daten von CoinMarketCap zeigen. Vielleicht ist auch eine steigende Zahl von Usern über die Absage des Technologie-Updates der Original-Bitcoin-Blockchain frustriert und wendet sich nun Bitcoin Cash zu, wo genügend freie Kapazität für Transaktionen vorhanden ist. Bei Bitcoin Cash ist die Block-Größe höher, während sie bei Bitcoin auf 1 MB-Blöcke limitiert ist", sagt Dr. Daniele Bianchi (Bild rechts). 

Bitcoin zu langsam 

Eines von Bitcoins Hauptproblemen sei, dass man mit der steigenden Zahl an Usern und Transaktionen nicht Schritt halten könne. Dadurch würden die Transaktionen immer langsamer, da die Block-Größe fixiert ist. Dazu komme, dass die Segregated Witness (SegWit2x)- Technologie, die jüngst von Bitcoin-Wisenschaftlern vogestellt wurde, Fragen in Bezug auf die zunehmende Zentralisierung des Bitcoin-Schürfens in Richtung großer Server aufwerfe. Schließlich läuft die Zentralisierung des Minings den Ideen von Satoshi Nakamoto diametral entgegen. 

Sicherheit der Bitcoin Cash-Blockchain nicht geklärt

Bianchi weiter: "Bitcoin Cash hat die Block-Size auf 8 MB erhöht, um den Verifikationsprozess  mit einem anpassungsfähigen Schwierigkeits-Level zu beschleunigen, um sicherzustellen, dass die Transaktions-Verifikationsgeschwindigkeit unbeeinflusst von der Anzahl der Schürfer bleibt. Die Sicherheitsfrage um die Bitcoin Cash-Blockchain bleibt aber noch immer unklar".

Ringen zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash 

Das interne Ringen zwischen Bitcoin und seinem Ableger Bitcoin Cash wird uns wohl in den kommenden Wochen und Monaten begleiten, vermutet Bianchi. Das bedeutet eine hohe Volatilität und große Schwankungen in der Kalibrierung. Schließlich ist das Angebot limitiert, und alles wird von der Nachfrage getrieben.  

Andere Stimme analysiert das gleiche Phänomen

Mati Greenspan, Senior Market Analyst bei der Social-Trading-Plattform eToro, kommentiert die jüngsten Preisbewegungen von Bitcoin, Bitcoin Cash und Dash wie folgt: „Was über das Wochenende auf den Krypto-Märkten passiert ist, war phänomenal. Nachdem die SegWit2x-Hard-Fork vergangene Woche abgesagt worden ist, herrschte am Markt noch stärkere Volatilität als wir es ohnehin gewohnt sind. Wild her ging es vor allem bei Bitcoin Cash, einem eher neuen Player in der Krypto-Szene, der am 1. August 2017 als Alternative zu Bitcoin geschaffen wurde. In weniger als 60 Stunden ist der Preis von BCH von 637 US-Dollar pro Coin bis auf 2.500 US-Dollar angestiegen, bevor es die meisten Zugewinne wieder abgegeben hat. Für die Miner von Kryptowährungen war es für wenige Stunden profitabler, Bitcoin Cash zu ‚minen‘ als Bitcoin. Dies veranlasste viele kurzerhand zu einem Wechsel."

Hashrate von BCH hat jene von Bitcoin überstiegen 

Die Mining-Power von Bitcoin Cash (Hashrate) war also höher als die von Bitcoin. "Und obwohl die Mining-Profitabilität nun wieder ihr vorheriges Niveau erreicht hat, sind viele Miner noch nicht wieder zum klassischen Bitcoin zurück gewechselt, es bleibt ein großer Rückstau unbestätigter Transaktionen in der Bitcoin-Blockchain. Es könnte eine Weile dauern, die ausstehenden 122.000 Transaktionen abzuarbeiten. Bis dahin müssen die Nutzer entweder eine höhere Gebühr bezahlen oder ein wenig länger warten, bis ihre Transaktionen bestätigt werden. Zum Höhepunkt des Chaos lag die Anzahl der unbearbeiteten Transaktionen sogar bei 176.000", weiß Mati Greenspan. 

Auch DASH profitierte von Bitcoin-Kursverlusten

Der größte Teil der Kursgewinne von BCH kam direkt von Bitcoin nach einem beträchtlichen Pullback von seinem Allzeithoch von 8.000 US-Dollar. Greenspan: "Auch DASH konnte von den Kursverlusten von Bitcoin profitieren. Nachdem der Preis vor einer Woche aus seinem Konsolidierungsdreieck ausgebrochen ist, erlebte er am Sonntag einen Ausbruch von 340 auf 430 US-Dollar.“ (kb)

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