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Wiesbadener Startup sucht 200 Millionen Euro für E-Fuel-Anlagen

Das Wiesbadener Startup Hy2gen will in diesem Jahr mindestens 200 Millionen Euro einsammeln, um den Bau von sechs Anlagen voranzubringen, die erneuerbare Kraftstoffe für Flugzeuge und Schiffe produzieren sollen.

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E-Fuels gehört die Zukunft - zur See und auch in der Luft
© Lufthansa

Projekte zur Herstellung von grünem Ammoniak und anderen sogenannten E-Fuels mit sauberem Wasserstoff nehmen in Europa und auf der ganzen Welt Fahrt auf. Regulierungsbehörden, Investoren und Verbraucher drängen Fluggesellschaften, Spediteure und andere Transportunternehmen, ihre Emissionen zu reduzieren.

Hy2gen, das sich teilweise im Besitz des Ölhandelsriesen Trafigura Group befindet, hat Nomura Greentech als Finanzberater engagiert, um die Kapitalerhöhung im vierten Quartal abzuschließen, sagte CEO Cyril Dufau-Sansot am Donnerstag in einem Interview. Die Mittel sollen es dem Unternehmen ermöglichen, eine Mehrheitsbeteiligung an den sechs Projekten zu behalten, für die Ende 2021 und Anfang 2022 endgültige Investitionsentscheidungen geplant seien, sagte er.

Investoren mit bestimmten Eigenschaften gesucht 
„Wir suchen nach einer Kombination aus Finanzinvestoren und strategischen Investoren“ für eine Minderheitsbeteiligung an Hy2gen, sagte Dufau-Sansot, der das Unternehmen 2017 mitbegründete. Investoren könnten Engineering-Konzerne, unabhängige Stromerzeuger und Energiekonzerne sein, die Knowhow einbringen würden, sagte er.

Die sechs in Entwicklung befindlichen Standorte in Deutschland, Norwegen, Frankreich und Kanada werden nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden eine Gesamtinvestition von rund 1,5 Milliarden Euro erfordern. Sie werden über eine Elektrolyse-Kapazität von 1 Gigawatt verfügen, um sauberen Wasserstoff zu produzieren und ihn in erneuerbare Kraftstoffe für Schiffe und Verkehrsflugzeuge umzuwandeln.

E-Fuel 
Die Nachfrage nach nachhaltigen Treibstoffen, die derzeit noch viel teurer sind als ihre als fossile Pendants, dürfte in den kommenden Jahren steigen. Länder wie Frankreich haben Gesetze erlassen, die vorschreiben, dass Flugzeuge einen steigenden Anteil an erneuerbarem Treibstoff verwenden müssen.

Nachfrage-Prognose für nachhaltigen Flugkraftstoff

Möglicher Schiffskraftstoff der Zukunft
Trafigura drängte kürzlich die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO), schnell zu handeln und Vorschriften zur Reduzierung der CO2-Emissionen für der Branche zu entwickeln. Grünes Ammoniak könnte ab Mitte des Jahrzehnts als Schiffskraftstoff eingesetzt werden, so Dufau-Sansot, da die Infrastruktur für die Verflüssigung und zum weltweiten Transport in großem Maßstab bereits vorhanden sei.

Hy2gen, das in Kürze mit dem Bau einer Anlage für grünen Wasserstoff im Südosten Frankreichs beginnen wird, hat eine Pipeline von mehr als zehn Gigawatt an E-Fuel-Projekten, die bis 2030 vorangebracht werden sollen, fügte der CEO hinzu. „Wir wollen mit Trafigura ein globales Vertriebsnetz für grünes Ammoniak auf den wichtigsten Seerouten aufbauen“, sagte Dufau-Sansot. „Bei einer Projektpipeline von mehr als 10 Gigawatt werden wir in Zukunft weitere Kapitalerhöhungen brauchen.“ (kb)

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