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Wie wäre es mit einem Investment in die Abfallwirtschaft?

Nachdem Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit bis vor einigen Jahren noch eher individuell gelebt wurden, kann man heute durchaus von einer gesellschaftlichen Bewegung sprechen. Ganz besonders der Recycling- und Abfallwirtschaftsmarkt befindet sich im Wandel.

Dmitry Ivanov, Geschäftsführer von Freedom Finance Deutschland
Dmitry Ivanov, Geschäftsführer von Freedom Finance Deutschland
© Freedom Finance

Strengere Regierungsvorschriften, zahlreiche Initiativen zum Umweltschutz und die gestiegene Sensibilität der Bevölkerung lassen die Abfallindustrie boomen. Aufgrund des stetig steigenden Müllaufkommens rechnen Experten mit einer jährlichen Wachstumsrate des Marktes von mehr als fünf Prozent. Was bei einem Investment in die Abfallwirtschaft zu beachten ist und welche Aktie man im Auge behalten sollte, weiß die Investmentplattform Freedom Finance.

Fünf Prozent Wachstum pro Jahr 
Glaubt man einem Bericht der Weltbank, so wird sich die Menge an Müll auf unserer Erde in den nächsten Jahren drastisch vervielfachen. Bis 2050 rechnet man mit einer rund 70-prozentigen Zunahme des weltweiten Abfallaufkommens. Während es heute noch etwa 2 Milliarden Tonnen Müll sind, sollen es in knapp 30 Jahren bereits rund 3,4 Milliarden Tonnen sein.  Das wirkt sich auch auf den globalen Markt für Abfallmanagement aus: Laut Analysen soll dieser - bei einer jährlichen Wachstumsrate von 5,1 Prozent - bis zum Jahr 2026 542,7 Milliarden US-Dollar erreichen. Dmitry Ivanov, Geschäftsführer von Freedom Finance Deutschland, kennt die Hauptgründe für das Wachstum: „Analyseunternehmen haben festgestellt, dass das Aufkommen neuer Industrien, die Globalisierung und der steigende Verbrauch der Bevölkerung die Haupttreiber für die Expansion des Recycling- und Abfallwirtschaftsmarktes sind.“ Aber auch immer strengere staatliche Vorschriften zum Schutz der Umwelt, die zunehmende Bedeutung von Mülltrennung und die verkürzten Lebenszyklen elektronischer Produkte tragen zum Wachstum des Marktes bei.

Globalisierung fördert die Müllproduktion
Nicht nur das steigende Bewusstsein der Bevölkerung hinsichtlich nachhaltiger und umweltbewusster Lebensweisen, sondern auch die Globalisierung fördert die Entwicklung der Abfallindustrie. „Durch die Zunahme des internationalen Handels in den letzten Jahrzehnten hat sich die Armut in den Entwicklungsländern verringert, wodurch sich gleichzeitig Lebensstandard und Kaufkraft erhöht haben“, weiß Ivanov. Außerdem wurden damals die meisten Produkte noch in der Nähe des Verbrauchsortes hergestellt, und das Recycling erfolgte in der Nähe des Produktionsortes. Heute wird eine große Anzahl an Massenkonsumgütern auf der ganzen Welt verteilt.

Zukunftssichere Branche
Während es in vielen Branchen aufgrund ihrer Schnelllebigkeit kaum möglich ist, Prognosen abzugeben, kann man sich auf die Zukunft der Abfallindustrie verlassen. „Viele Geschäftsmodelle sind durch den technologischen Wandel bedroht. Was vor wenigen Jahren noch interessant war, ist heute oftmals bereits Schnee von gestern“, so Ivanov. Abfall wird allerdings auch in Zukunft noch entstehen. Bedeutet für Investoren: die Nachfrage ist vorhanden – bei der Abfallentsorgung handelt es sich um ein Grundbedürfnis. „Der Vorteil eines Investments in den Abfallwirtschaftsmarkt ist die Beständigkeit. Denn als beispielsweise während der Coronakrise viele Unternehmen starke Verluste hinnehmen mussten, blieb der Bedarf nach Müllentsorgung bestehen“, verdeutlicht Ivanov.

Vielversprechende Investmentchance
Ein Unternehmen, das direkt mit den Entwicklungen des Recycling- und Abfallwirtschaftsmarktes verbunden ist, ist der aus Nordamerika stammende Anbieter von Umweltdienstleistungen Clean Harbors. „Clean Harbors könnte sich als einer der Hauptnutznießer des Wachstums dieser Branche erweisen, denn das Unternehmen ist in diesem Bereich eines der größten Unternehmen in Nordamerika ist“, erläutert Ivanov. Da der Anbieter ein breites Spektrum an Dienstleistungen abdeckt und mit Unternehmen aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeitet, verfügt der Umwelt- und Entsorgungsdienstleister über sehr diversifizierte Einnahmequellen. Erst kürzlich hat Clean Harbors den Kauf von HydroChemPSC für eine Summe von 1,25 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben, die Übernahme bestimmter Vermögenswerte von Vertex Energy für 140 Millionen US-Dollar soll demnächst folgen. Auch die finanziellen Ergebnisse Clean Harbors können sich sehen lassen: Im zweiten Quartal 2021 lagen ihre Einnahmen bei 926,5 Millionen US-Dollar, das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehrere Investmentfirmen haben ihre Schätzungen für die Clean Harbors-Aktie im August bereits angehoben. „Wer Interesse an der Aktie hat, sollte sie bis zu einem Preis von 105 US-Dollar als Portfoliobeimischung kaufen“, rät Ivanov, der die Aktie bei einem Preis von 130 US-Dollar wieder verkaufen würde. (kb)

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