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Wie sind die Aussichten für die europäischen Aktienmärkte in 2019?

2018 zählt zu den Jahren mit der schlechtesten Börsenentwicklung der Geschichte und den stärksten Einbußen der europäischen Indizes seit der großen Finanzkrise 2008, schreibt der französische Asset Manager Metropole Gestion in seinem aktuellen Report. Doch was kommt jetzt?

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Isabel Levy, Mitgründerin, Managing Director and Chief Investment Officer von Metropole Gestion
© FONDS professionell

Das Ausmaß der Kursverluste der europäischen Aktien ist umso bemerkenswerter, als sie auf eine Kombination außergewöhnlicher Angstfaktoren zurückzuführen sind, die hauptsächlich mit den Auswirkungen der geldpolitischen Straffung in den Vereinigten Staaten, den Spannungen in den Handelsbeziehungen, der Anfälligkeit einiger Schwellenländer und der politischen Instabilität in Europa zusammenhängen. 

Rasanter Anstieg der Risikoaversion in der zweiten Jahreshälfte 
Dieser äußerte sich in einer Underperformance der europäischen Aktien und insbesondere der zyklischen Werte, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Entwicklung der Realwirtschaft steht. Anders gesagt, gehen die Aktienmärkte von einer Rezession aus, ohne dass ein erwiesenes systemisches Risiko vorliegt wie dies bei den beiden vorangegangenen Börsenkrisen 2011 nach dem Zahlungsausfall Griechenlands oder 2008 nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers der Fall war.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Realwirtschaft robust
Dies gilt insbesondere für die USA, wo es trotz der Aussicht auf eine durch höhere Zölle bedingte Verlangsamung des Handels keinen Rückgang der makroökonomischen Indikatoren und sogar Rekordzahlen bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze gibt. In Europa ist die Situation komplexer. Politische Instabilität und Spannungen in den Handelsbeziehungen haben zu einer stetigen Schwächung der vorlaufenden PMI-Indikatoren für das verarbeitende Gewerbe geführt, die sich jedoch mit Ausnahme von Italien, das im dritten Quartal einen Rückgang des BIP verzeichnete, nach wie vor im expansiven Bereich befinden. Auch Deutschland verzeichnete einen Rückgang des BIP, der jedoch eher auf externe Faktoren zurückzuführen ist. Die Einführung neuer internationaler Automobilzulassungsnormen hat zu erheblichen Störungen im Automobilsektor geführt, der 20 Prozent der Industrietätigkeit in Deutschland ausmacht. 

Europas Firmenhaben ihre Hausaufgaben gemacht 
Generell sehen die Experten von Metropole Gestion, dass europäische Unternehmen in den ersten 9 Monaten 2018 solide Ergebnisse mit einem durchschnittlichen Gewinnzuwachs von zehn Prozent erzielten und sich weiterhin gut gefüllter Auftragsbücher erfreuen. Sie sind auch in der Lage, eine mögliche Wirtschaftskrise mit soliden Fundamentaldaten anzugehen: Diese Unternehmen haben in den letzten Jahren massive Umstrukturierungen vorgenommen, um den beiden aufeinanderfolgenden Rezessionen in den Jahren 2009 und 2012 zu widerstehen. Die Fixkosten wurden drastisch gesenkt, und ihre Verschuldung beläuft sich auf einen der niedrigsten Werte seit 20 Jahren.

Bewertung der Zykliker beinhaltet bereits heute ein Rezessionsszenario 
Es könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, schreibt Metropole Gestion, dass die Wirtschaftstätigkeit, die im Wesentlichen auf Vertrauen in die Zukunft basiere, durch die Häufung geopolitischer Unsicherheiten gebremst werde. Dieses Risiko werde sicherlich noch nicht vollständig von den Analysten berücksichtigt, die ihre Gewinnprognosen für Europa mit einem erwarteten Wachstum von sieben Prozent für 2018 und +8,5 Prozent für 2019 leicht nach unten korrigierten. Andererseits stelle man fest, dass die Bewertung zyklischer Aktien auf Basis ihres inneren Wertes bereits ein Rezessionsszenario beinhalte, das mit dem Szenario von 2012 und in einigen Fällen sogar dem von 2009 vergleichbar sei und somit deutliche Umsatzeinbußen, rückläufige Margen und einen Rückgang der Bewertungskennzahlen berücksichtige.

Beispiele gefällig?
So entspreche der Aktienkurs von BMW beispielsweise einer historisch niedrigen Bewertung in Höhe von 30 Prozent des Umsatzes, für die Umsatzeinbußen von zehn Prozent wie in 2008/2009, ein durch Investitionen in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen verstärkter Rückgang der Marge und ein Verlust im Finanzierungsgeschäft, der doppelt so hoch ist wie 2009, zugrunde gelegt würden. Dasselbe gelte für Bankwerte wie Banco Santander, BNP Paribas, Société Générale, Unicredit und Intesa Sanpaolo, deren Bewertungskennzahlen historische Tiefstände mit einer Marktkapitalisierung deutlich unter ihrem Tangible Equity erreicht hätten. Zu beobachten seien auch beispiellose Unterbewertungen in nur geringfügig zyklischen Branchen wie dem Lebensmittelhandel, wo die Carrefour-Aktie mit einem Unternehmenswert-Umsatz-Verhältnis von 0,27 auf dem niedrigsten Niveau seit 20 Jahren liege. 

Unveränderte Gesamtstruktur der Metropole- Portfolios
Letztendlich gehe es nicht darum, die sehr realen Risiken für die Aussichten der Weltwirtschaft zu ignorieren, sondern abzuschätzen, ob sie bei der Bewertung der Papiere berücksichtigt würden und ob die Bilanzen der Unternehmen so solide seien, dass sie selbst einen plötzlich eintretenden Konjunkturabschwung überstehen könnten. Deshalb habe man die Gesamtstruktur der Portfolios, die einen hohen Anteil an erstklassigen zyklischen Werten enthielten, auch trotz der sehr nachteiligen Börsenentwicklung im Jahr 2018 nicht geändert. Für Metropole biete die derzeitige Phase angesichts der zahlreichen und übertriebenen Unterbewertungen - ganz im Gegenteil - vor allem günstige Investitionsmöglichkeiten. (kb)

 

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