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Wie Shell und Total zuletzt trotzdem schwarze Zahlen schreiben konnten

Der Markt zeigte sich überrascht, dass die Öl-Handelsabteilungen der beiden Konzerne im zweiten Quartal 2020 trotz des Überangebots am Ölmarkt und schacher Preise so viel Geld verdienen konnten, um das Ergebnis ins Positive zu drehen.

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© Fotolia

Die gute Nachricht zuerst: Dank des Umstands, dass sich Öl seit Monaten im Contango befindet, konnten die Öl-Trader der beiden Konzerne dank entsprechender Positionierung fette Gewinne abliefern. Zwar haben beide Konzerne bei ihren Quartals-Pressekonferenzen keine Details dazu veröffentlicht, wie sie dies anstellten, doch scheint dies aufgrund der Futures-Kurven-Entwicklung von Öl klar zu sein.

Gewinntango dank Öl-Contango
Die Terminkurve befand sich deutlich im Contango, sprich angesichts des Überangebots am Ölmarkt war der Kassapreis beziehungsweise nächstliegende Kontrakt wesentlich günstiger als einer mit einer Lieferung erst in sechs Monaten. Die Trader dürften also am Kassamarkt ordentlich eingekauft, das Öl gelagert und am Terminmarkt verkauft haben, schreibt Bloomberg News. Es brauchte dafür nur entsprechende Kreditlinien und Lagerkapazitäten.

Struktur am Ölmarkt zeigt hohen Contango im April
Die folgende Bloomberg-Grafik illustriert die Entwicklung des Preisunterschieds am Brent-Terminmarkt zwischen dem ersten und dem siebenten Liefermonat. Im April lag dieser bei minus 14 US-Dollar je Barrel (Ausreißer-Zacken nach unten).



Die schlechte Nachicht nach der guten: drastisch geschrumpfter Contango
Die Monate der fetten Erträge mit steilem Contango scheinen vorbei zu sein. Sieht man sich die Struktur am Ölmarkt heute an, so hat sich der Spread zwischen erstem und siebentem Liefermonat - also zwischen heute und Lieferung in sechs Monaten von minus 14 US-Dollar am Hoch auf mittlerweile minus zwei US-Dollar je Barrel eingebremst. Das zeigt die year-to-date Entwicklung des gleichen Spreads.

Nur mehr wenig zu holen

Es gilt: Je geringer der Contango, desto schwächer die Gewinnmöglichkeiten der Ölhändler. Mr. Market hat das - vorausschauend wie immer - bereits eingereist und den Öltiteln trotz des überraschend guten Q2-Ergebnisses kein Plus in der Kursentwicklung zugebilligt. (kb)

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