Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
| Märkte
twitterlinkedInXING

Wer ist die weltweite Nummer eins im IPO-Geschäft?

Morgan Stanley hat J.P. Morgan und Goldman Sachs in einem der am stärksten umkämpften Geschäftsfelder der Wall Street ein zweites Jahr in Folge geschlagen. Und die Bank hat auch gute Karten, 2019 wieder das Rennen zu machen, weiß Bloomberg. Das Erfolgsgeheimnis sind einzigartige Dealmaker.

ipo_emissione_brsengang_adobestock_189626365__c__maxsim.jpg
© maxsim / stock.adobe.com

Die Bank ist der weltweit führende Aktien-Underwriter - ein Titel, der in den letzten Jahren zwischen J.P. Morgan, Goldman und Bank of America immer wieder wechselte, bis Morgan Stanley ihn 2017 knapp errungen hat. Das zeigen von Bloomberg zusammengestellte Daten. In den kommenden Wochen wird Morgan Stanley einen der Prestige trächtigsten Deals dieses Jahres begleiten, den Börsengang von Uber Technologies, was es den Wettbewerbern noch schwerer macht, aufzuholen.

Das Rennen um die IPO-Krone
Jedes Jahr werden die Karten neu gemischt, aber Morgan Stanley hat gute Chancen, die Krone zum dritten Mal in Serie zu erringen.

Börsengang von Uber festigt Morgan Stanleys Position 
Während der Erfolg des Unternehmens 2018 zum Teil durch Aktiendebüts von Unternehmen im Ausland, einschließlich in Asien, angeheizt wurde, ist der in diesem Jahr wohl wichtigste Dealmaker Michael Grimes, Co-Leiter der US-amerikanischen Technologie-Franchise. Er und seine Kollegen haben Beziehungen zu einer Reihe großer, an die Börse strebender Technologiefirmen wie Palantir Technologies aufgebaut. Sie waren dabei den Unternehmen behilflich, die vermögenden Kunden der Bank und die Staatsfonds für die Finanzierung zu erschließen, so dass ihre Unternehmen mehr Zeit hatten, reifer zu werden, bevor sie den Sprung aufs Börsenparkett wagten.

Private Finanzierungsrunden im Vorfeld von IPOs werden häufiger
"Da viele der jungen innovativen Unternehmen länger privat bleiben, gibt es mehr private Finanzierungsrunden", sagte Jay Ritter, Professor am Warrington College of Business der University of Florida. Das verschaffe Morgan Stanley einen Vorteil, da sie einen Großteil dieser Finanzierung arrangiert hat, fügte er an.

Grimes ist eine schillernde Persönlichkeit an der Wall Street
Er hat einen Abschluss in Informatik und Elektrotechnik und hat eine bekannte Vorliebe für die Gadgets und Apps, die von Technologiefirmen erstellt werden, die er umwerben soll. Unterwegs verlässt er sich auf Airbnb, um Unterkünfte zu buchen und sein Haus zu vermieten, wie intime Kenner berichten. Bevor Grimes 2011 den Börsengang von Zynga leitete, beherrschte er das Spiel „CityVille“ auf seinem Handy. Als er Ancestry.com umwarb, zeigte er dem Unternehmen einen ausführlichen Stammbaum, den er und seine Mutter gemeinsam entworfen hatten. Bei Uber hatte er eine Nebenbeschäftigung als Fahrer.

Bei Einhörner-Kontakten hat Morgan Stanley die Nase vorn
Das hat Morgan Stanley im vergangenen Jahr geholfen, gemessen am Volumen den Spitzenplatz als Top-Underwriter bei globalen Tech-IPOs zu belegen, wie Bloomberg-Daten zeigen. Und es positioniert die Bank gut für das kommende Jahr, wenn noch mehr dieser so genannten "Tech-Einhörner" den Sprung aufs Börsenparkett wagen dürften.

Man kann aber nicht immer den Sack zumachen
Jedoch führt die Strategie von Grimes nicht immer dazu, ein Mandat an Land zu ziehen. Grimes wurde vor dem Börsengang von Yelp im Jahr 2012 ein begeisterter Rezensent, sagte ein Insider. Jedoch erhielt Goldman Sachs letztlich den Zuschlag. Derartige Engagements sind das Geheimrezept der Gruppe von Bankern wie Grimes und anderen: Sie sind besessen davon, wie Startups und ihre Dienste funktionieren, und nutzen dieses Wissen, um die Führungskräfte des Unternehmens zu beeindrucken. 

Die Welt durch die Brille seiner Kunden sehen - und verstehen
Das zeichnet Leute wie Grimes aus. Alle Banker streben danach, dies zu tun, jedoch nicht immer in dem Ausmaß. Grimes und seine Kollegen, von denen viele 20 bis 30 Jahre als Banker tätig sind, haben jedoch einen weiteren Pluspunkt, der noch schwerer zu kopieren ist: Die Firma hilft, jungen Unternehmen Geld an privaten Märkten zu beschaffen, wobei sie häufig die vermögenden Kunden in ihrer 2,5 Billionen Dollar schweren Vermögensverwaltungssparte anzapft. Goldmans vergleichbares Franchise hat nur ein Bruchteil dieser Größe.

Prospektive Kunden wollen umworben sein
Morgan Stanley erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 mit dem Underwriting von Aktien Erträge von 1,4 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,3 Milliarden US-Dollar bei Goldman. Für 2019 haben sowohl Goldman als auch J.P. Morgan wichtige Deals in der Pipeline. Slack heuerte Goldman Sachs als führenden Underwriter für einen Börsengang an, der eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, und Lyft hat J.P. Morgan gebeten, ihr Debüt zu begleiten. Beide Ernennungen erfolgten nach langen Zeiten des Umwerbens. (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen