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Welche Optionen hat Argentinien jetzt überhaupt noch?

An den Finanzmärkten wächst die Furcht vor einer neuerlichen Staatspleite Argentiniens, falls der linke Oppositionskandidat Alberto Fernández Staatspräsident werden sollte. In der aktuellen Krisensituation habe Argentinien vier Handlungsoptionen, sagt Trevor Holder, Anleihen-Fondsmanager bei Newton.

Mauricio Macri
Seine Amtszeit hat sich Argentiniens Präsident Macri sicherlich anders vorgestellt. Kommt es nun bald zu einer neuerlichen Staatspleite? Anleihekurse und Credit Default Swaps (CDS) signalisieren bereits eine solche....
© Anita Pouchard Serra / Bloomberg

Nach der teilweisen Erholung des argentinischen Peso (ARS), der zunächst um 26 Prozent  gefallen war, könnte die Währung freigegeben werden. Das wäre die erste Möglichkeit.

Freigabe des Wechselkurses
Diese erste Option berge allerdings das Risiko extremer Marktreaktionen sowie einer inflationären Entwicklung in sich, die den jetzigen argentinischen Präsidenten Macri weiter unter Druck setzen und die Voraussetzungen des IWF-Programms hinsichtlich der Währungs- und Preisstabilität im Land aushöhlen würde, sagt Trevor Holder (Bild links), Fondsmanager im Anleiheteam von Newton IM, einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management:

Zinserhöhung
Alternativ - und das ist die zweite Option - könnte Argentinien die Zinssätze erhöhen. Aber der Leitzins Leliq liegt jetzt schon bei rund 74 Prozent. Holder führt aus: "Eine Zinserhöhung ist in einer ausgewachsenen Währungskrise generell ein zu schwaches Mittel, und sie würde Argentinien in den kommenden Monaten nur noch weiter in die Rezession treiben."

Eingriffe am Devisenmarkt
Eine weitere Möglichkeit - Option Nummer drei - ist ein Eingriff in den Devisenmarkt, der helfen könnte, weitere Abwärtsbewegungen des Peso in den zwei Monaten vor den Wahlen zu begrenzen. "Wenn jedoch 250 Millionen US-Dollar pro Tag und damit die höchste im IWF-Programm zulässige Summe in Interventionen flössen, würden nicht nur die Devisenreserven um rund 14 Milliarden US-Dollar abschmelzen, sondern auch drei Viertel der erst vor elf Monaten bewilligten IWF-Mittel verschwendet werden", rechnet Holder vor. "Die Regierung könnte damit kaum noch ihren kurz- bis mittelfristigen Schuldenverpflichtungen in Hartwährung nachkommen. Ein Präsident Macri könnte sich vielleicht noch einmal an den IWF wenden, aber bei einem Sieg von Alberto Fernández würde der IWF sich wohl hüten, gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen."

Kapitalverkehrskontrollen
Die letzte politische Option ist aus Sicht von Newton IM die Einführung von Kapitalkontrollen, egal in welcher Form. Das stelle aber keine ideale Lösung, sei aber womöglich besser als die Verschwendung von Devisenreserven. 

Devisenreserven belaufen sich auf 65 Milliarden US-Dollar
Aktuell reicht dies aus, um insgesamt 50 Milliarden US-Dollar in den nächsten drei Jahren an Kapital- und Zinsverpflichtungen in Hartwährung zu decken. Gleichzeitig muss der argentinische Staat dieses Jahr auf Peso lautende Schuldtitel im Gegenwert von 17,5 Milliarden US.Dollar bedienen, nächstes Jahr noch einmal im Wert von 15,4 Milliarden. Ein weiterer Verfall des Peso wie in den letzten Tagen ließe die Gesamtschuldenlast des Staates auf 100 Prozent des BIP steigen.

Kupon-Haircut ante portas
Bei einigen Anleihen in Landeswährung könnte es zur Anpassung der Coupon-Zahlungen kommen – das hat Alberto Fernández bereits angedeutet. "Investoren gehen von einem Wahlsieg des Oppositionskandidaten Fernández aus, was sich in den Dollar-Anleihen widerspiegelt. Sie sollten jedoch die aktuelle Lage weiter beobachten, denn die neue Regierung könnte hinsichtlich ihrer Wirtschaftspolitik und Haltung gegenüber dem IWF deutlich konservativer sein, als aktuell erwartet wird“, gibt Holder zu bedenken. (kb)

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