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Wir brauchen keine Kristallkugel: BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Fund

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Zugang zum globalen Markt für kurzlaufende Hochzinsanleihen, bei niedriger Sensivität für Leitzinsänderungen. Konzentration auf das kurze Ende des Marktes: die Anleihen im Fonds haben aktuell eine durchschnittliche Fälligkeit von 1,3 Jahren (per 30. Sep 2017). 

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Welche Möglichkeiten bietet jetzt der britische Aktienmarkt?

Mehr als ein Jahr ist nun seit dem Brexit-Referendum am 23. Juni 2016 vergangen. Mit ein wenig Abstand lassen sich mittlerweile die ersten tatsächlichen Folgen abschätzen, die diese Entscheidung für die Wirtschaft und die Finanzmärkte Großbritanniens mit sich bringt.

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Markus Hampel, Executive Director, Country Head Germany and Austria, bei Metropole Gestion
© Metropole Geston S.A.

Abgesehen von der Abwertung der Landeswährung scheinen diese Folgen bislang noch recht beschränkt zu sein. Trotz des Misstrauens und einer äußerst hohen Unsicherheit, die noch lange andauern könnte, scheint die Bewertung der britischen Aktien, die etwa 28 Prozent der großen europäischen Börsenindizes ausmachen, insgesamt nicht betroffen zu sein. Im Hinblick auf das „Stock Picking“ ergeben sich aus diesem einschneidenden Ereignis jedoch Gelegenheiten im Zusammenhang mit den britischen Inlandswerten. 

Datenkranz sieht nicht so schlecht aus

In makroökonomischer Hinsicht schien sich die Brexit-Ankündigung im zweiten Halbjahr 2016 trotz des 17-prozentigen Kursverlustes des britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar nicht unmittelbar auf die Wirtschaftstätigkeit in Großbritannien auszuwirken. Das Wachstum des BIP hielt sich im zweiten Halbjahr 2016 annualisiert auf dem hohen Niveau von fast zwei Prozent, der Konsum ging nicht zurück und die Arbeitslosenquote nähert sich mit derzeit 4,4 Prozent dem Wert der Vollbeschäftigung an. Auch der vorlaufende Indikator PMI für das verarbeitende Gewerbe hält sich in einem Bereich, der auf ein anhaltend hohes Wachstum der Unternehmenstätigkeit hinweist und sogar die Werte aus der Zeit vor der Brexit-Entscheidung übertrifft.

Verlangsamung der Entwicklung in 2017

Im Laufe des Jahres 2017 machten sich jedoch Anzeichen für eine Verlangsamung der Entwicklung bemerkbar: Die Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe stagniert seit Juni 2016 bei plus 0,9 Prozent, trotz des theoretisch positiven Effekts, den die Abwertung des Pfundes auf die Exporte haben müsste. Der Konsum der Haushalte leidet unter einer gesunkenen Kaufkraft. Mehrere Handelsketten wie Next oder Carphone Warehouse haben zudem eine bedeutende Verschlechterung ihrer Ergebnisse und Prognosen bekannt gegeben. Der Analysten-Konsens rechnet seinerseits für 2018 mit einer gebremsten konjunkturellen Entwicklung und einem BIP-Zuwachs von 1,2 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession scheint zum derzeitigen Stand jedoch gering zu sein.

Börsen ließen Brexit schnell vergessen

Was die Aktienmärkte anbelangt, so konnten die britischen Börsenindizes den anfänglichen Schock des Referendums, dessen Ausgang so nicht absehbar war, schnell vergessen machen. Der Index MSCI UK mit reinvestierten Dividenden verzeichnete seit dem 23. Juni 2016 einen Zuwachs um plus 23 Prozent gegenüber plus 16 Prozent des MSCI Europe ex UK mit reinvestierten Dividenden in Landeswährung. Vergleichbares lässt sich für die Small und Mid Caps feststellen, obwohl diese noch stärker auf dem Inlandsmarkt engagiert sind. Die Unternehmen des FTSE 250 erzielen durchschnittlich 50 Prozent Umsatzes mit dem britischen Markt, während sich dieser Anteil bei den Unternehmen des FTSE 100 auf nur 25 Prozent beläuft. Mit Kursgewinnen um 18 Prozent in britischen Pfund kann der FTSE 250 seit dem 23. Juni 2016 jedoch eine nur unwesentlich geringere Performance erzielen.

Schwaches Pfund frist Performance auf

Die Auswirkung des Brexit auf die britischen Aktien ergibt sich in erster Linie aus den plötzlichen Kursverlusten des britischen Pfunds, dessen Kurs sich auf einem historisch niedrigen Stand befindet. In Euro ausgedrückt beläuft sich die Performance des FTSE 100 und des FTSE 250 seit dem 23. Juni 2016 auf nur noch plus 2,4 Prozent bzw. -1,8 Prozent. In Dollar weisen die Indizes gegenüber dem MSCI World ebenfalls eine noch nie dagewesene unterdurchschnittliche Performance auf.

Bewertung im historischen Durchschnitt

Im Hinblick auf die Bewertung nähern sich die Kennzahlen des MSCI UK insbesondere mit einem KGV von 14,6 gegenüber den 14,9 des MSCI Europe ex UK auf aggregierter Ebene den langfristigen historischen Durchschnittswerten an. Dies verschleiert jedoch die starken Unterschiede zwischen den vorwiegend auf dem Inlandsmarkt tätigen Unternehmen und den nur wenig auf dem britischen Markt engagierten Unternehmen von internationaler Bedeutung, deren Börsenkurse die Schwankungen der Wechselkurse reflektieren.

Auf Inland fokussierte britische Unternehmen sind teilweise billig wie 2009

Die Bewertung der sogenannten Inlandswerte erreicht oft fast die historischen Tiefpunkte und spiegelt bisweilen das Szenario einer Rezession wie im Jahre 2009 wider. Dies gilt insbesondere für Konsumwerte oder Werte aus dem Bereich der industriellen Dienstleistungen. Markus Hampel dazu: "Vor diesem Hintergrund ist die Sensitivität unserer Teilfonds METROPOLE Sélection und METROPOLE Avenir Europe für das Risiko einer weiteren Verschlechterung der britischen Wirtschaftsdaten derzeit relativ gering, da sie mehrheitlich Papiere halten, die wie beispielsweise die Large Caps BP, GlaxoSmithKline und Vodafone oder die Small Caps GKN, Senior und Morgan Advanced Materials in nur relativ geringem Maße der britischen Wirtschaft ausgesetzt sind. Darüber hinaus halten wir auch britische Inlandswerte wie Lloyds, Marks&Spencer oder das Transportunternehmen First Group, da das Risiko einer Rezession bei der Bewertung dieser Unternehmen bereits eingepreist wird. Seit der Brexit-Entscheidung haben wir auch zahlreiche stark unterbewertete Papiere in unsere Portfolios aufgenommen, darunter insbesondere Small oder Mid Caps wie TalkTalk, EasyJet, Mitie, Berendsen, Weir oder Aggreko."

Unsicherheit dürfte wohl bis zum Austrittdatum März 2019 anhalten

Diese mit dem weiteren Verhandlungsverlauf zusammenhängende Unsicherheit sei mit einer gewissen Gefahr für die Entwicklung der britischen Wirtschaft verbunden und werde noch zu weiteren Marktschwankungen führen. In solchen Zeiten ergäben sich besonders dann gute Anlagemöglichkeiten, wenn auf den Märkten eine Risikoaversion vorherrsche und die Bewertung der Unternehmen in den Hintergrund tritt und unterschätzt werde.

Andererseits könne man auch ein weniger pessimistisches Szenario nicht ausschließen. Die Verhandlungen könnten weniger hart ausfallen als vorgesehen. Großbritannien werde sehr wahrscheinlich weiterhin einen wichtigen Platz in Europa einnehmen, ein vernünftiges Szenario, das von den Märkten nicht berücksichtigt zu werden scheint, meint Hampel. (kb)

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