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Welche Folgen hat der Brexit für das Investmentbanking in Europa?

Besonders stark dürfte die Finanzbranche und dabei insbesondere die Investmentbanken die Folgen des EU-Austritts zu spüren bekommen, da das europäische Finanzzentrum London wahrscheinlich seinen uneingeschränkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt verlieren wird.

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© ilkercelik / Fotolia

Dies könnte für Großbritannien erhebliche Konsequenzen haben, schrieben die Experten von Deutsche Bank Research in einem aktuellen EU-Monitor-Report. Denn mit einem Anteil von 6,6 Prozent an der Bruttowertschöpfung hat das Land im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung den größten Finanzsektor unter den großen europäischen Ländern. Finanzdienstleistungen sind ein wichtiger Exportartikel – und gehen zu 43 Prozent in die EU.

Gewaltiger Einfluss des Bankensektors auf die britische Leistungsbilanz
Ohne den Überschuss, den das UK durch Erbringung von Investmentbanking-Dienstleistungen für EU-Kunden erzielt, wäre das britische Leistungsbilanzdefizit rund 50 Prozent höher. Ausländische Banken machen fast 50 Prozent des britischen Bankensystems aus und dominieren das Investmentbanking-Geschäft in London. Der Großteil ihres Geschäfts wird über Filialen abgewickelt (Bilanzsumme: 3 Billionen Euro), die derzeit den Europäischen Pass nutzen, um EU-weit Dienstleistungen anzubieten.

Geschäftsverlagerungen drohen nach Verlust des EU-Passes
Insbesondere Nicht-EU-, aber auch britische Banken werden diese Möglichkeit nach dem Brexit wahrscheinlich nicht mehr haben und gezwungen sein, ihr EU-Geschäft auf den Kontinent zu verlagern. Sie werden existierende Tochtergesellschaften in der EU-27 aus- oder neue aufbauen müssen, mit eigener Kapital- und Liquiditätsausstattung und eigenständigen Strukturen und Geschäftsprozessen. Das könnte dazu führen, dass in der EU-27 zusätzliche  35 bis 45 Milliarden Euro an Eigenkapital separat vorgehalten werden müssen („Ringfencing“).

Investmentbanking steht für fast 3/4 der britischen Finanzdienstleistungsexporte
 Derivate spielen dabei eine wesentliche Rolle: London ist neben New York das wichtigste Finanzzentrum für den Handel mit Devisen und Zinsderivaten. Auch die zentrale Abwicklung der allermeisten Zinsswaps, die auf Euro lauten, findet in London statt. Würde die EU/EZB verlangen, dass das Clearing auf den Kontinent verlagert wird, müssten erhebliche Sicherheiten (bis zu 14 Milliarden Pfund) verschoben werden. Zudem könnte durch Marktfragmentierung und damit wegfallende Netting-Möglichkeiten ein zusätzlicher Sicherheitenbedarf von mindestens 6 bis 25 Milliarden Pfund entstehen.

IPUs drohen zusätzlich
Für die großen Investmentbanken ist nicht nur der Verlust des Europäischen Passes nach dem Brexit problematisch, sondern auch die Vorschläge der EU, nach denen große Nicht-EU-Banken ihr Geschäft in Zukunft über eigenständige Tochtergesellschaften („Intermediate Parent Undertakings“, IPU) abwickeln müssen. Dies bedeutet eine weitere Fragmentierung mit separat gebundenem Eigenkapital, Liquidität und Ressourcen. Die Profitabilität der Banken werde darunter leiden und nicht alle EU-Geschäftsmodelle würden mehr praktikabel sein, schreiben die DB Research-Experten.

 

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