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Weiterer Staat geht gegen Bitcoin-Mining vor

Wie in der aktuellen Research Note des Krypto-Anbieters 21Shares festgehalten, hat Kasachstan nach größeren Stromausfällen beschossen, dass Miner von Bitcoin nur mehr maximal 100 Megawatt in Summe an Strom verbrauchen dürfen. Für die Krypto-Mining-Industrie ist das ein schwerer Schlag.

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Leen ElDeeb, Research Associate bei 21Shares
© 21shares

Nachdem am 14. Oktober drei große Kohlekraftwerke im zentralasiatischen Staat abgeschaltet wurden, beschloss die kasachische Regierung, die Stromversorgung einiger Verbraucher, einschließlich der Krypto-Miner Kasachstans, deren Arbeit immerhin 18 Prozent der weltweiten Bitcoin-Hashrate ausmachen, einzuschränken. Nun ist der Verbrauch der Krypto-Mining-Industrie des Landes gemäß eines Gesetzesentwurfs, der zum Monatsbeginn unterschrieben wurde, auf insgesamt 100 Megawatt beschränkt. Zusätzlich dürfen neu genehmigte Anlagen für einen Zeitraum von zwei Jahren maximal 1 Megawatt (MW) verbrauchen.

Kasachstan war bis dato Nummer zwei unter den Krypto-Schürfer-Ländern
Normalerweise benötigt ein Mining-Rig mit drei GPUs mindestens 0,001 MW, um effektiv arbeiten zu können. Das ist ein Verbrauchswert, der – wenn auch begrenzt – für unabhängige Bitcoin-Miner akzeptabel ist. So wie es aussieht, ist das von Kasachstan auferlegte neue Limit aber eine schlechte Nachricht für Betreiber von Bergbauanlagen wie Enegix, die im vergangenen Jahr geplant haben, bis September 2021 eine 180-MW-Bitcoin-Mining-Anlage mit 50.000 Rigs in Betrieb zu nehmen.

Krypto-Schürfer bescherten der ehemaligen Hauptstadt Black-Outs
Almaty, die größte Stadt Kasachstans, hatte in der jüngsten Vergangenheit vermehrt mit Stromausfällen zu kämpfen, die auf die florierende Bitcoin-Mining-Aktivität des Landes zurückgeführt wurden. Nach den in China erlassenen Beschränkungen war Kasachstan zum zweitgrößten Krypto-Miner der Welt aufgestiegen. Die jüngsten Beschränkungen in Kasachstan führen zu zwei Schlussfolgerungen: Erstens ist denkbar, dass viele Miner ihre Rigs ins Ausland verlegen werden. Zweitens könnten die Beschränkungen, wie schon in China beobachtet, zu einer steigenden Nutzung erneuerbarer Energien führen.

Die Karavane zieht weiter, und Kasachstans Energierzeugung wird nachhaltiger
Kasachstans hartes Durchgreifen könnte somit eine große Förderung für erneuerbare Ressourcen und einen nachhaltigen Energieverbrauch darstellen, mit der das gesamte Bitcoin-Netzwerk für die Zukunft gesichert und Transaktionen weiter bestätigt werden können. In Kasachstan ist die erneuerbare Energieerzeugung – darunter besonders Wind- und (Klein-)Wasserkraft bereits sehr weit verbreitet. Allein mit Windenergie kann Kasachstan das Zehnfache des eigenen Energiebedarfs erzeugen. Darüber hinaus sucht die kasachische Regierung nach Möglichkeiten, um die enormen geothermischen Ressourcen ihres Landes zu erschließen und hat allein 2019 21 Anlagen für erneuerbare Energien in Betrieb genommen, obwohl erneuerbare Energien aktuell nur 0,6 Prozent der gesamten Stromerzeugung ausmachen. Da in den kommenden Monaten zahlreiche Schürfer mit ihren Mining-Rigs aus Kasachstan in „kryptofreundlichere“ Länder migrieren könnten, könnten sich die institutionellen Bemühungen – sei es staatlich oder privat – mit dem Ziel, die Nutzung erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben, erhöhen. Eine vergleichbare Entwicklung ist auch in El Salvador im Gange. (kb)

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