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Was würde Jamie Dimon mit Händlern tun, die auf Bitcoins wetten?

Der Vorstandschef der US-Großbank J.P. Morgan Chase, würde nach eigenen Angaben jeden Mitarbeiter, der Bitcoins handelt, wegen Dummheit und Regelverstoßes feuern.

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Jamie Dimon, CEO von J.P. Morgan
© Bloomberg

Die Krypto-Währung "wird nicht gut enden", sagte Dimon bei einer Investorenkonferenz in New York diese Woche. Er prognostiziert, dass Bitcoins letztlich in die Luft fliegen werden. "Es ist ein Betrug." Falls J.P. Morgan-Händler damit beginnen sollten, Bitcoins zu handeln, würde er diese umgehend entlassen, erklärte Dimon. "Aus zwei Gründen: Es ist gegen unsere Regeln, und sie sind dumm. Und beides ist gefährlich. "

Blase oder nicht?

Bitcoins sind in den vergangenen Monaten nach oben geschnellt, angetrieben durch eine stärkere Akzeptanz der Blockchain-Technologie. Das untermauerte Optimismus, dass schnellere Transaktionszeiten eine breitere Nutzung der Krypto-Währung fördern werden. Der Preis ist in diesem Jahr um mehr als das Vierfache gestiegen, was auch eine Diskussionen ausgelöst hatte, ob es eventuell zu einer Blasenbildung gekommen sei. 

Das Imperium schlägt zurück

Vergangene Woche waren Bitcoins allerdings eingebrochen. Auslöser waren Berichte, dass China plane, den Handel von virtuellen Währungen an den heimischen Börsen zu verbieten. Das stellte einen weiteren Schlag für den 150 Milliarden US-Dollar schweren Krypto-Währungsmarkt dar.

Mit Blick auf Bitcoins sagte Dimon, er sei skeptisch, dass Behörden eine Währung ohne staatliche Aufsicht erlauben würden - vor allem, wenn etwas schief gehe. "Jemand wird getötet und dann wird die Regierung kommen", sagte er. "Das haben wir gerade in China gesehen; Regierungen kontrollieren gerne ihre Geldversorgung." 

Blockchain-Technologie ja, Bitcoins nein

Dimon unterschied bei seinen Ausführungen zwischen der Bitcoin-Währung und der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie, über die er sagte, dass sie nützlich sein könne. Trotzdem werde die Anwendung der Blockchain bei Banken "nicht über Nacht" geschehen.

Der Bankchef erklärte, er würde Bitcoins nicht leerverkaufen, weil der weitere Anstieg schwer abzuschätzen sei, bevor es zu einem Zusammenbruch komme. Das beste Argument, das er gehört habe, sei eine mögliche Anwendung durch Menschen an Orten ohne andere Optionen, solange das Angebot an Münzen nicht nach oben schnelle. "Wenn Sie in Venezuela oder Ecuador wären oder in Nordkorea oder ähnlichem, oder wenn Sie ein Drogendealer wären, ein Mörder, so was, dann sind Sie besser dran, es in Bitcoins statt in US-Dollar zu tun", sagte er. "So könnte es einen Markt dafür geben, aber es wäre ein begrenzter Markt." 

Gundlach zu Dimons Äußerungen

"Es ist interessant, dass jemand, der im Establishment so profiliert ist, mit einer derart kühnen Aussage an die Öffentlichkeit geht", sagte indessen Jeffrey Gundlach, CIO von DoubleLine Capital, während eines Webcasts nach den Anmerkungen von Dimon. Gundlach erklärte, er sehe Bitcoins nicht in dieser Art und Weise, aber er sei besorgt, dass sie anfälliger für Manipulationen sein könnten, als Enthusiasten es zugeben würden. "Vielleicht bin ich einfach zu alt, aber ich werde diese Manie ohne mich weitergehen lassen."

Zu Hause dürfte sich Jamie Dimon mit seiner Anti-Bitcoin-Haltung allerdings nicht durchsetzen können: Er merkte an, dass seine Tochter ein paar Bitcoins gekauft habe. (kb)

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