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Was kommt nach Ende des klassischen 60:40 Portfolios? Der Flex-Ansatz

​Das klassische Wertpapier-Porfolio, bei dem Aktien und Anleihen kombiniert werden, verfolgt seit Jahrzehnten das Ziel, eine Balance zwischen Risiko und Rendite zu finden. Dieses Prinzip hat sich in den letzten 40 Jahren bewährt, doch die Marktbedingungen haben sich mittlerweile sehr verändert.

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Alexandre Narboni, Portfoliomanager des Comgest Growth Global Flex
© Comgest

Früher boten Anleihen aufgrund kontinuierlicher Zinssenkungen gute Renditen und waren darüber hinaus mit Aktien negativ korreliert. Allerdings sind die Marktbedingungen mittlerweile andere geworden. Alternativen zu Anleihen, die nicht zulasten der Portfolio-Liquidität oder -Performance gehen, sind heutzutage sehr begrenzt. An dieser Stelle setzt Comgest an und stellt mit dem Comgest Growth Global Flex (ISIN: IE00BZ0X9R35) eine Alternative. Der Fonds bietet ein Aktieninvestment mit Multi-Asset-Charakter, jedoch ohne Anleihen, denn diese dürften unter den zu erwartenden Zinssteigerungen leiden.

60:40 Portfolio wurde 2020 zu Grabe getragen
Der 27. August 2020 könnte wohl als jener Tag in die Geschichte eingehen, an dem Jerome Powell, Vorsitzender der Fed, das traditionelle Wertpapierportfolio begraben hat. Er kündigte an, dass die Fed nun ein durchschnittliches Inflationsziel und nicht mehr ein festes Inflationsziel von zwei Prozent anstrebt: Dies legt die Vermutung nahe, dass die Zentralbank bereit ist, die Inflation in unbestimmte Höhe steigen zu lassen, bevor die Zinsen wieder angehoben werden. Das heutige wirtschaftliche Umfeld sieht dagegen anders aus als jenes von vor 40 Jahren. Im Juni 1981 war Powells Vorgänger Paul Volcker gezwungen, die kurzfristigen Zinssätze auf 20 Prozent zu erhöhen, um die Inflation einzudämmen, als die US-Wirtschaft in eine schwere Rezession schlitterte. Seither sind die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen von 15,8 Prozent auf 1,1 Prozent gefallen. Diese Entwicklung stellt insbesondere für langfristige Investoren, die heute ein Multi-Asset-Portfolio mit hoher Anleihen-Exposure halten, für die Zukunft eine große Herausforderung dar.

Markt treibt Anleger zur Suche nach Alternativen
„Vor dem Hintergrund des heutigen Zinsniveaus sind wir der Meinung, dass es problematisch ist, ein Portfolio durch Anleihen über Wasser zu halten. Um ähnliche Ergebnisse erzielen zu können wie in der Vergangenheit, müssen Anleger mehr Risiko in Kauf nehmen. Viele versuchen es daher mit Investments, die begrenze Liquidität aufweisen, wie Private Equity oder Immobilien“, so Alexandre Narboni, Portfoliomanager des Comgest Growth Global Flex. Die Tatsache, dass nicht-börsennotierte Investments nicht täglich bewertet werden, mag die Volatilität des Portfolios auf dem Papier reduzieren. Narboni ist jedoch überzeugt, dass die geringe Liquidität dieser alternativen Anlagemöglichkeiten in Zeiten von Marktturbulenzen ein erhebliches Risiko darstellt.

Begrenzung von Drawdowns als Ziel
Eine weitere Option ist die Erhöhung der Aktienquote. Aktien sind liquide und können eine attraktive Anlage sein, insbesondere wenn die Inflation voranschreitet. Der Nachteil ist jedoch, dass bei den meisten Aktien die Gefahr von hoher kurzfristiger Volatilität besteht. Um das Drawdown-Risiko eines reinen Aktienportfolios zu reduzieren, gibt es die Möglichkeit, auf einen Absicherungsmechanismus zu setzen. In diesem Feld baut Comgest seit 2012 gezielt Expertise auf, um Investoren ein Aktieninvestment mit reduzierter Volatilität anzubieten. „Der Comgest Growth Global Flex bietet Zugang zu einem qualitativ hochwertigen globalen Portfolio aus Wachstumsaktien, kombiniert mit einem quantitativen Modell, das das globale Aktienmarktrisiko und Währungen der Industriemärkte dynamisch absichert“, sagt Narboni. Ziel des Fonds ist es, Drawdowns auf maximal 15 Prozent zu begrenzen und die jährliche Volatilität unter acht Prozent zu halten. Zusätzlich soll das Portfolio langfristig in positiven Phasen mindestens 60 Prozent der Performance des MSCI AC World Index abschöpfen, jedoch weniger als 40 Prozent in Marktkorrekturen.

Qualitätswachstumsaktien mit dynamischem Aktienmarkt- und Währungshedging
Die Strategie des Comgest Growth Global Flex stützt sich dabei auf drei wesentliche Pfeiler: Globale Aktienstrategie, Absicherung von Aktien- und Tail-Risiken sowie Währungshedging. Der erste Pfeiler und gleichzeitig das Fundament bildet die globale Aktienstrategie von Comgest, basierend auf dem praktizierten Qualitätswachstumsansatz der Fondsboutique. Durch gezieltes Stock-Picking werden Qualitätsunternehmen ausgewählt, die langfristig überdurchschnittliches Gewinnwachstum erzielen können. Seit seiner Auflage vor über 30 Jahren weist die globale Aktienstrategie von Comgest einen starken Track Record auf. Die Outperformance gegenüber dem MSCI ACWI Index liegt bei mehr als 300 Basispunkten p.a., abzüglich Gebühren.

Absicherung des systematischen Aktienmarktrisikos inklusive Tail-Risiken
Der zweite Pfeiler des Comgest Growth Global Flex besteht aus einer Absicherung des systematischen Aktienmarktrisikos inklusive Tail-Risiken, d.h. Extremereignissen im Aktienmarkt. Die Absicherungsquoten liegen zwischen 0 und 100 Prozent des voll investierten globalen Aktienportfolios. Diese Quoten werden täglich neu berechnet und dementsprechend angepasst. Die Umsetzung erfolgt über Short-Positionen in liquide und kostengünstige Index-Futures sowie über Long-Future-Positionen für Volatilitätsindizes wie VIX oder VSTOXX. Die Hedging-Mechanismen sind regelbasiert, quantitativ und wurden über Jahre entwickelt.  Finanzmärkte haben dabei ein sehr heterogenes Verhalten und keine quantitative Strategie ist universell für jede Situation geeignet. „Aus diesem Grund fokussieren wir darauf, die richtige Balance zu finden, indem wir eine Vielzahl von aufeinander aufbauenden und sich ergänzenden Absicherungsstrategien kombinieren“, lässt der Portfoliomanager wissen. Ebenfalls ist es von Bedeutung, sich unterschiedliche Zeitspannen gezielt zunutze zu machen. Von kurzfristigen Hedging-Strategien, die auf plötzliche Marktverschiebungen sofort reagieren, bis hin zu langfristigen Hedging-Strategien, die tendenziell robuster sind, aber langsamer reagieren. So wird gute Reaktivität auf kurzfristige Marktereignisse gewährleistet, während langfristige Trends robust abgesichert werden. Das Tail-Risk-Hedging bietet einen zusätzlichen Schutz vor plötzlichen und schweren Markteinbrüchen. Long-Volatility-Futures-Positionen werden dynamisch auf Basis eines spezifischen quantitativen Modells eingesetzt, mit dem Ziel, die hohen Kosten alternativer Volatilitätsinstrumente zu vermeiden. Narboni ergänzt: „Die Daten werden durch eigens von uns erstellte Trading-Systeme, wie Trend-Monitoring, Mean-Reversion und Stress-Triggering analysiert.“

Dritter Pfeiler Währungs-Hedging
Dieser wird auf Basis eines eigens entwickelten quantitativen Modells vorgenommen. Währungen der Industriemärkte werden kosteneffizient abgesichert, indem Short-Positionen auf Devisentermingeschäfte gehalten werden. Auch diese Strategie wird flexibel eingesetzt, was bedeutet, dass das Portfolio Aufwärtstrends bei sicheren Häfen, wie dem japanischen Yen, mitmacht aber bei Währungsabwertungen durch die Absicherung profitiert.

Bewährungsprobe im Krisenjahr 2020 gemeistert
Der Comgest Growth Global Flex verzeichnete seit seiner Auflage vor drei Jahren eine überzeugende Performance bei einem maximalen Drawdown von 15,3 Prozent. Besonders erwähnenswert ist die Performance im Krisenjahr 2020: Der Fonds konnte den Drawdown um 54 Prozent reduzieren und den Aufschwung zu 56 Prozent mitnehmen. „Diese Zahlen finden wir angesichts der V-förmigen Marktbewegung, die für quantitative Hedging-Modelle eine Herausforderung darstellt, sehr ermutigend. Der Fonds hat seine Widerstandsfähigkeit in schwierigen Zeiten unter Beweis gestellt und wurde dafür auch mit einem Fünf-Sterne-Rating von Morningstar in der Kategorie Flexible Global Allocation bedacht“, so Narboni abschließend. (kb)

 

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