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Warum sich Bankenfusionen so selten rechnen

Die meisten Zusammenschlüsse von Kreditinstituten lohnen sich nicht, sagt Unternehmensberater Dirk Vater von Bain & Company. Das Synergiepotenzial sei selten groß genug, um den enormen Aufwand zu kompensieren.

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© cirquedesprit / stock.adobe.com

Immer wieder gibt es Gerüchte über große Bankenfusionen. Zuletzt standen die italienische Unicredit und die französische Société Générale im Zentrum der Spekulationen. Zusammenschlüsse großer Kreditinstitute können sich theoretisch lohnen, sagt Dirk Vater, Bankenexperte der Beratungsgesellschaft Bain & Company, im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Europas Banken müssen ihre Kosten senken, Synergieeffekte können dabei helfen. "Bisher gab es aber wenige Fusionen, die sich gerechnet haben", erklärt Vater.

Bei vielen Fusionspartnern war das Synergiepotenzial letztlich nicht so groß wie erhofft. "Eine Fusion ist ein enormer Aufwand und dauert rein technisch mindestens 18 bis 24 Monate. Zwei Kulturen zusammenzuführen dauert sogar bis zu fünf Jahre", so Vater. Bei paneuropäischen Fusionen wächst zwar auch der Absatzmarkt. Dennoch: Ob am Ende höhere Erträge stehen, hängt davon ab, wie gut sich das Geschäft der Fusionspartner ergänzt.

Aufseher wollen keine Superbanken
Zusammenschlüsse von Großbanken werden heute besonders kritisch betrachtet, weil sie dem Ziel der Aufseher zuwiderlaufen, neue "Too big to fail"-Institute zu verhindern. Ist eine Bank zu groß, als dass man sie pleitegehen lassen könnte, muss der Steuerzahler zur Rettung eilen. Bei einer Fusion wie bespielsweise zwischen den Gerüchte-Kandidaten Unicredit und Société Générale wäre es also alles andere als sicher, dass die Behörden grünes Licht geben. (fp)

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