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Warum China mehr Bedeutung im Anlageportfolio verdient

Chinesische Wertpapiere tauchen in vielen institutionellen Portfolios im Rahmen der Schwellenländerallokation auf. Dies werde dem heutigen Status Chinas nicht mehr gerecht, meint UBS-AM und sieht zunehmend Gründe, dass das Land eine eigenständige Position im Anlagemix ausmachen sollte.

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© Engdao / stock.adobe.com

Dafür spricht nicht nur die Bedeutung des bevölkerungsreichsten Landes als zweitgrößte Volkswirtschaft, zweitgrößtes Ziel ausländischer Direktinvestitionen und größte Handelsnation der Welt. Auch das zwar etwas abgeschwächte aber im Vergleich immer noch sehr
dynamische Wirtschaftswachstum, die Neuorientierung der Wirtschaft sowie eine führende Position in neuen Industrien wie Robotik oder Elektroautos lassen China aus der Welt der Emerging Markets hervorstechen.

Chinas Regierung stützt Wirtschaft weiter mit gezielten Maßnahmen
Auch 2020 dürfte sich die chinesische Erfolgsstory fortsetzen. Schätzungen der OECD zufolge soll die Wirtschaft im laufenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen. „Chinas Wirtschaft befindet sich in einer L-förmigen Erholung. Wir erwarten, dass sich das Wachstum in den kommenden Jahren bei 5,8 bis 6,0 Prozent stabilisiert“, sagt Hayden Briscoe, Leiter Fixed Income Asia Pacific bei UBS Asset Management. Die stimulierenden Maßnahmen der Regierung aus dem vergangenen Jahr sollten sich langsam in der Realwirtschaft niederschlagen. Auch in diesem Jahr rechnet Briscoe mit geldpolitischer oder fiskalischer Unterstützung. „Im ersten Halbjahr dürfte die People’s Bank of China ( PBoC) die Zinsen senken. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass China den Markt weiterhin mit Geld flutet, sondern eher über ein kontrolliertes ,Bewässerungssystem‘ sehr gezielte Maßnahmen ergreift“, sagt Briscoe.

Zwei Gründe für die PBoC-Politik
Dafür sieht Briscoe vor allem zwei Gründe: Zum einen sorgt sich China, die Inflation zu sehr zu schüren. Zum anderen will es das Finanzsystem entschulden und hat daher die Entwicklung der Kreditvergabe fest im Blick.

Aktienchancen: Privater Konsum trotzt dem Handelsstreit
Eine wichtige Stütze für das Wirtschaftswachstum ist mittlerweile der private Konsum. Trotz der Unsicherheiten, die der Handelsstreit mit den USA hervorruft, sind die Einzelhandelsumsätze zuletzt deutlich gestiegen. „Die Rivalität zwischen den USA und China wird noch über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anhalten. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Bin Shi, Head of China Equities bei UBS Asset Management. Er sieht jedoch keine Gefahr, dass die Umwandlung der Wirtschaft zu mehr Konsumorientierung dadurch Schaden nimmt. Vielmehr rechnet er damit, dass der Umbau durch Reformen noch stärker an Fahrt aufnimmt. „Unsere China-Portfolios setzen verstärkt auf den Binnenkonsum und sind kaum abhängig von den Branchen, die von den Zöllen betroffen sind“, sagt Shi. Nach einem guten Aktienjahr 2019 in China ist er auch zuversichtlich für 2020. „Es gibt viele solide Unternehmen in unserem Anlageuniversum, die weiterhin ein stabiles Gewinnwachstum liefern sollten“, erläutert Shi. Zudem erwartet er, dass mehr Qualitätsunternehmen an die Börsen kommen werden. Hohe Qualität ist für den Aktien-Experten ein wichtiges Merkmal, da seiner Ansicht nach die Divergenz zwischen guten und schlechten Unternehmen in China zunehmen wird. „Viele Sektoren sind stark fragmentiert. Durch den zunehmenden Wettbewerb bietet sich für Unternehmen mit Top-Qualität Potenzial, ihren Marktanteil auszubauen“, erläutert Shi.

Reform der Staatsbetriebe
Weitere Chancen sieht Shi in der Reform der staatsnahen Betriebe (SOEs): „Diese könnte verstecktes Wertpotenzial in vielen Staatsunternehmen freilegen.“ Sein Anlagefokus bleibt auf den langfristigen Trends wie die zunehmende wirtschaftliche Ausrichtung auf Konsum und Dienstleistungen, die wachsende Nachfrage nach hochwertigeren Produkten sowie die steigenden Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Technologie.

Chinesische Anleihen: Globale Kapitalflüsse werden sich grundlegend verändern
Auch in anderen Asset-Klassen, etwa bei Anleihen, kann eine China-Allokation im Portfolio Diversifikationsvorteile mit sich bringen. Chinesische Anleihen bieten in der aktuellen Niedrigzinswelt attraktive nominale und reale Renditen. So überzeugen etwa chinesische und andere asiatische High-Yield-Bonds mit im globalen Vergleich hohen Renditen und weisen dabei eine deutlich geringere Duration als Hochzinsanleihen aus Europa oder den USA auf. „Zudem verbessern sich die fundamentalen Daten der Unternehmen, einige chinesische und asiatische Firmen überzeugen mit robusteren Bilanzen“, so Briscoe. Daneben betrachtet er zehnjährige chinesische Staatsanleihen, die noch ansprechende, positive Renditen bieten, als einen interessanten Baustein für das Anleiheportfolio. „Wir sehen hier für 2020 Kurspotenzial insbesondere aus zwei Quellen: Erstens von den erwarteten Zinssenkungen durch die Zentralbank, und zweitens dürfte die Aufnahme chinesischer Anleihen in globale Indizes zu
Kapitalzuflüssen führen“, so Briscoe. Letzterem misst er eine hohe Bedeutung bei und erwartet, dass sich künftig, auch schon 2020, die globalen Kapitalflüsse im Anleihebereich grundlegend verändern.  (kb)

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