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Wall Street verstärkt Einstellungen in China, Analysten gefragt

Während im Westen die Finanzbranche tendenziell am absteigenden Ast ist, was sich u.a. am Abbau zahlreicher Jobs zeigt, werden im boomenden China neue Professionals verpflichtet. Das zeigt auch ein Blick auf den dortigen Arbeitsmarkt für Analysten.

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© bluebay2014 / stock.adobe.com

Das fünfte Jahr in Folge sind in China die Neueinstellungen von Research-Analysten durch globale Banken wie JPMorgan Chase & Co. und Nomura Holdings auf ein Rekord-Niveau gestiegen. Hintergrund dafür ist die Öffnung des 53 Billionen Dollar schweren chinesischen Finanzmarktes, berichtet Bloomberg.

Laut dem chinesischen Wertpapierverband zog die Zahl der registrierten Analysten im vergangenen Jahr um acht Prozent auf 3.475 an. Hingegen sank im ersten Halbjahr bei den zwölf großen Banken weltweit die Gesamtzahl der Aktien-Analysten um zwölf Prozent, wie Daten des Consultant Crisil Coalition zeigen.

Seit Jahren ist China vom weltweiten Arbeitsplatzabbau bei den Banken der Wall Street ausgenommen, die mit strengeren Vorschriften zu kämpfen haben. Die rasche Konjunkturerholung des Landes von der Pandemie und die wachsenden Kapitalmärkte haben die Nachfrage nach mehr Sell-Side-Analysten für alles Mögliche von Aktien über Festverzinsliche bis zu Rohstoffen angekurbelt. Die Entscheidung Chinas im letzten Jahr, ausländischen Banken die volle Kontrolle der Brokerhäuser zu gestatten, hat die Dynamik noch verstärkt.

Analysten werden gesucht
“Ausländische Banken haben vermehrt eingestellt, nachdem sie die Mehrheitskontrolle erlangen konnten. Und Chinas solides Wirtschaftswachstum habe ihre Zuversicht gestärkt, die Abdeckung von Blue-Chip-Werten bis Small-Caps auszuweiten, sagt Jackie Wang, Partnerin beim Personalvermittler Michael Page in Schanghai. “Sie brauchen mehr Mitarbeiter dafür.”

JPMorgan hat seit dem Start ihres Wertpapier-Ventures 19 Analysten angeheuert, während die japanische Nomura acht neu eingestellt hat, geht aus den Aufzeichnungen des Verbands hervor. Die US-Bank befindet sich unterrichteten Kreisen zufolge mit China Merchants Bank Co. in Gesprächen über ein weiteres Joint-Venture im Wealth Management. Dies würde eine 2019 abgeschlossene strategische Partnerschaft bei Produkten erweitern.

Credit Suisse Group verzeichnete im September elf Neuzugänge bei den Analysten, einschließlich Alex Liu und Tracey-Ruth Sun, die beide zuvor bei UBS Securities Co. beschäftigt waren.

Globale Banken setzen darauf, dass ihre zunehmenden Investitionen und mehr Kontrolle zu Marktanteilsgewinnen führen werden, so dass sie für talentierte Banker attraktiver werden.

Thomas Fang, Leiter globale Märkte China bei UBS, schätzt, dass die chinesische Brokerbranche bis 2025 Erträge von 100 Milliarden Euro erzielen wird, wobei ausländisches Kapital sich davon 25 Prozent sichern dürfte.

Gleichzeitig haben ausländische Investoren Rekordgelder in China investiert, nachdem Peking die Vorschriften zu Kapitalflüssen lockerte und Covid-19 größtenteils unter Kontrolle brachte:

Höhere Nachfrage
Die von der Pandemie angeheizte Volatilität hat auch die Einstellungen bei lokalen Brokerhäusern angekurbelt, erhöhte Nachfrage gibt es bei “Research und Informationen”, berichtet Jackie Yang, bei Shanghai Brightway Consulting Co. zuständig für Fintech-Personalbeschaffung.

China International Capital Corp. hat das größte Research-Haus des Landes mit 149 Analysten, gefolgt von 140 bei Haitong Securities Co. und 137 bei Guotai Junan Securities Co., wie aus offiziellen Daten hervorgeht.

Verstärkt wird die Einstellungswelle durch die Wiederaufnahme der stark beobachteten New-Fortune-Rankings, eine extrem wettbewerbsstarke Version der Institutional-Investor-Umfrage und der größte Analysten-Rangliste in China, der 2018 eingestellt wurde. Personalagenturen werben nun eifrig Analysten an, nachdem das Ranking für 2020 im Dezember angekündigt wurde. Während in China durchschnittliche Analysten mit fünf Jahren Erfahrung in einem Jahr etwa umgerechnet 75.000 Dollar verdienen, können jene auf den Spitzenplätzen der Liste locker eine Million Dollar oder mehr kassieren.

Jedoch könnte die Dynamik nicht zu halten sein, da einige kleinere Wertpapierhäuser, die kräftig eingestellt haben, keine Gewinne aus dem Research allein erzielen konnten, sagt Yang. Eine mögliche Konsolidierung unter den 130 Brokern des Landes könnte schwächere Häuser ausselektieren, was Hunderte von Research-Jobs kosten könnte.

Mittlerweile steigt die Vergütung auch nicht mehr im Einklang mit der zunehmenden Nachfrage. Die Wechselwilligen gingen 2020 von einer Gehaltssteigerung von 15 bis 20 Prozent aus, verglichen mit 20 bis 30 Prozent in früheren guten Jahren, so Yang. (aa)

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