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Vontobel: Rally bei Öl ist verfrüht

Die aktuelle Mini-Rally beim Ölpreis kommt mehrere Monate zu früh, sagt Michael Salden, Rohstoffexperte bei Vontobel Asset Management. Vor dem Spätsommer kommenden Jahres rechnet er nicht mit nachhaltigen Preissteigerungen.

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© James Thew / stock.adobe.com

Die Preise für Rohöl sind in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Beginn der Corona-Krise geklettert. Das Preis-Plus ist allerdings nur eine vorübergehende Erscheinung, glaubt Michel Salden, Leiter des Rohstoffbereichs bei Vontobel Asset Management. "Die Rally scheint verfrüht", sagt er. Mit nachhaltigen Preissteigerungen rechnet er frühestens in ein paar Monaten: "Reales Aufwärtspotenzial auf das Preisniveau von 50 bis 55 US-Dollar wird sich wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 einstellen."

In der kommenden Woche tritt das Öl-Kartell Opec zusammen. Die Mitgliedsstaaten werden ihre beschlossenen Förderkürzungen dann voraussichtlich um mindestens drei bis sechs Monate verlängern. "Schließlich muss die Opec einen Ausgleich zwischen den kurzfristig schwächelnden Nachfrageperspektiven und dem Ziel einer sinnvollen Verknappung der Förderbedingungen bis Ende 2021 finden", erklärt Salden. Nicht zuletzt in Erwartung dieses Treffens hat der Ölpreis zuletzt angezogen. Zugleich bleibt aber die Ölnachfrage wegen der anhaltend hohen Infektionsdynamik in vielen Teilen der Welt niedrig, prognostiziert der Vontobel-Experte.

Angebot könnte sich verknappen
Die Förderbeschränkungen der Opec dürften im Sommer kommenden Jahres enden, sagt Salden. Sie werden aber wohl nicht auf einen Schlag wegfallen, sondern sukzessive rückgängig gemacht werden. Das könnte den Ölpreis im zweiten Halbjahr 2021 dann in die Höhe treiben. Zugleich steigen die Fördermengen in Staaten außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder wie den USA, Mexiko und Brasilien nicht so stark an. "Das könnte bis Ende 2021 zu knapperen Angebotsbedingungen führen", sagt Salden.

Über die Spanne von 55 bis 65 US-Dollar je Fass dürfte der Ölpreis erst dann wieder steigen, wenn auch die Nachwehen der Corona-Krise ausgestanden sind. Zuerst müssen die immer noch gut gefüllten Öl-Lager geleert werden. Dann muss die Luftfahrt wieder in Schwung kommen, sodass Airlines sich vermehrt über den Kauf von Futures gegen steigende Rohölpreise absichern. (fp)

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