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Das "V", ein "U" oder gar ein "L": Welcher Buchstabe künftig zutrifft

Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW, beschäftigt sich mit den Aussichten, worauf wir uns konjunkturell einstellen müssen. Kommt es zu V- oder U-förmigen Erholungen oder gar zu einem frustrierenden L – das ist hier die Frage, die differenziert beantwortet wird.

Uwe Burkert, Chefvolkswirt der LBBW
Uwe Burkert, Chefökonom der LBBW
© LBBW

Wie man aus einer Krise wieder herauskommt, liegt unter anderem auch daran, in welchem Zustand man sich am Vorabend der Krise befunden hat. Welche Kriterien betrachten wir, um die Form der Erholung beziehungsweise das weitere Wachstumspotenzial zu bestimmen?

Wirtschaftsstruktur wichtiges Element
Zunächst sei hier der Vorkrisenwachstumspfad zu nennen, so Uwe Burkert. "Hier sind wir in Deutschland im Jahr 2019 nicht mehr dynamisch unterwegs gewesen. Unser Wachstumspfad
hat sich mit +1,7  Prozent im Zeitraum 2017 bis 2019 deutlich abgeflacht – und auch ohne Corona wäre 2020 kein wirklich gutes Konjunkturjahr geworden". Weitere Kriterien sind die Intensität der Corona-Ausbreitung, die Dauer und Tiefe des Lockdowns respektive die generelle Strategie der Eindämmung und wie zügig das Wiederaufsperren erfolgt. "Hier zeigt sich, dass Deutschland sehr vorsichtig, aber insgesamt sehr angemessen reagiert hat. Auch die Öffnung erfolgt –zumindest noch – sehr kontrolliert. Aber natürlich ist die Prognose des Konjunkturverlaufs sehr stark von der Wirtschaftsstruktur des jeweiligen Landes abhängig."

Ausmaß und Ausgestaltung der Rettungspakete wichtige Elemente
Ganz offensichtlich wird dies bei Ländern, die sehr stark touristisch geprägt sind. So haben Italien oder Spanien einen sehr hohen Tourismusanteil an der Gesamtwirtschaftsleistung.
Rette sich, wer kann…. Und damit kommt ein weiteres Kriterium zum Zug. Burkert dazu: "Wie gut sind die staatlichen Rettungspakete ausgestattet – wie viel Stützung kann sich und will sich ein Staat leisten? Und da zeigt sich, dass Deutschland mit Direkthilfen und Kreditgarantien mit zusammen rund 23 Prozent des BIPs deutlich mehr tut beziehungsweise auch tun kann als
Frankreich, Spanien oder Italien."

Für Deutschland ein tiefes V, für Italien ein L erwartet
Was heißt das nun für Deutschland? Burkert führt aus: "Zunächst bekräftigen wir unsere BIP-Prognose für Deutschland für 2020 mit einer realen Schrumpfung des BIPs von sieben Prozent. Für 2021 erwarten wir eine Erholung und in deren Verlauf ein reales BIP-Wachstum vonvier Prozent. 2022 sollte unsere Gesamtwirtschaftsleistung wieder auf Vorkrisenniveau
sein." Zum Vergleich erwartet man für Italien dieses Jahr eine BIP-Schrumpfung um zehn Prozent, 2021 ein plus von 3,5 Prozent und die Erreichung des Vorkrisenniveaus erst Ende 2026 - wenn alles gut geht - und damit ein klares L für Italien. (kb)

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