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Uwe Burkert/LBBW: "Bitte keine Verschärfung der EZB-Politik!"

Die Politik der Mini- und Minuszinsen zieht mehr und mehr Kreise, und das Renditespektrum ins Negative verrückt. Eine Verschärfung dieser Politik, ist das Letzte, was Banken und Gesellschaft brauchen. Schließlich ist die Altersversorgung einer ganzen Generation durch diese Zinsdürre gefährdet.

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Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter Research der LBBW
© LBBW

Dieser Tage hat die Bundesrepublik Deutschland erstmals eine Anleihe im superlangen Laufzeitbereich von 30 Jahren begeben, die ohne Kupon auskommt. Bundesfinanzminister Scholz hat unterdessen keine einzige Anleihe mehr ausstehen, die einen positiven Ertrag abwirft. Mit allen diesen Papieren können Anleger und Sparer nur verlieren – schon vor Abzug der Inflation. 

Neues Maßnahmenbündel der EZB verheißt wenig Gutes
Im laufenden Jahr ist das gesamte Renditespektrum am Rentenmarkt im Euroraum ein weiteres Mal ins Rutschen gekommen. Ein wesentlicher Grund hierfür: Mario Draghi und seine
Kollegen im EZB-Rat haben ihre Geldpolitik einmal mehr verschärft. Uwe Burkert dazu: "Die  EZB-Banker haben mit sogenannten TLTRO-III-Geschäften neue Möglichkeiten geschaffen, um zusätzlich Zentralbankgeld in die Wirtschaft des Euroraums zu pumpen. Zudem will die EZB auf Einlagen, die bei der Notenbank hinterlegt werden, noch höhere Preise in Rechnung stellen als schon jetzt. Bislang steht dieser Zinssatz bei negativen 0,40 Prozent; demnächst könnten es negative 0,50 Prozent werden, noch tiefere Werte nicht ausgeschlossen."

Banken gleich mehrfach unter Druck
Aus Sicht der Geschäftsbanken im Euroraum wirke eine Verschiebung des Einlagesatzes weiter ins Negative ähnlich wie eine Steuererhöhung: sehr misslich in Zeiten, in denen die Banken viel Geld für die Erneuerung ihrer Informationstechnologie in die Hand nehmen müssten, so Burkert weiter. Zudem kämen aktuell neue Belastungen auf den Geschäftsbankensektor hinzu: Im Zuge eines absehbaren Abschwungs der Weltwirtschaft könnten verstärkt Kreditengagements ausfallen. Die eigentliche Krux bestehe indes darin, dass sich die EZB-Politik der Mini- und Minuszinsen am Finanzmarkt mehr und mehr durchfresse. Mittlerweile sind nicht nur deutsche Staatsanleihen sichere Verlustbringer. Vielmehr fallen auch immer mehr Pfandbriefe und Unternehmensanleihen in diese Kategorie.

EZB hat Einsehen mit den Banken, nicht aber mit den Sparern
Bei den Geschäftsbanken könnte die EZB, wie es aussieht, demnächst ein gewisses Einsehen haben. Die sinnbildliche Steuer auf Guthaben bei ihr könnte sie schon bald gestaffelt erheben,
sozusagen mit verschiedenen Steuersätzen für die einzelnen Anteile der Einlagen einer Geschäftsbank bei der EZB. Alternativ könnte es eine Freibetragsregelung geben, gleichfalls
bekannt aus dem Steuerrecht, vermutet der Chefökonom. 

Für die Mehrheit der Finanzmarktteilnehmer verbleibt ein Anlageumfeld, in dem es nur wenig zu verdienen gibt, es sei denn durch eine Investition in hochriskante Anlageformen. Burkert: "Gerade deren Erträge können sich indes, abhängig von einer damit einhergehenden, naturgemäß höchst schwankungsanfälligen Wertentwicklung, jederzeit in Luft auflösen. DSGV-Präsident Schleweis formuliert es mit Blick auf die EZB-Politik folgendermaßen: "Die Altersvorsorge schmilzt wie Schnee." Letztlich verhindert die EZB auf die lange Frist, dass eine ganze Generation Betroffener einen Kapitalstock aufbaut." (kb)

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