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US-Quartalsgewinne – zu gut für die Ewigkeit

Im dritten Quartal wuchsen die Gewinne im S&P 500 sehr stark. Im Vergleich zum Vorjahr, aber auch im Vergleich zum Covid-freien Jahr 2019. Jetzt folgt die Normalisierung, meinen die Experten der DWS Group.

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© vchalup / stock.adobe.com

Ein überraschend starkes Aktienjahr liegt hinter uns, der S&P 500 etwa hat dieses Jahr bereits über 25 Prozent an Wert bis zum Rücksetzer am Freitag gewonnen. Das hängt auch mit der ebenso überraschend guten Gewinnentwicklung zusammen. Im dritten Quartal lagen die Gewinne des S&P 500 rund 75 Prozent über dem Vorjahr, das jedoch stark durch Covid 19  verzerrt wurde.

Vergleich der Quartalszahlen mit jenen von 2019
Der folgende von der DWS erstellte Chart zeigt dabei zuallererst, dass 2021 nicht nur deutlich besser als 2020, sondern auch als 2019 lief - um ganze 31 Prozent liegen die Gewinne vorne (die Umsätze um 15 Prozent). Und 2019 war ja kein schlechtes Jahr.

S&P 500-Quartalsgewinne 2021 versus 2019

Quelle: Factset, DWS

Sektorbetrachtung
Schaut man sich die stärksten Sektoren an, ergibt sich ein uneinheitliches Bild aus zyklischen und strukturellen Gewinnern: zu Ersteren zählen der Energie- und der „Materials“-Sektor; zu letzteren Technologie und „Communications“, zu welchen auch die großen Internetplattformen gehören. Gesundheit und Finanzen profitierten von Sonderthemen. Interessanterweise konnten die letztgenannten vier Sektoren auch die Konsenserwartungen für das dritte Quartal am deutlichsten schlagen. Ein Grund dafür könnte in ihrer Kostenstruktur liegen, die gegenüber einigen der aktuellen Inflationstreiber weniger anfällig als die anderen Sektoren sein dürfte. Darüber hinaus dürften einige Firmen aus diesen Sektoren über  überdurchschnittliche  Preismacht verfügen. Insbesondere der Technologiesektor, der darüber hinaus durch seinen geringen variablen Kostenanteil über einen großen operativen Hebel verfügt.

Europa nicht auf Augenhöhe
All das klingt wieder einmal deutlich mehr nach USA als nach Europa. Der MSCI Europe konnte seine Gewinne gegenüber 2019 nur um 13 Prozent steigern. Längerfristig sieht es noch düsterer aus: Erst mit dem letzten Quartal hat es der MSCI Europe wieder geschafft, die gleichen Gewinne wie 2006 zu erzielen.

Im S&P 500 wird heute im Schnitt mehr als doppelt so viel wie 2006 verdient 
Das bezeugt, dass der US-Markt über deutlich mehr junge, margen- und wachstumsstarke Unternehmen verfügt als Europa, vor allem dank des Technologiesektors. Dieser bleibt einer der Favoriten der DWS, allerdings sucht das Haus auch nach Diversifikation. Ein Sektor, an den man dabei denkt, ist Gesundheit, der Wachstum zu einem relativ moderaten Preis bietet. Zum anderen glaubt man bei der DWS, dass der Finanzsektor einen gewissen Schutz gegen steigende Zinsen bietet (da er gewinnseitig davon profitiert). Insgesamt rechnet man mit einer Normalisierung des Gewinnwachstums des S&P 500 im nächsten Jahr auf sieben Prozent - unveränderte Unternehmenssteuern vorausgesetzt. Das reicht inklusive Dividenden und selbst unter Zugrundelegung einer leicht rückläufigen Bewertung (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis) immer noch für ein hoch einstelliges Renditeplus - solange die Zinsen mitspielen. (kb)

 

 

 

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