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US-Insider fliehen so schnell von der Börse wie seit 2012 nicht

Ein Warnsignal für Anleger, die die jüngste Marktschwäche zum Einstieg nutzen wollen, geht vom Investmentverhalten von Topmanagern aus. Die Investorengruppe hatte die Börsen-Talsohle im März korrekt vorausgesehen. Im aktuellen Ausverkauf ist sie bei weitem nicht dabei, auf Schnäppchenjagd zu gehen.

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© Stefan Meierhofer / stock.adobe.com

In den vergangenen vier Wochen haben Führungskräfte und Direktoren von S&P 500-Unternehmen eifrig Aktien ihrer eigenen Unternehmen abgestoßen. Das Verhältnis von Verkäufen zu Käufen zog so stark an, dass ein Insider-Barometer von Sundial Capital Research die schnellste Börsenflucht seit 2012 konstatierte.

Schnellste Absetzbewegung seit acht Jahren
Zwar können auch andere Faktoren als die Bewertung Insider-Verkaufsentscheidungen beeinflussen. Da Topmanager aber am besten über die Geschäftslage von Unternehmen informiert sein dürften, ist der Trend für Anleger eine wenig ermutigende Nachricht.

Ein Zehntel vom Top abgegeben
Der S&P 500 steuert auf den schlechtesten September seit der globalen Finanzkrise zu. Angesichts des 2,4 Prozent-Einbruchs am Mittwoch hat sich der Index inzwischen rund zehn Prozent vom Rekordhoch entfernt, das er am 2. September erreicht hatte. Die bisherigen Zuwächse seit dem Jahreswechsel sind dahin.

“Sie stimmen mit ihren Füßen ab”
Das sagte Dan Genter, Chef von RNC Genter Capital Management, mit Blick auf die Insiderverkäufe im Talk mit Bloomberg. „Es ist kein Signal, dass ihre Unternehmen in Zukunft nicht gut abschneiden werden. Aber eben nicht derart gut, vom Relative-Value-Ansatz her betrachtet.” In der vergangenen Woche haben Unternehmensinsider Aktien im Wert von rund 975 Millionen US-Dollar verkauft, mehr als doppelt so viel wie in der Vorwoche, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten der Börsenaufsicht SEC zeigen. Ihre Käufe stiegen um rund zehn Prozent, lagen allerdings dennoch nur bei elf Millionen US-Dollar. Zu den Führungskräften, die in diesem Monat Aktien abgestoßen haben, gehören Amy E. Hood, die Finanzchefin von Microsoft, und der CEO des US-Materialentwicklers Corning, Wendell P. Weeks.

Kaufgeil im März
Im März, nachdem die Börse in einen beispiellos rapiden Bärenmarkt abgerutscht war, hatten Unternehmensinsider den Aktiensturz eifrig für Käufe genutzt. Im Moment ist der S&P 500 billiger als vor drei Wochen, doch eine so günstige Gelegenheit wie im März bietet er noch nicht.

Die Liste von Konjunkturrisiken ist lange
Schwindende Chancen auf ein neues Stützungspaket im US-Kongress gehören hier ebenso dazu wie besorgniserregende Covid-19-Trends weltweit und verstärkte Spannungen zwischen den USA und China -ganz zu schweigen von den US-Präsidentschaftswahlen im November.  Gefahrenpotential für die aufkeimende Konjunkturerholung gibt es somit genug und damit auch für die noble Zurückhaltung der Insider bei Käufen. (kb)

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