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US-Hypothekenzinsen mit 5,29 Prozent auf neuem Hoch seit 2009

Der Traum vom Immobilieneigentum könnte sich für viele Amerikaner als unrealisierbar herausstellen. Denn steil ansteigende Hypothekenzinssätze machen die Finanzierung teurer und für einige, die keine Anzahlung leisten können, wohl zu teuer.

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© Andrey Popov / stock.adobe.com

Laut einer Analyse von MoneyTransfers.com stieg der Zinssatz für eine 30-jährige Festzinshypothek (Fixed Rate Mortgage; FRM) am 5. Mai 2022 sprunghaft auf 5,27 Prozent und erreichte damit ein 13-Jahres-Hoch. Im Gegensatz dazu lag der FRM vor einem Jahr noch bei 2,96 Prozent. Auch die 15-jährige FRM lag im Durchschnitt bei 4,52 Prozent, gegenüber 2,30 Prozent vor einem Jahr. "Die Amerikaner müssen für einen Hauskauf tief in die Tasche greifen", sagt Jonathan Merry, CEO von MoneyTransfers. Er fügt hinzu: "Größere monatliche Zahlungen drohen Käufer, die keine nennenswerte Anzahlung leisten können, zu verdrängen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eskalierender Mieten, die landesweit die Schwierigkeiten beim erstmaligen Erwerb von Wohneigentum noch verschärfen."

Steigende durchschnittliche Verkaufspreise setzten Käufer zusätzlich unter Druck
Der starke Anstieg der Hypothekenzinsen fällt auch mit dem sprunghaften Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise für Häuser zusammen. Zum Ende des vierten Quartals 2021 lag dieser Wert bei 423.600 US-Dollar. Im ersten Quartal 2022 stieg er jedoch um 1,44 Prozent auf 429.700 US-Dollar und erreichte damit ein Allzeithoch. Zu dieser Zeit hatte Amerika mit einer Inflation von 11,5 Prozent zu kämpfen, die die Kaufkraft stark einschränkte.

Die Begeisterung für Wohneigentum hat nicht nachgelassen
Die steigenden Hypothekenzinsen scheinen der Begeisterung für Eigentum an den eigenen vier Wänden keinen Abbruch getan zu haben. Trotz des Preisanstiegs übersteigt die Nachfrage nach Wohneinheiten das Angebot. Infolgedessen überbieten sich die Kunden gegenseitig bei der Suche nach Wohnungen, was deren Kosten in die Höhe treibt.

Quelle: Fed St. Louis

Covid-19 als Immobilienpreistreiber
Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie schossen die Immobilienpreise in die Höhe. Laut Marktstatistiken lagen sie 32 bis 39 Prozent über den Preisen vor der Pandemie. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie führten zu einer Zunahme der Home Office-Tätigkeit und damit zu einem Anstieg des Bedarfs an Umzugsmöglichkeiten. Zu dieser Zeit herrschte auf dem Markt bereits ein Mangel an Häusern, was teilweise auf die große Rezession zurückzuführen war. Diese Nachfrage hat sich fortgesetzt und die Hauspreise in die Höhe getrieben. Es gibt jedoch einen Hoffnungsschimmer in dieser Situation: Der Markt hat viele Investoren angezogen, die versuchen, die Lücke im Wohnungsangebot zu füllen.

Steht eine weitere Immobilienblase bevor?
In den letzten Jahren sind die US-Immobilienpreise um fast 34 Prozent gestiegen. Davon rund 20 Prozent im letzten Jahr. In der Vergangenheit sind die Immobilienpreise jedoch in der Regel um 4,6 Prozent pro Jahr gestiegen. Das Lohnwachstum von 4,8 Prozent im letzten Jahr hat mit dem Anstieg der Immobilienpreise nicht Schritt gehalten. Dies löst in der gesamten Branche Besorgnis aus. Viele fragen sich, ob die USA vor einer weiteren Immobilienblase wie im Jahr 2008 stehen könnten.

Geteilte Meinung
Die Meinungen zu diesem Thema sind geteilt. Auf der einen Seite glauben Experten wie Zillow und Morty, dass sich die USA in keiner Wohnimmobilienblase befindet. Sie argumentieren, dass die amerikanischen Hauskäufer von heute finanziell besser dastehen als ihre Pendants im Jahr 2008. Eine Studie der Bank of America untermauert dieses Argument. Die Studie zeigt, dass mehr als drei Viertel der Hauskäufer eine erstklassige FICO*)-Kreditwürdigkeit haben. Im Gegensatz dazu hatten 2008 nur 25 Prozent von ihnen einen solchen Wert.  Auch hier stieg die Hypothekenverschuldung auf 100 Prozent des Haushaltseinkommens, verglichen mit 65 Prozent heute.

Aber nicht alle teilen die Begeisterung von Zillow und Morty. Die Federal Reserve Bank of Dallas führte im März ebenfalls eine Untersuchung durch. Sie stellte fest, dass die Immobilienpreise die finanziellen Möglichkeiten vieler Amerikaner übersteigen. Sie fügte jedoch hinzu, dass eine etwaige Marktkorrektur nicht so stark ausfallen wird wie die von 2008. (kb)

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*) Der Fico-Score ist eine US-amerikanische Bewertungskennzahl für Kreditnehmer, vergleichbar mit der Schufa in Deutschland. Die Berechnungsmethode wurde 1989 vom Softwareunternehmen Fair, Isaac und Company (Fico) entwickelt. In das Fico-Rating fließen verschiedene Faktoren wie die Pünktlichkeit der Rückzahlungen, die Kreditarten oder auch die Kredithistorie ein. Die Bewertungsgrenzen liegen zwischen 300 und 850 Punkten. Je größer der Wert, desto kreditwürdiger ist ein Kreditnehmer. Schuldner mit einem Wert unterhalb von 620 Punkten erhalten sogenannte Subprime-Kredite. Die übermäßige Vergabe von Subprime-Krediten und deren Ausfall war einer der Auslöser für die Finanzkrise.

 

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