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US-Großbanken bestehen Stresstest, nun regnet es Dividenden

Die Fed hat den Großbanken bei der Bewältigung der Coronavirus-Krise ein gutes Zeugnis ausgestellt und die Beschränkungen für Dividenden und Aktienrückkäufe aufgehoben. Alle hätten bei den jährlichen Stresstests gut abgeschnitten und sind jetzt frei in Bezug auf Kapitalrückgaben an die Aktionäre.

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© magele-picture / stock.adobe.com

Die Fed hat die führenden Banken damit in die Lage versetzt, ihr Aktienrückkaufprogramme und Dividendenzahlungen wider vollumfänglich aufzunehmen, denn an Kapitalpolstern mangelt es den Geldhäusern nicht. Schließlich hat man in der Krise entsprechende Cash- Polster aufgebaut. 

Nun öffnen sich die Geldschleusen für die Aktionäre wieder
Nach dem Börsenschluss vom 28. Juni 2021 ist es den US-Banken erlaubt bekanntzugeben, wie viel sie ihren Aktionären direkt als Dividenden beziehungswiese indirekt durch Aktienrückkäufe zukommen lassen wollen. Erste Schätzungen gehen laut Bloomberg News davon aus, dass die größten sechs Banken inklusive J.P. Morgan, Bank of America und Citigroup mehr als 140 Milliarden US-Dollar an ihre Aktionäre zurückgeben könnten. Nach Schätzungen einiger Analysten von Barclays könnten sich die Kapitalrückzahlungen an die Investoren im kommenden Jahr auf gar 200 Milliarden US-Dollar belaufen.

Genug hartes Eigenkapital vorrätig
Der diesjährige Stresstest zeigte, dass das aggregierte harte Eigenkapital des US-Großbanken im Stressszenario auf aggregiert 10,6 Prozent fallen würde, was mehr als dem Doppelten des regulatorischen Minimum von 4,5 Prozent entspricht. Diesem Wert am näherte sich am ehesten Goldman Sachs mit 8,8 Prozent an, Wells Frago war auf demselben Niveau. "Im letzten Jahr hat die Fed drei verschiedene Stresstests mit verschiedenen hypothetischen Rezessionen durchspielen lassen, und alle haben bestätigt, dass das US-Bankwesen stark genug positioniert ist, um die fortschreitende Wirtschaftserholung zu unterstützen", sagte das für die Bankenüberwachung zuständige Fed-Vize Randal Quarles.  

Hypothetisches Szenario
Das diesjährige Test-Set-Up ging von einer hypothetischen Krise mit elf Prozent Arbeitslosigkeit und einem Rückgang am Aktienmarkt von mehr als 50 Prozent aus. Am Ende errechnet sich der sogenannte "Stress Capital Buffer", der besagt, wie viel Kapitalüberschuss vorhanden ist, um dieses an die Investoren zurückzugeben. Im Unterschied zu früheren Stresstests, brauchten die Banken dieses Mal nicht die Zustimmung der Fed für die Verwendung überschüssigen Kapitals, solange sie über den Minimum an hartem Eigenkapital blieben. Sollte eine Bank unter diese Kapitalgrenze und damit den Stress Capital Buffer fallen, drohen Sanktionen seitens der Fed. Diese können Beschränkunegn bei Boni und Dividendenzahlungen beinhalten. 

Gegner diese nun anstehenden Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe, die von Wall Street goutiert werden, ist etwa die demokratische Senatorin Elisabeth Warren. Sie kritisierte wiederholt Share Buybacks, die sie als Marktmanipulation zugunsten des Top Managements ansieht, das sich dadurch bereichern würde. Stattdessen sollten die Banken das Überschusskapital in ihr Geschäft und die Belegschaft investieren, meint die weit links stehende Politikerin. (kb)


 

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