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Uniqa begibt ersten Versicherungs-Green-Bond

Der börsenotierte Versicherungskonzern Uniqa nimmt 800 Millionen Euro Fremdkapital auf. 600 Millionen dienen dazu, den Kauf der Axa-Gesellschaften in Osteuropa zu finanzieren. 200 Millionen werden als "Green Bond" verkauft. Es ist die erste Anleihe dieser Art eines österreichischen Versicherers.

Kurt Svoboda, Uniqa
Kurt Svoboda, Uniqa: "Der Green Bond ist eine Ergänzung für viele Investoren."
© Marlene Fröhlich / FONDS professionell

Die im Februar bekannt gegebene Übernahme der Axa-Gesellschaften in Polen, der Slowakei und in Tschechien mit einem Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte des österreichischen Versicherungskonzerns Uniqa. Um den Kauf zu stemmen, nimmt das Unternehmen 600 Millionen Euro bei Anleiheinvestoren auf.

Deal bringt 800 Millionen Euro an Prämien jährlich
Dabei zeigt sich, dass trotz des jüngsten Corona-bedingten Dämpfers das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen hoch ist: Die Senior-Anleihe war laut einer Aussendung 5,3-fach überzeichnet. Der Bond mit zehn Jahren Laufzeit und einem S&P-Rating von "A-" wirft einen Kupon von 1,375 Prozent pro Jahr ab. Der Emissionskurs wurde mit 99,436 Prozent des Nennbetrags festgelegt.

Die Uniqa hatte heuer aufgrund der Corona-Krise ein negatives Ergebnis für das erste Quartal verkündet und auch für das Gesamtjahr ein "möglicherweise negatives Ergebnis vor Steuern" prognostiziert. Zwar waren die Prämien gestiegen, aber bei den Kapitalanlagen gab es einen Einbruch und die Kosten legten zu. Die Akquisition in Osteuropa bringt dem Versicherer nun rund fünf Millionen Kunden, 2100 Mitarbeiter und 800 Millionen Euro Prämie jährlich. Das Unternehmen wird dadurch von der Nummer Sieben zur Nummer Fünf in Zentral- und Osteuropa.

Grüne Anleihe noch höher überzeichnet
Abseits der Senior-Anleihe emittiert die Uniqa auch eine "grüne" Nachranganleihe im Ausmaß von 200 Millionen Euro. Hier gab es eine 9,2-fache Überzeichnung – und damit noch deutlich mehr Nachfrage als beim Senior-Bond. Die Uniqa "platziert als erste österreichische Versicherung eine Anleihe, bei der wir uns verpflichten, im gleichen Ausmaß der Emissionserlöse in Projekte zum Schutz unserer Umwelt und unseres Klimas zu investieren", so Kurt Svoboda, Chief Financial and Risk Officer der Uniqa Insurance Group. Das Finanzinstrument sei eine Ergänzung im Portfolio vieler Investoren.

Die Nachranganleihe mit einem Kupon von 3,25 Prozent per annum ist nach Ablauf von 15,25 Jahren und vorbehaltlich bestimmter Bedingungen zur Rückzahlung vorgesehen. Sie kann aber von der Assekuranz erstmals nach 5,25 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen ordentlich gekündigt werden. Das Rating liegt bei "BBB". Der Emissionskurs wurde mit 99,507 Prozent des Nennbetrags festgelegt. Beide Anleihen sollen im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse gelistet werden. Als Emissionsdatum ist der 9. Juli 2020 vorgesehen.

Projekte in Wind, Solar, Müllverwertung, Wasser und Transport
Mit der Anleihe über 200 Millionen Euro verpflichtet sich das Unternehmen, den selben Betrag innerhalb der nächsten zwei Jahre in nachhaltige Investments zu stecken. In Frage kommen dabei ausschließlich Projekte in Europa oder den OECD-Ländern aus den Bereichen Windenergie, Solarenergie, Müllverwertung, umweltschonende Transportlösungen und Wasserverwertung, wie es heißt. Ein von unabhängigen Dritten geprüfter Jahresbericht zur Investitionstätigkeit soll den positiven Effekt auf die Umwelt darlegen. (eml)

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