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Unicredit-Chef will Vertrag nicht verlängern

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Jean Pierre Mustier

© Unicredit

Die italienische Großbank Unicredit, Mutterinstitut der Hypovereinsbank (HVB) und der Bank Austria, muss sich einen neuen Chef suchen. Jean Pierre Mustier werde mit Ablauf seines Mandats im April 2021 die Tätigkeit des Vorstandsvorsitzenden beenden, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters".

In den letzten Monaten sei deutlich geworden, dass seine strategische Vorstellungen nicht mit denen des Verwaltungsrats im Einklang stünden, erklärte Mustier. Daher werde er nach dem Auslaufen seines Vertrags im April gehen, wie Mustier und Unicredit übereinstimmend mitteilten. Nach seinem Amtsantritt Mitte 2016 brachte der Franzose mit einem radikalen Sparprogramm das Geldhaus wieder auf Kurs.

Wesentlichste Streitpunkte zwischen Verwaltungsrat und Mustier seien ein mögliches Gebot für Monte dei Paschi di Siena und der Plan, das Italien-Geschäft und das Auslandsgeschäft der Unicredit zu trennen, wie Reuters von Insidern erfuhr. Mustier hat sich laut den Informationen gegen die Übernahme von Monte Paschi ausgesprochen. Doch auf Druck der italienischen Politik solle er ein Gebot für die älteste Bank der Welt abgeben, die unter einem Berg von faulen Krediten und teuren Rechtsstreitigkeiten leidet. Nach den Vorgaben der EU muss das Institut allerdings wieder privatisiert werden. Mustier habe strenge Bedingungen für jeden etwaigen Deal aufgestellt, so die Insider.

Mustier hat seit seinem Amtsantritt mehr als 20.000 Jobs gestrichen, haufenweise faule Kredite abgetragen und sich von Geschäften getrennt. Die Finanzierung erfolgte unter anderem mit einer Kapitalerhöhung. Seinem Vorhaben, nach dem Umbau Kapital an die Aktionäre zurückzugeben, machte die Corona-Krise und das Dividendenverbot der europäischen Bankenwächter einen Strich durch die Rechnung. (mb)

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