Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Wirtschaftsweiser Lars Feld beim Investmentforum in Frankfurt

Prof. Feld, der Topökonom und Leiter des Walter Eucken Institut Freiburg spricht über die wirtschaftliche Lage in Deutschland und der EU. Gelingt der Weg zurück zum „Normalniveau“? Melden Sie sich gleich an und erfahren Sie mehr!

Anzeige
| Theorie
twitterlinkedInXING

Umfrage unter Institutionellen sollte Asset Manager aufrütteln

Ein von Allianz Global Investors veröffentlichter Report stellt einen Weckruf für aktive Investmentmanager dar. Diese sollten sich in einer Reihe erfolgskritischer Bereiche mehr anstrengen, um Großanleger von ihrem Leistungsversprechen zu überzeugen.

Andreas Utermann
Andreas Utermann, CEO von Allianz Global Investors: "Dieser Report ist ein Weckruf für die aktiven Vermögensverwalter, die noch nicht sehen, wie grundlegend sich unsere Branche verändert."
© Allianz Global Investors

Allianz Global Investors (AGI) hat in dem jüngst vorgestellten Report "Staying Active: Regaining trust in active management" (“Aktiv bleiben: Wie Aktives Management Vertrauen zurückgewinnen kann”) analysiert, auf welche Bereiche sich die Branche konzentrieren muss, um Anleger mit deutlichem Mehrwert zu überzeugen.

Wenig Vertrauen in aktive Manager
Der Report beruht auf einer weltweiten Umfrage rund 500 institutionellen Investoren, die ein verwaltetes Vermögen von über 15 Billionen US-Dollar repräsentieren. Die Umfrage zeigt, dass aktive Manager zwar am besten in der Lage sind, Anlegern bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Herausforderungen zu unterstützen, das allgemeine Vertrauen in aktive Manager jedoch eher gering ist.

Weniger als ein Viertel (23%) der Befragten gab an, dass aktiv gemanagte Portfolios die Kosten wert seien. Im Gegensatz dazu sagten aber 61 Prozent, dass sie aktives Management für die beste Option bei gering korrelierten Märkten halten, und sogar 71 Prozent, dass aktive Manager am besten in der Lage sind, die Anlagechancen zu nutzen, die sich mit der digitalen Transformation bieten.

Performance ist am wichtigsten
Performance ist der wichtigste Faktor bei der Auswahl der Anlagemanager, aber laut Umfrage nicht der einzige. 48 Prozent der Befragten gaben an, dass Performance eine ihrer Top-Drei-Prioritäten bei der Auswahl sei. Die befragten Investoren haben aber auch eine klare Präferenz für weitreichende, langfristige Geschäftsbeziehung mit ihrem Investment Manager, der in der Lage ist, ihre Geschäftsziele und Herausforderungen verstehen (41%). Sie suchen auch nach Managern, die sich mit ihren sich verändernden Bedürfnissen weiterentwickeln (40%), was für beide Seiten vorteilhaft ist.

Fünf Schlüsselkriterien
Der Bericht nennt fünf Schlüsselbereiche, denen sich Vermögensverwalter verstärkt widmen sollten, um neues Vertrauen und langfristiges Engagement von Kunden zu gewinnen:

  • Innovative Risikoansätze: Weniger als die Hälfte der befragten Investoren ist der Meinung, dass sie über ein geeignetes Instrumentarium zur Bewältigung von Extremrisiken (“tail risks”) verfügt.
  • ESG: 61 Prozent der Befragten sagen, dass aktive Manager besser als passive den Wert ihrer Anlagen im langfristigen Kundeninteresse begleiten, aber 60 Prozent sind verwirrt durch die unterschiedlichen ESG-Ansätze. Dennoch planen 72 Prozent der Institutionellen, ihr gesamtes Vermögen bis 2030 unter Berücksichtigung von ESG-Faktoren zu verwalten; 38 Prozent wollen dies schon 2025 erreichen. In Deutschland liegen die Zahlen noch höher: Über die Hälfte will bis 2025 umstellen, bis 2030 sogar 83 Prozent.
  • Alternative Anlagen: 45 Prozent werden durch ein Überangebot an neuen Produkten abgeschreckt, 61 Prozent würden mehr in alternative Anlagen investieren, wenn die Strategien transparenter und klarer wären.
  • Einsatz neuer Technologien: 61 Prozent der institutionellen Investoren glauben, dass aktive Manager besser Marktchancen nutzen, die durch den Einsatz von KI und Big Data entstehen.
  • Innovative Gebührenmodelle:  68 Prozent sprechen sich für leistungsorientierte Gebührenstrukturen aus, in Deutschland liegt diese Zahl sogar bei 83 Prozent.

„Weckruf für aktive Vermögensverwalter“
"Dieser Report ist ein Weckruf für die aktiven Vermögensverwalter, die noch nicht sehen, wie grundlegend sich unsere Branche verändert. In dem herausfordernden Marktumfeld von heute ist aktives Management wichtiger denn je“, erklärt Andreas Utermann, CEO von Allianz Global Investors. „Tatsächlich kann nur aktives Management die Art von maßgeschneiderten Lösungen liefern, um vielen der genannten Herausforderungen in Bezug auf disruptive Technologien, innovative Gebührenmodelle und ESG adäquat zu begegnen. Nur dann können sie sich in einem überfüllten und sich konsolidierenden Markt abheben und erfolgreich sein."

Volatilität ist größte Sorge
Der Bericht befragte die Anleger auch nach ihren wichtigsten Sorgen für 2019, wobei 80 Prozent die Marktvolatilität nannten, 79 Prozent die Geldpolitik und 75 Prozent die Inflation. Fast neun von zehn (87%) der Befragten sind der Ansicht, dass Anleger in dem Jahrzehnt seit der Finanzkrise in Bezug auf Risikomanagement „nachlässig“ geworden seien. Hier heben sich die Aussagen von deutschen Institutionellen zum Teil deutlich ab: Nur 65 Prozent sorgen sich wegen Inflation, und nur 75 Prozent monieren Nachlässigkeit seit der Finanzkrise. (aa)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen