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Umfrage: Stiftungen halten an Unternehmensbeteiligungen fest

Österreichs Privatstiftungen stehen trotz Krise zu den heimischen Unternehmen, zeigt die jüngste Ausgabe des "Stiftungsmonitors". Die Umfrage hat darüber hinaus einige überraschende Ergebnisse gebracht.

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© styleuneed / stock.adobe.com

Die Wirtschaft der Alpenrepublik mag unter der Corona-Krise leiden, eine wichtige Geldquelle bleibt ihr auf absehbare Zeit jedoch erhalten. Drei von vier österreichischen Privatstiftungen halten Unternehmensbeteiligungen und erwarten zur überwiegenden Mehrheit eine positive Entwicklung ihrer Investitionen. Das ergab der Stiftungsmonitor 2020, eine Umfrage von Stiftung-Nextgen, LMM Investment Controlling und der Universität Seeburg.

Wichtiger Faktor
„Der Hintergrund der Umfrage war kein rein wissenschaftlicher, sondern vor allem ein praktischer“, erklärt Manfred Wieland, der Gründer von Stiftung-Nextgen. „Wir wollten in Erfahrung bringen, wo Stiftungen in Bezug auf Managementqualität stehen und in welchen Bereichen es Unterstützungspotenzial gibt. Das ist deshalb wichtig, weil Privatstiftungen ein wesentlicher Faktor einzelner Familien und vor allem auch ein volkswirtschaftlicher Faktor sind.“

Wieland führte die Umfrage mit Stefan Kargl von LMM Investment Controlling und Christoph Stöckmann, dem Rektor der Privatuni Seeburg durch. Befragt wurden über hundert Mitglieder von Stifterfamilien (sowohl Stifter als auch Begünstigte) sowie Experten in beratender Funktion.

Nur elf Prozent erwarten negative Entwicklung
Die Ergebnisse des Stiftungsmonitors 2020 waren für die Initiatoren der Umfrage in mancherlei Hinsicht überraschend. Die Annahme, dass Privatstiftungen aufgrund der rechtlichen und steuerlichen Änderungen der letzten Jahre massiv an Reiz verloren hätten, bewahrheitete sich etwa nicht. Da ist eine eine positive Erkenntnis, zumal Privatstiftungen hinter 80 der 100 erfolgreichsten österreichischen Unternehmen und damit auch hinter rund 400.000 Arbeitsplätzen stehen.

Daran soll sich in naher Zukunft nichts ändern, der Krise zum Trotz. Denn laut Stiftungsmonitor erwarten nur elf Prozent der Befragten eine negative Entwicklung der Unternehmensbeteiligungen ihrer Privatstiftungen im Jahr 2021.

Trotz Niedrigstzinsen: Konservative Anlage
Daneben zählt unter anderem die unvermindert konservative Ausrichtung der Privatstiftungen zu den interessantesten Aufschlüssen der Umfrage. „Nur 19 Prozent der Anlageresultate übertreffen die Benchmark. 77 Prozent der Gelder sind konservativ bzw. ausgewogen investiert. 81 Prozent erzielen ein schlechteres Ergebnis als die Benchmark“, erläutert Wieland. Aktuelle Trends kommen hier kaum zum Tragen: „Nachhaltigkeit ist noch nicht in den Stiftungsdepots angekommen. Und maximal 40 Prozent der Stiftungen verwenden digitale Prozesse zur Steuerung und Kontrolle.“

Unzufriedenheit mit Betreuung
Des Weiteren macht die Umfrage Mängel in der Kommunikation zwischen Banken und Stiftungen sichtbar. Auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) wurde der Service der Banken (Beratung, Berichterstattung, etc) im Corona-Jahr nur mit der Note 3 bewertet.

Nächste Umfrage schon in Planung
Stiftung-Nextgen setzt bei solchen Missständen an und bietet laut eigenen Angaben entsprechende Beratung durch Webinare, Zivilrechts-, Steuer- und Portfolio-Checks sowie eine Vielzahl weiterer Services. Ein regelmäßiger Überblick der Entwicklungen im Privatstiftungssektor scheint aber auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive sinnvoll. „Wir werden den Stiftungsmonitor künftig einmal im Jahr durchführen“, kündigt Wieland abschließend an. (aa)

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