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Überraschung: EZB könnte QE anheben wenn Pandemieprogramm ausläuft

Während viele Marktteilnehmer angesichts immer höherer Inflationsraten damit rechnen, dass die EZB ihren Fuß zumindest etwas vom geldpolitischen Gaspedal nimmt, kommen von einem EZB-Ratsmitglied konträre Signale.

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© Sergii Figurnyi / stock.adobe.com

Die Europäische Zentralbank wird über eine Steigerung der regulären Bondankäufe diskutieren, wenn das Pandemie-Notkaufprogramm ausläuft. Diese Erwartung äußerte das estnische Ratsmitglied Madis Muller in einem Interview mit Bloomberg. Eine beschlossene Sache sei eine solche Erhöhung allerdings noch nicht. 

Die Erholung in der Eurozone sollte es der EZB erlauben, das 1,85 Billionen Euro schwere Notankaufprogramm im März zu beenden. Die Ratsmitglieder werden jedoch darüber sprechen, wie man es vermeiden kann, die Konjunktur wieder aus der Bahn zu werfen, wenn die Unterstützung zurückgefahren wird. 

Eine Möglichkeit dafür wäre die Ausweitung des bestehenden Programms über die bisher budgetierten 20 Milliarden Euro pro Monat, sagte Muller im Interview in der estnischen Hauptstadt Tallinn.

“Mir ist klar, dass es ein Problem wäre, wenn es am Ende des Pandemie-Notfallkaufprogramms einen sehr harten Klippeneffekt gäbe”, so der Gouverneur der estnischen Notenbank. 

Eine Steigerung des älteren Ankaufprogramms APP sei “Teil der Diskussion darüber, wie wir das PEPP auslaufen lassen und was das für die weiteren Ankäufe bedeutet”, so Muller. “Und diese Entscheidung wird natürlich auch von den Marktbedingungen abhängen.”

Rechtliche Probleme befürchtet
Muller äußerte sich ähnlich skeptisch wie andere Ratsmitgliedern zu der Idee, das APP umzugestalten und einige der flexibleren Regeln des PEPP zu übernehmen. “Ich denke hier müssen wir vorsichtig sein, um nicht in rechtliche Probleme zu geraten”, sagte Muller. “Ich denke nicht, dass wir die Flexibilität aus dem PEPP nehmen und einfach in das vorige Ankaufprogramm übertragen können. Es war angemessen in dieser speziellen Pandemie-Krisensituation.”

Muller äußerte sich zustimmend zu Inflationsprognosen, die von einer Beschleunigung der Teuerung ausgehen. “Es ist wahrscheinlicher, dass die Inflation zum Beispiel in 2023 höher als 1,5 Prozent ausfallen wird als niedriger. Das gleiche gilt für die Inflationsprognose von 1,7 Prozent für 2022.” (aa)

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