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Überangebot am Ölmarkt bedingt Ende der Hausse

Einerseits lässt die Ölnachfrage mit schwächerem Weltwirtschaftswachstum nach, andereseits steigt die US-Ölproduktion stark an. Dazu kommen Saudi-Arabien und Russland mit ihrem Rekord-Output. Entspannung kommt wohl erst Ende 2019, wenn OPEC+ und Kanada die Produktion ab Januar um 1,5 mbpd drosseln.

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Dr. Frank Schallenberger, Gruppenleiter FX/Commodity Research bei der LBBW 
© LBBW

Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent hatte seit Anfang 2016 sehr stark zugelegt. Von unter 30 US-Dollar im Januar 2016 stieg die Notierung bis Anfang Oktober 2018 auf knapp 87 US-Dollar. Anschließend brach der Ölpreis jedoch in sehr kurzer Zeit auf unter 60 US-Dollar je Barrel ein.

Vielfältige Gründe für den kräftigen Ölpreisverfall
Zum einen haben sich die Perspektiven für das Weltwirtschaftswachstum 2019 zuletzt etwas eingetrübt, schreibt Dr. Schallenberger, so dass auch die Ölnachfrage im kommenden Jahr an Dynamik verlieren dürfte. Nach einem Plus von 1,3 Millionen Barrel pro Tag (mbpd) im  laufenden Jahr wird die Ölnachfrage 2019 voraussichtlich nur noch um 1,1 mbpd zulegen. Zum anderen ist das Ölangebot in den letzten Monaten sehr stark gestiegen. Alleine die drei größten Förderländer USA, Saudi-Arabien und Russland haben ihren Output von Januar bis
November 2018 zusammen um 3,4 mbpd erhöht.

Dazu komme, dass die US-Sanktionen, die sich unter anderem gegen iranische Ölexporte
richten sollten, überraschend für ein halbes Jahr ausgesetzt wurden. Der Output der Islamischen Republik dürfte daher zunächst nicht so stark wie ursprünglich befürchtet einbrechen. 

Spekulanten und US-Dollar verstärken den Abwärtstrend
Auch der festere US-Dollar dürfte den Abwärtstrend beim Ölpreis verstärkt haben. Immerhin befestigte sich der Greenback von ca. 1,18 EUR/USD Ende September in der Spitze bis auf rund 1,1250 EUR/USD Mitte November. Daneben hat sich auch die Netto-Long-Position der
Spekulanten deutlich reduziert. Anfang Oktober lag die Summe der Long-Positionen auf Brent und WTI abzüglich der Short-Positionen noch bei 814.000 Kontrakten bzw. ca. 66 Mrd. USD. Bis Anfang Dezember ist die Netto-Long-Position jedoch um rund 500.000 auf etwa 300.000
Kontrakte bzw. um fast 50 Milliarden auf rund 17 Milliarden US-Dollar abgesackt. Das visualisiert die folgende Grafik

Netto-Long-Position WTI und Brent

Quelle: Refinitiv, LBBW Research

Angebotsüberschuss bleibt bestehen
Unter der Annahme, dass die weltweite Ölnachfrage 2019 um 1,1 mbpd zunehmen und die US-Ölförderung um rund 1 mbpd ansteigen wird, dürften die Outputkürzungen der OPEC+ und Kanada von 1,2 mbpd beziehungsweise 0,3 mbpd nicht ausreichen, um den Angebotsüberschuss am Ölmarkt zu beseitigen. In Q4/2018 dürfte der Angebotsüberschuss bei rund 0,8 mbpd liegen. Dies schlägt sich unter anderem in steigenden Lagerbeständen nieder. Alleine in den USA sind die Öllager seit Mitte September um ca. 10 Prozent auf zuletzt 443 Millionen Barrel angestiegen. Im Laufe des kommenden Jahres dürfte sich der Angebotsüberschuss zwar reduzieren – allerdings wird vermutlich auch noch in Q4/2019 ein
Überangebot von ca. 0,3 mbpd bestehen. 

Fazit: Ölpreishausse ist zunächst Geschichte
Der Ölpreis hat in den letzten Wochen deutlich nachgegeben. Extrem starke Angebotsausweitungen - insbesondere in Saudi-Arabien und den USA - haben für ein Überangebot am Ölmarkt gesorgt. Die OPEC und weitere Ölförderstaaten (vor allem Russland und Kanada) wollen ab Anfang 2019 die Förderung um 1,5 mbpd drosseln. Schallenberger dazu: "Dies dürfte nicht ausreichen, um das hohe Überangebot am Ölmarkt vollständig  abzubauen. Wir rechnen daher kurzfristig mit einem weiteren Nachgeben des Ölpreises auf 55 US-Dollar je Barrel. Erst im Jahresverlauf 2019 dürfte sich die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage am Ölmarkt langsam einengen. Vor diesem Hintergrund rechnen wir zum  Jahresende 2019 mit einer leichten Erholung beim Ölpreis bis auf 60 US-Dollar je Barrel." (kb)

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