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Trotz Ukrainekrise: Russlands Weizen geht weiter in die Welt hinaus

​Auch einige Monate nach Beginn des Krieges in der Ukraine ist der Appetit auf russischen Weizen in der Welt ungebrochen, und es gibt kaum Anzeichen für einen baldigen Rückgang der Exporte.

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Weizenernte in Russland
© Bloomberg / Bloomberg News

Zu Beginn von Moskaus Invasion im Nachbarland waren die Ausfuhren kurzzeitig zurückgegangen, weil einige Händler mit Finanzierungs- und Logistikproblemen zu kämpfen hatten. Inzwischen lägen Russlands Weizenlieferungen wieder im Rahmen der üblichen Mengen, wie Bloomberg berichtet. 

Getreidesektor nicht mit Sanktionen belegt
Trotz gestiegener Fracht- und Versicherungskosten verkaufen russische Unternehmen und internationale Händler wie Viterra weiterhin große Mengen. Der Getreidesektor wurde nicht mit Sanktionen belegt und die Akteure im Geschäft stehen auch nicht so stark unter Druck, ihre Geschäfte einzuschränken, wie es in anderen Branchen der Fall ist. Eine Verringerung der russischen Weizenexporte könnten den Hunger in der Welt verschärfen - zumal die Getreideexporte der Ukraine im Zuge des Krieges abgesackt sind. Im März hatten Befürchtungen über Engpässe am Weltmarkt die Preise des Getreides bereits in beispiellose Höhen getrieben.   

“Es besteht eine hohe Nachfrage nach Weizen aufgrund der allgemeinen Besorgnis über die nächste Saison und Wetterprobleme in verschiedenen Teilen der Welt”, sagt Dmitry Rylko, Generaldirektor des in Moskau ansässigen Instituts für Agrarmarktstudien im Talk mit Bloomberg.

Indische Exportbeschränkungen treiben Weizenpreis am Terminmarkt
Zum Wochenstart hat der Weizenpreis am Chicagoer Teminmarkt ein Zwei-Monats-Hoch erreicht angesichts der Nachricht, dass Indien den Export des Getreides beschränkt. Die Regierung in Neu-Delhi will mit der Maßnahme die Versorgung im Lande sicherstellen, nachdem eine Hitzewelle der Ernte zugesetzt hat.   

Zeitweise wurden am Montag 12,47 US-Dollar je Bushel gezahlt und damit fast sechs Prozent mehr als am Freitagabend. Seit dem Jahresbeginn hat sich Weizen um rund 60 Prozent  verteuert, was die Preise von Brot, aber auch Kuchen und Nudeln in die Höhe treibt. 

Russischer Weizen wird rund um den Globus konsumiert
Russland unterhält traditionell engere Beziehungen zu vielen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas, die zu den Ländern gehören, die am meisten auf seinen Weizen angewiesen sind.

Russland gibt bei Weizenexporten Gas
Vor dem Krieg waren die russischen Weizenlieferungen aufgrund einer geringeren Ernte und von Exportbeschränkungen gegenüber dem Vorjahr um etwa 24 Prozent zurückgegangen. Im März exportierte das Land rund 1,7 Millionen Tonnen, verglichen mit 1,1 Millionen Tonnen im selben Monat des Vorjahres. Im April beliefen sich die Exporte auf 2,1 Millionen Tonnen.

Ausländische Agrarunternehmen sind seit Beginn des Krieges weitgehend in Russland geblieben, obwohl einige ankündigten, im Lande keine neuen Investitionen mehr zu tätigen. Ihr Anteil an den russischen Weizenexporten ist in den letzten Jahren stetig gefallen. Im Aufwind sind staatlich kontrollierte Unternehmen, da die Regierung in Moskau dem Agrarsektor eine zunehmende strategische Bedeutung beimisst. 

Liste der größten Exporteure russischen Weizens mit Viterra auf Platz drei
Im April war Viterra, die zu Glencore gehört, laut Daten des Marktbeobachters Logistic der drittgrößte Exporteur russischen Weizens, nach den russischen Firmen Trading House RIF und Aston. Auch die globalen Handelsriesen Cargill und Louis Dreyfus exportierten etwas Weizen aus Russland. 

Viterra besitzt gemeinsam mit VTB das Getreideterminal Taman am Schwarzen Meer. Louis Dreyfus hat ein Terminal am Asowschen Meer. Archer-Daniels-Midland und Cargill sind ebenfalls vertreten. Bunge verkaufte im März ihr Getreideterminal in Rostow. Ein Sprecher von Viterra bestätigte, dass das Unternehmen neue Entwicklungs- und Expansionsprojekte in Russland ausgesetzt hat, äußerte sich jedoch nicht dazu, ob das Unternehmen den Handel einschränken wird. Cargill verwies auf eine frühere Erklärung, wonach das Unternehmen zwar keine Investitionen mehr tätige, aber weiterhin Lebens- und Futtermittelanlagen betreiben werde. ADM teilte mit, dass das Unternehmen seine Aktivitäten in Russland, die nicht mit wichtigen Lebensmitteln zu tun haben, eingestellt hat und wo möglich aus anderen Regionen bezieht. Bunge bekräftigte, dass das Unternehmen seit dem 25. März alle Investitionen und nicht-essentiellen Aktivitäten im Land eingestellt hat. Die derzeitigen Aktivitäten beschränken sich auf die Unterstützung der einheimischen Landwirte und Verbraucher durch die Produktion von Grundnahrungsmitteln in einer einzelnen Anlage.

“Ich würde vermuten, dass die ausländischen Händler versuchen werden, das Geschäft am Laufen zu halten, da Russland die größte Weizenquelle der Welt sein wird”, sagte Rylko. Die große Frage ist, ob Russland in der neuen Saison, die im Juli beginnt, die üblichen Mengen exportieren wird.

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