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Themen-ETFs: Sind sie noch zu klein und zu jung?

So mancher Investor schreckt vor einem Investment in Themen-ETFs zurück, weil sie aus seiner Sicht zu jung sind und keine lange Historie aufweisen. Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich, wägt die Argumente ab.

Philipp Königsmarck
Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich
© LGIM

"Es liegt in der Natur eines Themen-ETFs begründet, dass diese neuen Themen und eben keinen etablierten Marktstandard wie den DAX, EuroStoxx50 oder S&P 500 abdecken. Deshalb ist die Historie kürzer als bei gängigen Indizes. Das heißt aber nicht, dass die Rendite nicht nachhaltig positiv sein kann. Denn Themen-ETFs sollten solche Unternehmen abbilden, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen und ein entsprechend großes Wachstumspotential über die nächsten Jahre haben", sagt Philipp von Königsmarck von Legal und General Investment Management. Ähnliches gelte für das Volumen von Themen-ETFs: "Die meisten Themen-ETFs sind in den letzten zwei bis drei Jahren auf den Markt gekommen und müssen deshalb erst einmal wachsen. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen wie den L&G Cyber Security ETF mit 2,38 Milliarden US-Dollar, der bei Auflegung vor fünf Jahren der erste seiner Art war." 

Keine Eintagsfliege
Die Sorge, dass ein Themen-ETF auf Dauer zu klein sei und deshalb vom Markt genommen werden könne, sei zwar nicht unberechtigt, aber in den meisten Fällen unbegründet, so von Königsmarck weiter. Im Moment gebe es rund 50 Themen-ETFs auf dem Markt, der damit groß genug sei, um eine gute Auswahl zu bieten und der noch zu klein sei, um zu konsolidieren. Davon abgesehen sollten Themen-ETFs Trends aufgreifen, die strukturelle Veränderungen in Wirtschaft, Gesellschaft und im Privatleben widerspiegeln. Die Themen sollten sich aus dem Zusammentreffen von den drei großen Megatrends „Technologie“, „Energie & Ressourcen“ und „Demografie“ ableiten. Deshalb sollten diese per se keine Eintagsfliegen sein, sondern so angelegt sein, dass sie dauerhaft auf dem Markt bleiben.

Mehr Diversifikation
Grundsätzlich gilt auch bei Themen-ETFs das alte Sprichwort „Lege nicht alle Eier in einen Korb“. Themen-ETFs sind kein Basisinvestment, sondern eine Portfolio-Beimischung. Von Königsmarck dazu: "Sie sind Wachstumsbausteine und können sogar zu einer höheren Diversifizierung beitragen. In Anbetracht der voranschreitenden Globalisierung sind Diversifikationseffekte durch Länder- und Regionalallokationen in den letzten Jahren rückläufig. Themen-ETFs können diesem Effekt entgegenwirken, da sie auf so genannte „Pure Player“ setzen – ungeachtet von Ländern, Sektoren oder Regionen – und keine oder nur geringe Titelüberlappung zu den bekannten Indizes wie dem MSCI World oder S&P 500 aufweisen."

Fazit
Viele Themen-ETFs mögen - noch - nicht zu den großvolumigen Tankern in der Fondswelt zählen und eine vergleichsweise kürzere Historie haben. Trotzdem stellen sie ein gutes Investmentvehikel dar, um das Portfolio des Kunden zu diversifizieren und gleichzeitig die Rendite zu steigern. (kb)

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