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Teures Fehlverhalten: SEC zahlt Millionen-"Belohnung" an Whistleblower

Whistleblower haben eine zweistellige Millionensumme bekommen, weil sie US-Behörden auf Missstände bei Bank of America Merrill Lynch hingewiesen haben. Es ist die größte Belohnung, die die US-Börsenaufsicht SEC jemals gezahlt hat.

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Die US-Börsenwächter haben insgesamt 83 Millionen US-Dollar an drei Tippgeber gezahlt, die sie auf grobes Fehlverhalten bei Bank of America Merrill Lynch aufmerksam gemacht haben. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hatten Whistleblower der Börsenaufsicht SEC gemeldet, dass das Institut jahrzehntelang Kundengelder missbraucht und dadurch Klienten Risiken ausgesetzt hatte. Wäre Merrill Lynch in dieser Zeit pleitegegangen, hätten die Kunden ihr Geld womöglich nie wieder gesehen, zitiert die Zeitung die Aufseher.

Das Whistleblower-Programm der SEC läuft seit 2012. Es sichert Hinweisgebern Anonymität zu. Sollten die Tipps dazu führen, dass das betroffene Unternehmen eine Strafe zahlen muss, haben Whistleblower ein Anrecht auf 10 bis 30 Prozent der Summe. Im Fall von Bank of America Merrill Lynch führten Hinweise im Jahr 2016 zu einer außergerichtlichen Einigung zwischen der Bank und der SEC. Das Institut zahlte 415 Millionen Dollar Strafe. 20 Prozent davon gehen nun an die Tippgeber. Deren Identität bleibt weiterhin geheim.

Höchste Belohnung aller Zeiten
Es ist die größte Zuwendung für "Einflüsterer", die jemals von der SEC gezahlt wurde. Insgesamt hat sie im Rahmen ihres Whistleblower-Programms bislang 262 Millionen Dollar an 53 Personen ausgezahlt. Die größte Einzelsumme, die ein Whistleblower in den USA je erhalten hat, liegt bei 104 Millionen Dollar. Sie wurde allerdings nicht von der SEC, sondern von der Steuerbehörde IRS ausgezahlt. Die Belohnung ging im Jahr 2010 an den Banker Brad Birkenfeld, der das Schweizer Bankgeheimnis zu Fall gebracht hatte. (fp)

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