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Teure Zinswende: Sparkassen, Genobanken schreiben zwölf Milliarden ab

Der schnelle Zinsanstieg hat in den ersten sechs Monaten des Jahres zu hohen Bewertungsverlusten in den Wertpapierportfolios kleinerer Banken geführt. Bei Sparkassen und Kreditgenossenschaften beliefen sich die Abschreibungen in Summe auf 12,3 Milliarden Euro.

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© andyller / stock.adobe.com

Die Abschreibungen auf den Eigenbestand von in Summe 12,3 Milliarden Euro entspricht rund 5,6 Prozent des harten Kernkapitals. Das zeigt der Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Bei den großen, systemrelevanten Banken führten die Marktpreisrückgänge ebenfalls zu Verlusten, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Hier beliefen sie sich im ersten Halbjahr auf 7,9 Milliarden Euro oder 3,7 Prozent des harten Kernkapitals. Die Verluste seien auch deshalb geringer, so Bloomberg News, weil diese Banken häufiger Absicherungsgeschäfte abschlössen.

Allerdings halten kleinere Banken Wertpapiere oftmals bis zur Endfälligkeit
Da Anleihen am Ende der Laufzeit zum Nennwert zurückgezahlt werden, werden spätestens dann die Marktwertverluste durch Bewertungsgewinne ausgeglichen, schränkte die Bundesbank ein. In der Zwischenzeit mindere der Wertverlust aber das Eigenkapital und damit die Fähigkeit der Banken, weitere Verluste beispielsweise aus dem Kreditgeschäft zu absorbieren.

Was Sparkassen und Genobanken dazu sagen
Er vor wenigen Tagen hatte Ulrich Reuter, der Präsident der bayerischen Sparkassen, in einem Interview mit Bloomberg gewarnt, die Wertberichtigungen auf Eigenanlagen seiner 61 Sparkassen dürften sich in diesem Jahr auf einen “hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag” belaufen. Auch er betonte, dass die Wertkorrekturen nur vorübergehend seien. Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bestätigte, dass der schnelle und starke Zinsanstieg die Eigenanlage belaste, wenn auch nur temporär. “Die Folgen der Zinswende werden die Genossenschaftsbanken überwiegend im Jahr 2022 verarbeitet haben”, erklärte eine Sprecherin gegenüber Bloomberg.

Die diesjährigen Abschreibungen dürften größtenteils auf festverzinsliche Wertpapiere zurückgehen, die wegen der gestiegenen Zinsen aktuell weniger wert sind. Kleinere Institute investieren traditionell einen Teil ihrer überschüssigen Mittel am Kapitalmarkt, meist in Anleihen und Pfandbriefe. (kb)

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