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Swiss Re-CEO Christian Mumenthaler warnt Cat Bond-Investoren

Investoren könnten Enttäuschungen erleben, warnte der Chef des zweitgrößten Rückversicherers. Der Markt erinnere ihn an den US-Hypothekenmarkt vor der Kreditkrise 2008, meinte er im Interview mit der "Financial Times", wo das Material schlussendlich bei wenig versierten Investoren gelandet sei.

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Christian Mumenthaler, CEO des zweitgrößten Rückversicherers der Welt, Swiss Re, hat keine guten Nachrichten für Investoren in ILS (Insurance Linked Securities) wie Cat-Bonds.
© Schweizer Rück

Immer mehr alternatives Kapital - also jenes, das nicht von Rück- und Erstversicherern und deren Spezialisten stammt, die die inhärenten Risiken besser modellieren können -  findet in den letzten Jahren seinen Weg in Richtung Übernahme von Extremrisiken aus Naturkatastrophen und anderen typischen Versicherungsrisiken. Das veranlasste den CEO der Swiss Re kurz vor Neujahr zur Ausgabe einer deutlichen Warnung, denn diese neuen Gelder matchen sich mit konventionellen Adressen aus dem Rückversicherungsgeschäft im Underwriting etwa von Erdbeben- und Hurrikan-Risiken.

Ergebnis der Suche nach alternativen, unkorrelierten Renditequellen
Seit der Einführung anämischer Zinsen gingen Investoren immer mehr dazu über, alternative Renditequellen aufzuspüren. Damit treten sie als Wettbewerber der klassischen Teilnehmer an den Rückversicherungsrunden auf, drücken die Prämien und gefährden den Erfolg des Geschäfts, wenn die Prämien für die Risikoübernahme durch die neue Konkurrenz ein ungesund niedriges Niveau erreichen. Die Situation erinnert CEO Mumenthaler an jene am US-Hypotheken-Verbriefungsmarkt vor 2008, wo es ebenfalls einen ungesunden Boom gab, auf den dann bekanntlich schwere Enttäuschungen folgten. 

Cat-Bonds sind kein "free lunch" 
Der Markt für Cat-Bonds, also die Verbriefung der Übernahme von Spitzenrisiken bestimmter Naturkatastrophen, kam nach Jahren auskömmlicher unkorrelierter Renditen in letzter Zeit unter steigenden Druck. Eine Serie von Naturkatstrophen in den letzten beiden Jahren bedeutete Auszahlungen an die Versicherungsnehmer. Die Prämien steigen aber nicht, und die steigenden Zinsen lassen die Prämien für Investoren unattraktiver erscheinen. Enttäuschungen sind bei einer solchen Gemengelage nicht weit. Christian Mumenthaler meinte im FT-Talk, dass unerfahrene Investoren, die sich auf Leute verließen, die selbst keine Risiken nähmen, einem gefährlichen Set-up ausgesetzt seien. Er sehe am alternativen Versicherungskapitalmarkt eine Trennung - ähnlich wie seinerzeit bei den verbrieften US-Hypotheken - zwischen jenen, die Risiken verstehen würden, und jenen, die sie übernähmen. 

Verkehrte Welt
Dabei nannte Mumenthaler das Beispiel eines Investors, der den Markt für attraktiv hielt und einen Experten engagierte. Selbst als dieser meinte, es sei nicht der beste Zeitpunkt im Zyklus um zu investieren, meinte der Kunde, man habe sich im Rahmen der strategischen Asset Allokation für Cat-Bonds entschieden und wolle das Kapital nun arbeiten lassen. Er, Mumenthaler, habe Fälle gesehen, wo die gesamte Marge von Gebühren aufgefressen worden sei.

Zyklischer Rückschlag
Mumenthaler argumentiert, dass von einem Zyklus mit rückläufigem, alternativem  Versicherungskapitals traditionelle, stark kapitalisierte Rückversicherer wie Swiss Re profitieren könnten. Es habe großen Enthusiasmus bei Erstversicherern bezüglich des alternativen Kapitals und zusätzlicher Kapazitäten gegeben, doch wenn der Versicherungsfall eintrete, würde so mancher Erstversicherer feststellen, dass es doch gut wäre, wenn das Spitzenrisiko von einer Top-Adresse mit starker Bilanz übernommen wird.  

Hohe Versicherungsschäden
Laut Swiss Re beliefen sich die gesamten globalen Versicherungsschäden 2017 aus Natur- und menschengemachten Katastrophen auf ein rekordhohes Volumen von 144 Milliarden US-Dollar. Für das Jahr 2018 rechnet der Schweizer Rückversicherer mit immer noch stolzen 79 Milliarden US-Dollar und damit dem vierthöchsten jemals beobachteten Wert.

Was bringt die neue Rückversicherungsrunde?
Diese beginnt nun, und die Branche hofft auf steigende Prämien nach mehreren Jahren sinkender beziehungsweise stagnierender Prämien. Schwächen im Versicherungsmarkt will man bei Swiss Re für Akquisitionen nutzen. Den Konsolidierungspfad im Rückversicherungsgeschäft, wo alternative Gelder die Prämien verdorben haben und Größe zählt, will man aktiv beschreiten, ebenso hält man nach Erstversicherern Ausschau - wenn der Preis stimmt. (kb)

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