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Steigender ESG-Anteil im EZB-Portfolio

Da die EZB die einzelnen Volumina der im Rahmen ihrer Bondkaufprogramme (CSPP und PEPP) gekauften Corporate Bonds nicht veröffentlicht, bezieht sich die nachfolgende Analyse der LBBW in der neuesten Ausgabe des "Strategy Research" auf die Struktur des EZB-Portfolios nach Anzahl der Bonds.

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© malp / stock.adobe.com

Aktuell beträgt der Anteil der Corporate Bonds mit Nachhaltigkeitsbezug (ESG) rund zehn Prozent bezogen auf die Anzahl aller Unternehmensanleihen im EZB-Portfolio. Zu dem Begriff ESG zählen die Assetklassen Green Bonds, Social Bonds, Sustainability Bonds und Sustainability-Linked Bonds.

Aktueller ESG-Anteil bei Corporate Bonds im EZB-Portfolio (nach Anzahl)

Quelle: EZB, Bloomberg, LBBW Research

Das scheint zunächst kein bedeutend großer Anteil zu sein. Betrachtet man jedoch den Anteil der neu gekauften Corporate Bonds seit Beginn des Jahres, so fällt auf, dass die ESG-Quote mit 20% doppelt so hoch ausfiel.

ESG-Anteil bei Neuzugängen im EZB-Portfolio seit Jahresanfang (nach Anzahl)

Quelle: EZB, Bloomberg, LBBW Research

Beim reinen Blick auf die Neuemissionen seit Jahresanfang 2021 zeigt sich bei 37 der 167 von der EZB erworbenen Bond-Neuemissionen ein Nachhaltigkeitsbezug. "Dies stellt sogar eine ESG-Quote von 22% dar. Beim Kauf von neu emittierten Bonds wurde der  Nachhaltigkeitsaspekt demnach am stärksten berücksichtigt", stellt Matthias Schell, Senior Credit Analyst bei der LBBW, fest.

Offensichtlich passt die EZB ihr Portfolio an die aktuellen Entwicklungen auf dem ESG-Markt an. Knapp 25 Prozent aller EUR Corporate Neuemissionen in diesem Jahr waren nämlich ESG-Bonds (bezogen auf die Anzahl; der Anteil des ESG-Volumens kam auf 22 Proeznt).

ESG-Bonds im EZB-Bestand (Anteil nach Anzahl)

Quelle: EZB, Bloomberg, LBBW Research

Green Bonds führend im ESG Bucket vertreten
Nach wie vor machen Green Bonds den größten Teil im ESG-Portfolio der EZB aus (86 Prozent), gefolgt von Sustainability-Linked Bonds (neun Prozent; SLBs), bei denen die Kuponentwicklung von der Erfüllung vorab festgelegter (quantitativer) Kennzahlen und Nachhaltigkeitszielen abhängt. Social und Sustainability Bonds spielen keine wesentliche Rolle, hier liegt die Anzahl beim EZB-Bestand nur im einstelligen Bereich.

Wie es bei den ESG-Neuemissionen von 2021 aussieht: SLBs am Vormarsch
Unter jenen Neuemissionen, die sich im Bestand der EZB finden, ist der Anteil der Sustainability-Linked Bonds auf 16 Prozent gestiegen. Green Bonds liegen bei 76 Prozent. Darin kommt der zunehmende Trend zu Sustainability-Linked Bonds zum Ausdruck, denn bei den von den Unternehmen in diesem Jahr begebenen ESG-Neuemissionen stammten 28 Prozent aus dieser Kategorie. Das LBBW Research Team führt den geringeren Anteil bei
den EZB-Käufen unter anderm darauf zurück, dass relativ viele Sustainability-Linked Bonds von High-Yield-Unternehmen begeben wurden, deren Anleihen nicht von der EZB erworben werden dürfen.

Stärkere Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten beim EZB-Portfolio
Anfang Juli 2021 präsentierte die EZB einen Maßnahmenplan zur stärkeren Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten in ihrer geldpolitischen Strategie. Unter anderem möchte die EZB bis zum ersten Quartal 2023 beginnen, klimabezogene Informationen im Rahmen des CSPP-Kaufprogramms zu veröffentlichen (d.h. die Vorbereitungszeit beträgt mehr als ein Jahr). Ein weiteres Kriterium bei der Allokation der Ankäufe wird sein, dass die Emittenten mindestens mit den Rechtsvorschriften der EU zur Umsetzung der Ziele des Pariser Abkommens in Einklang stehen oder sich zu diesen Zielen bekennen.

Matthias Schells Résumé: "Der steigende Anteil der ESG-Bonds im EZB-Portfolio bestätigt den allgemeinen Markttrend und damit auch die Nachhaltigkeitsstrategie der EZB. Insofern sorgt allein schon der weiter wachsende ESG-Markt dafür, dass sich auch der - indirekte - Einfluss der EZB auf die Nachhaltigkeit erhöht." (kb)

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