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Stehen japanische Aktien vor einem dauerhaften Revival?

Seit sich eine Erholung nach der Pandemie abzuzeichnen begann, hat sich der japanische Aktienmarkt besser als die wichtigsten Aktienmärkte der Industrieländer entwickelt. Eine aktuelle Analyse der UBP untersucht die Ursachen und die Dynamik der Rallye am japanischen Aktienmarkt.

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Norman Villamin, Head of Asset Allocation und CIO Wealth Management von UBP
© UBP

Das kurzfristige Revival Japans und das langfristige Ziel des Landes, die Governance seiner Unternehmen zu verbessern, legen es aus Investorensicht nahe, erneut über japanische Aktien nachzudenken. Diese sind der Untersuchung von UBP zufolge - historisch gesehen - überdurchschnittlich stark in Phasen globaler wirtschaftlicher Erholungen gelaufen. Auch reagierten die Gewinne japanischer Unternehmen unter den entwickelten Industrieländern am stärksten auf das lokale nominale BIP-Wachstum.

Korrelation der Aktienrenditen zum Wachstum des Welthandels (1 Jahr Vorlauf)

Quellen: UBP, Goldman Sachs, März 2021

Gewinnüberraschungspotential
„Dies deutet auf ein Potential für erhebliche Gewinnüberraschungen hin, wenn sich die wirtschaftliche Erholung in den kommenden Quartalen weiter durchsetzt. Die aktuell hohen Bewertungen japanischer Aktien führen allerdings etwas in die Irre. Rückblickend waren die Aktienrenditen japanischer Unternehmen durchweg zyklisch, und wurden von der globalen und insbesondere der US-amerikanischen Wirtschaftsentwicklung vorweggenommen“, sagt Norman Villamin, Head of Asset Allocation und CIO Wealth Management von UBP. Mit der deutlichen Erholung der US-Frühindikatoren dürften japanische Unternehmen 2021 eine zyklische Erholung der Eigenkapitalrenditen auf typischerweise neun bis zehn Prozent aufweisen und sich damit deutlich von den sechs oder weniger Prozent in Phasen wirtschaftlichen Abschwungs abheben.

Signifikantes zyklisches Gewinnwachstum durch Konjunkturbelebung
Das Ausmaß der Konjunkturbelebung deute auf ein signifikantes zyklisches Gewinnwachstum in den kommenden Quartalen hin. Unter der Annahme, dass auf dem Höhepunkt des Zyklus wieder Renditen von neun bis zehn Prozent erreicht werden, könnte das Gewinnwachstum japanischer Aktien deutlich über den aktuellen Konsenserwartungen für das laufende Geschäftsjahr liegen. Das sei beeindruckend, denn der japanische TOPIX-Index befinde sich nach den Tiefstständen im März 2020 infolge der Rallye auf dem höchsten Stand seit der Blase von 1989 und sei mit einem KGV von 21 hoch bewertet. Unter der Annahme, dass die Aktienrenditen zum Höhepunkt des Zyklus wieder bei 9-10 Prozent liegen, würden japanische Aktien jedoch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 bis 15 und damit in der Nähe eines zyklischen Tiefs bewertet.

Hervorragende Gelegenheit für Alpha aus der Einzeltitelselektion
Insgesamt seien japanische Unternehmen gut positioniert, um von einer globalen zyklischen Erholung zu profitieren, sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ zu vergleichbaren Alternativen aus entwickelten Märkten. „Da die Gesamtrendite durch die Ausweitung der KGVs getrieben wurde, sollte eine starke Erholung der Unternehmensgewinne ausreichen, um eine wahrscheinliche Kompression der Bewertung im Jahr 2021 auszugleichen, sofern ein weiterer Anstieg der Treasury-Renditen moderater ausfällt als in den letzten Wochen. Angesichts dieses Zusammenspiels von KGV-Kompression und Gewinnwachstum bietet Japan eine hervorragende Gelegenheit für Alpha aus der Einzeltitelselektion und begünstigt zumindest in diesem Stadium der wirtschaftlichen Erholung aktive Lösungen gegenüber indexorientierten Lösungen“, sagt Villamin.

Stetige Verbesserung der Governance-Standards
Seit  Einführung des Stewardship-Kodex im Jahr 2014 und des Corporate-Governance-Kodex im Jahr 2015 sei eine langsame, aber stetige Verbesserung der Governance-Standards zu beobachten. Villamin rechnet damit, dass nach der für Mai 2021 geplanten Veröffentlichung des überarbeiteten Corporate Governance Kodex der nächste Katalysator für Verbesserung der Corporate Governance von der Überarbeitung der Marktsegmentierung und der Listing-Anforderungen der Tokyo Stock Exchange im Sommer 2022 ausgehen dürfte.

Anteil der weiblichen Vorstände (in Prozent) hat sich verdreifacht

Quelle: JFSA, basierend auf Daten des Cabinet Office und Toyo Keizai, 2021

Von unter zwei auf mehr als sechs Prozent
Der Anteil weiblicher Aufsichtsräte und Führungskräfte sei im weltweiten Vergleich nach wie vor niedrig, habe sich aber seit der Verabschiedung des Corporate Governance Kodex verdreifacht. Die starke Betonung der Rolle der Frau bei der Überarbeitung des Kodex 2018 habe als Katalysator für einen stärkeren Dialog über Vielfalt, Inklusion und Empowerment in der gesamten japanischen Gesellschaft gewirkt. Hinzu komme der boomende Arbeitsmarkt, der die Karrierechancen von Frauen weiter verbessert habe.

Norman Villamin sagt: „Die meisten Marktbewegungen im März sind von der Entwicklung der langfristigen US-Zinsen beeinflusst worden. Der Anstieg der US-Langfristzinsen ist eine Folge der Erholung der US-Wirtschaft. Der Anstieg der langfristigen Zinsen wird zu Korrekturen bei der Bewertung von Aktien führen, insbesondere bei wachstumsstarken Titeln. Die Anpassungen der Bewertungen des japanischen Aktienmarkts dürften im Einklang mit dem neuen Zinsregime stehen.  Darüber hinaus glauben wir, dass die Anleger weiterhin das Gewinnwachstum und die Corporate Governance im Auge behalten werden.

Weitere Verbesserungen in der Unternehmensführung sind zu erwarten
Die Gewinnprognosen der Unternehmen werden wohl weiterhin übertroffen werden, da sich die Realwirtschaft besser als erwartet erholt, insbesondere in China und möglicherweise auch in den USA. Da der japanische Aktienmarkt 2021 bereits eine rasante Erholung erlebt hat, ist ein weiterer Bewertungssprung kaum vorstellbar. Bei UBP glaubt man jedoch, dass man weiterhin ein stabiles Wachstum sehen wird, da der Markt ein Ende der Pandemie erst für 2022 einpreist und man weiterhin von einer verbesserten Governance profitieren sollte. (kb)    

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