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Staatsschuldenquote in Italien und Griechenland lässt Übles erahnen

Die Staatsverschuldung in der Eurozone steigt von 83,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 98 Prozent des BIP im Jahr 2020. In Italien liegt nun der Schuldenstand bei monströsen 155,8 Prozent, in Griechenland bei 205,6 Prozent des BIP. Wird bald an der Steuerschraube gedreht?

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Drohen angesichts ausufernder Budgetdefizite bald Steuererhöhungen in den Euro-Ländern?
© hd-design / stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre brutalen Spuren nicht nur beim gesundheitlichen Zustand von den Bürgern, sondern auch beim Schuldenstand der Staaten. Diese müssen ordentlich in die Tasche greifen, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Hilfskredite, Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen schlagen ins Kontor. Das Staatsdefizit des gemeinsamen Währungsraumes lag im Jahr 2020 bei 7,2 Prozent des BIP.

Großes Gefälle bei der Verschuldung innerhalb des Euroraums
Die Details der Daten zeigen aber auch, wie stark das Gefälle innerhalb des Währungsraumes ist. In Italien steigt der Schuldenstand von 134,6 Prozent auf gewaltige 155,8 Prozent des BIP im Jahr 2020. Noch dramatischer sieht die Situation in Griechenland aus. Dort liegt der Schuldenstand bei 205,6 Prozent des BIP. Deutschland kommt gemessen daran fast schon mit einem blauen Auge davon. In der Bundesrepublik steigt der Schuldenstand von 59,7 Prozent  auf 69,8 Prozent des BIP. Deutschland profitiert erheblich von den Negativzinsen. Auch die gut laufende Industrieproduktion im zweiten Halbjahr hat die Steuermindereinnahmen weniger stark ausfallen lassen als zu befürchten war. Zwar ist Deutschland damit nicht mehr Maastricht-konform, doch wenn man mal ehrlich ist: Wen interessiert in der aktuellen Situation schon gross Maastricht?

Who cares about Maastricht?
Kinder und Enkelkinder werden mit den Schulden noch zu kämpfen haben. Mittel- bis langfristig führe wohl an Steuererhöhungen kein Weg vorbei, meint Dr. Thomas Gitzel (Bild), Chefökonom der VP Bank Gruppe. Aus den Schulden herauszuwachsen, werde aufgrund struktureller Probleme wohlnicht gelingen. Es bedürfe tiefgreifender Strukturreformen in einigen Ländern der Eurozone, um das Wachstumstempo zu beschleunigen. Im Sinne der Generationen-Gerechtigkeit müsste Europa jetzt Reformen forcieren, so Gitzel weiter. "Die neue deutsche Bundesregierung bekommt hierfür nach den Wahlen im September eine Chance. Die Bürger setzen auf Veränderungen. Es ist Zeit zu handeln." (kb)

 

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