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SNB-Chef Thomas Jordan zweifelt an grüner Geldpolitik

Die Zentralbanken sollten sich aus der Klimapolitik so gut es geht heraushalten, um ihre Unabhängigkeit nicht zu gefährden, sagt Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Dennoch können Notenbanker zum Klimaschutz beitragen.

Thomas Jordan, Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
Thomas Jordan, Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB)
© SNB

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat den Klimaschutz auf ihre Agenda genommen. Das war nicht unbedingt die beste Entscheidung, glaubt ihr Kollege Thomas Jordan, Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Notenbanken sollten sich aus der Umweltpolitik weitestgehend heraushalten, forderte er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ): "Zentralbanken sollten sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Es ist riskant, andere Aufgaben zu übernehmen, die man dann nicht erfüllen kann." Der SNB-Chef sieht die Unabhängigkeit der Zentralbanken gefährdet, wenn sie sich stärker vor den politischen Karren spannen lassen

Jordan zeigt sich zwar skeptisch gegenüber einer grünen Geldpolitik, wie Lagarde sie im Sinn hat – ist aber nicht der Ansicht, dass die Klimakrise die Notenbanken nichts angehen würde. "Der Klimawandel stellt eine große Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dar", betonte er im Gespräch mit der FAZ. "Für uns als Zentralbank ist es wichtig, herauszufinden, inwiefern sich der Klimawandel auf unsere Fähigkeit auswirkt, unser geldpolitisches Mandat zu erfüllen." Die SNB müsse zudem analysieren, welche wirtschaftlichen Risiken von der Erdüberhitzung ausgehen.

Anlagekriterien sind im Fluss
Die Eidgenossen kämpfen auf ihre Art gegen den Klimawandel: Mit Ausschlusskriterien für ihr Anlageuniversum. "Wir investieren nicht in Unternehmen, die systematisch die Umwelt schädigen, geächtete Waffen produzieren oder schwerwiegend die Menschenrechte verletzen", so Jordan.

Die Ausschlusskriterien basieren auf den Normen und Werten, die in der Schweiz gelten, können also durchaus noch strenger werden: "Wenn die Schweiz zum Beispiel entscheiden würde, keinen Kohlestrom mehr zu importieren, würden wir Aktien entsprechender Energieerzeuger aus unserem Portfolio streichen." (fp)

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