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Sind sichere Häfen noch sicher?

Reinhard Panse, scheidender CIO von HQ Trust, geht der Frage nach, ob "Safe Havens" noch immer ein sicherer Hafen für Schutzsuchende Investoren sind und wie sich diese in der Vergangenheit in Krisenzeiten entwickelten.

Reinhard Panse
Reinhard Panse, HQ Trust
© HQ Trust

In Zeiten steigender Risiken an den Kapitalmärkten schichten institutionelle Investoren gerne um: Raus aus unsicheren Aktien und High Yield Bonds, rein in sichere Häfen. Gold und Silber sind dann gefragt – und Währungen wie US-Dollar und Schweizer Franken. Doch ist das überhaupt sinnvoll? „Nicht in jedem Fall“, meint Reinhard Panse, CIO von HQ Trust.

Der Anlagechef des Multi Family Offices der Familie Harald Quandt hat analysiert, welche Anlageformen, die üblicherweise als „sicherer Hafen“ bezeichnet werden, tatsächlich steigen, wenn die Aktienkurse zurückkommen. Dazu betrachtete er die Performance von Anleihen, Edelmetallen und Währungen seit dem Jahr 1990.

Seine Erkenntnisse lauten: „Der beste Diversifikator in Krisenzeiten war und ist Gold: Das Edelmetall legte in den vergangenen 30 Jahren im Mittel um gut ein Prozent pro Monat zu, wenn der MSCI ACWI fiel.“

Der beste Diversifikator in Krisenzeiten ist Gold

Grafikerklärung: Monatliche Veränderung von handelsgewichteten Währungen, Edelmetallen und Anleihen in Prozent – bei fallendem MSCI ACWI in lokaler Währung

Anleihen sind "sicher", aber teuer
In der Vergangenheit waren Anleihen laut Panse ebenfalls gut zur Diversifikation geeignet. "Allerdings sind Anleihen für uns derzeit keine Anlageform: Rentenportfolien haben extrem schlechte Ertragserwartungen", erklärt Panse. Mit Währungen wie dem japanischen Yen, Schweizer Franken oder US-Dollar ließ sich das Portfolio ebenfalls gut diversifizieren. Die Währungen rohstoffreicher Länder wie Australien oder Norwegen waren im Rückblick keine sicheren Häfen. "„Gleiches gilt für den Silberpreis, der im Mittel sogar um 0,4 Prozent pro Monat nachgab, wenn der MSCI ACWI fiel", merkt Panse an.

Aktien langfristig am besten
Im Zweifel sollten Investoren, sofern ausreichend Risikobudgtes vorhanden sind, aber an ihren Aktieninvestments festhalten – auch wenn die Unsicherheit zunimmt. „Anleger sollten Aktien breit gestreut kaufen – beispielsweise über einen Welt-Aktien-ETF und viele Jahre liegen lassen“, empfiehlt Panse. „Dafür spricht auch die Bewertung: Bei deutschen Aktien liegt diese aktuell um fünf Prozent unter dem Durchschnittswert seit 1975.“ (aa)

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