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Schuldscheinmarkt erholt sich mit Rekordtransaktion von Corona-Pause

Der deutsche Schuldscheinmarkt hat nach wochenlangem Stopp während der Corona-Zwangspause Ende des zweiten Quartals wieder Fahrt aufgenommen und dank einer Rekordtransaktion sogar an alte Erfolge angeknüpft, rechnen die Experten von LBBW Reseaerch vor.

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© M.Dörr & M.Frommherz / Fotolia

„Der Markt war zwischenzeitlich abrupt weggebrochen, hat sich aber überraschend schnell wieder erholt“, beobachtete der leitende LBBW-Schuldscheinexperte Christoph Zender. Trotz des schwierigen Umfelds gelang es der Bank, ihre traditionelle Marktführerschaft bei Schuldscheindarlehen (SSD) nach Anzahl und Gesamtvolumen weiter auszubauen.

Erhöhtes Risikobewusstsein der Investoren
Im ersten Halbjahr betrug der Gesamtwert aller Schuldscheintransaktionen nach Zählung der LBBW gut zehn Milliarden Euro. Bis zum Jahresende kann das Volumen bis auf
rund 20 Milliarden Euro steigen, sofern eine zweite Infektionswelle ausbleibt und sich die Nachfrage weiter erholt, glaubt Zender. Das wären jeweils rund 7 Milliarden Euro weniger als in den bisherigen Rekordjahren 2019, 2017 und 2016. Angesichts der Stimmung am
Kapitalmarkt dürfte aber das Risikobewusstsein der Schuldschein-Investoren im Vergleich zu den Vorjahren zunehmen.

Bosch holt sich zum Ausklang des ersten Halbjahrs zwei Milliarden
Das erste Halbjahr ging mit einem milliardenschweren Paukenschlag des Technologiekonzerns Bosch zu Ende. Das Stuttgarter Unternehmen platzierte Ende Juni ein zwei Milliarden Euro schweres SSD. Das Schuldscheindarlehen ist damit eines der drei größten in der Geschichte des Schuldscheinmarktes. 

LBBW baut Marktführerschaft weiter aus
Erneut führt die Bank zum Ende des ersten Halbjahrs damit die sogenannten League Table-Übersichten der führenden Banken an. Mit zwei Dutzend Schuldscheindarlehen übertraf die LBBW die nächstplatzierte Bank um sieben Abschlüsse. Auch beim Gesamtvolumen baute sie ihre traditionelle Marktführerschaft weiter aus. Es stieg in den ersten sechs Monaten auf 2,6 Milliarden Euro und damit um eine Milliarde über das des zweitplatzierten Instituts.

Deutsche Emittenten dominierten
Der SSD-Markt wurde, anders als im Vorjahr, klar von deutschen Unternehmen (78 Prozent) dominiert. Darauf folgten Unternehmen aus Österreich mit acht, der Schweiz mit sechs und Luxemburg mit vier Prozent. Erst langsam werden wieder die ersten Transaktionen von
Unternehmen außerhalb des deutschsprachigen Raums vermarktet. Sowohl die Volumen wie auch die Anzahl der Transaktionen lagen in den ersten beiden Quartalen deutlich unter
dem Vorjahresniveau. Die insgesamt 50 SSD summierten sich auf zehn Milliarden Euro und blieben damit jeweils um knapp ein Drittel unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. „Nimmt man jedoch den Mittelwert der Jahre 2010-2019, fiel das erste Halbjahr 2020 trotz der Corona-Zwangspause überdurchschnittlich aus“, erklärt Schuldscheinexperte Zender.

Aufbau strategischer Liquiditätspolster war im zweiten Quartal 2020 gefragt
Besonders im zweiten Quartal stand bei den Überlegungen der Darlehensnehmer der Aufbau strategischer Liquiditätspolster im Vordergrund. Ausfinanzierungen von Akquisitionen oder klassische Refinanzierung traten dahinter zurück. Bei Unternehmen und Investoren standen trotz der Turbulenzen ESG-Schuldscheine, bei denen ein Teil der Marge an das Nachhaltigkeitsrating des Unternehmens gekoppelt ist, unverändert hoch im Kurs.

ESG-Schuldscheine gefragt
Diese Entwicklung flankiert die LBBW durch ihr Sustainability Advisory, dass die Unternehmen bei der nachhaltigen Finanzierung berät. Damit rundet die Bank ihr Angebot rund um den Schuldschein weiter ab, zu dem im Bereich der Digitalisierung die Schuldschein-Plattform DebtVision gehört. (kb)

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