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Schroders: Renditeerwartungen bleiben trotz Corona-Krise überhöht

Viele Investoren weltweit sind optimistisch und erwarten in den nächsten fünf Jahren Gesamtrenditen von durchschnittlich 10,9 Prozent pro Jahr. Das ist ein Ergebnis der Schroders Global Investor Study 2020.

Achim Küssner, Schroders
„Auch in Deutschland und Österreich gehen Investoren von unrealistisch hohen jährlichen Wertentwicklungen aus“, sagt Achim Küssner (Bild), Leiter der Schroder Investment Management (Europe) S.A., German Branch. „Dies ist umso bedenklicher, als dass gleichzeitig die Altersvorsorge ein zentrales Anlageziel darstellt. Somit droht im Ruhestand eine Einkommenslücke, die nur sehr schwer wieder zu schließen ist.“
© Schroders

Für die Schroders Global Investor Study 2020 hat der britische Asset Manager 23.000 Personen aus 32 verschiedenen Märkten befragt hat. Verglichen mit 2019 (10,7 Prozent) hat sich die globale Renditeerwartung damit sogar leicht erhöht – ungeachtet der Unsicherheit infolge von Covid-19.

Deutsche und Österreicher haben etwas geringere, aber zu hohe Renditenerwartungen
In Deutschland beträgt die durchschnittliche Renditeerwartung über die kommenden fünf Jahre 8,4 Prozent, während der Wert für Österreich mit 8,0 Prozent noch etwas darunter liegt. Dennoch sind auch diese Prognosen ambitioniert vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Eintrübungen.

Die insgesamt optimistische Einstellung zur Rendite könnte unter anderem dadurch entstanden sein, dass nur sechs Prozent der befragten globalen Anleger davon ausgehen, dass sich die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 mehr als vier Jahre lang bemerkbar machen werden. In Deutschland sind sieben Prozent und in Österreich zehn Prozent der Ansicht, dass die Corona-Krise volkswirtschaftlich mehr als vier Jahre andauert.

Veränderte Risikobereitschaft
Zudem ermittelte die Schroders Global Investor Study, dass die Corona-Krise viele Investoren dazu veranlasst hat, die Zusammensetzung ihrer Investmentportfolios erheblich zu verändern: 28 Prozent der weltweit Befragten sowie jeweils 31 Prozent der deutschen wie auch der österreichischen Investoren gaben an, dass sie in erheblichem Umfang Mittel in risikoärmere Anlagen umgeschichtet haben. Auf der anderen Seite bestätigten 20 Prozent aller Befragten, dass sie die Gelegenheit genutzt haben, um Teile ihrer Portfolios in Investments mit hohem Risiko zu verlagern. In Deutschland mit 28 Prozent sowie in Österreich mit 21 Prozent wurde sogar eine noch höhere Risikobereitschaft gemessen.

Langfristfolgen von Corona auf die Altersvorsorge sind nicht zu unterschätzen
„Aus unserer Sicht ist klar, dass die Auswirkungen von Covid-19 in den kommenden Jahren erheblich sein werden und Volkswirtschaften, die Finanzmärkte, aber auch Bereiche beeinflussen werden, die darüber hinausgehen“, sagt Rupert Rucker, Head of Income Solutions bei Schroders. „Auch wenn viele die Pandemie als den ultimativen schwarzen Schwan ansehen, müssen wir uns gerade jetzt mehr denn je an unsere Anlagegrundsätze halten.“ (kb)

 

 

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