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​Schlechte Nachrichten bleiben schlechte Nachrichten

Derzeit erleben die Märkte einen kurzen Aufschwung. Mancher führt dies auf die schlechten Nachrichten zurück. Das Argument, dass die Notenbanken bei genug schlechten Nachrichten die Zinsen nicht weiter erhöhen und damit die Rezession abblasen würden, bevor sie richtig begonnen habe, sei naiv.

Benjamin Bente, Vates Invest
Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest 
© Vates Invest GmbH

"Zu lesen ist derzeit vielfach, dass schlechte Nachrichten jetzt gute Nachrichten sind, weil die Notenbanken nicht mehr länger restriktiv bleiben können, wenn wir in eine Rezession kommen – und das wäre dann positiv für den Aktienmarkt", sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer der Vates Invest. Und weiter: "Das ist sicherlich eine falsche Wahrnehmung in Hinblick auf das, was gerade an den Märkten geschieht. Es ist zwar richtig, dass der Aktienmarkt derzeit nach oben reagiert. Der Hintergrund ist aber schlicht, dass die Märkte vorher sehr stark überverkauft waren und jetzt sentimentgetrieben einen Rebound erleben. Es ergibt wenig Sinn, dies über einen makroökonomischen Zusammenhang zu verargumentieren."

Abwegige Argumentation
Es kann nicht sein, dass einerseits Anleihen steigen, weil die Wirtschaft in eine Rezession läuft, und andererseits Aktien steigen, weil sie ja bestimmt irgendwann wieder aus der Rezession herauskommt. Natürlich werden irgendwann die Aktien wieder steigen, weil sie das Ende der Rezession antizipieren. Allerdings zu glauben, dass der Aktienmarkt das Ende antizipiert, noch bevor die Rezession überhaupt begonnen hat, also der Aktienmarkt durchweg von Anfang bis Ende der Rezession steigt, weil es irgendwann mal ein Ende gibt – das ist für Bente eine abwegige Argumentation.

Erholungspotential
Dieses gibt es aber derzeit aufgrund einer anderen Zeitebene nicht mittelfristig makroökonomisch, sondern kurzfristig sentimentgetrieben durchaus. Auch in anderen Rezessionen gab es zwischenzeitlich sentimentgetriebene Aktienmarkterholungen. Bente dazu: "Die stellten aber keinen übergeordneten Trendwechsel dar, weil etwa der Aktienmarkt bereits hinter das Ende der Rezession geschaut hätte, sondern waren einfach nur kurzfristige Gegenbewegungen. Je mehr die Wirtschaft jetzt in eine Rezession gleitet, umso mehr verschiebt der Aktienmarkt den Blickwinkel von der Geldpolitik zu den fundamentalen Problemen, die eine Rezession mit sich bringt: operative Gewinne, die unter Druck kommen."

Und dann sind Bad News eben keine Good News mehr, bei denen die schlechten Konjunkturnachrichten gut sind, weil die Fed entspannter wird. Schlechte Nachrichten seien dann einfach nur schlechte Nachrichten, weil die Gewinne der Unternehmen unter Druck kämen und das negativ für die Aktien sei, so Bente. 

Irgendwann werden aus den schlechten Nachrichten wieder gute Nachtrichten
Dies geschieht, weil sich dann wiederum der Blick hebt von der Gewinnsituation zu einer entspannteren Geldpolitik, die sicherlich als Reaktion auf die Rezession kommen wird. Davon sind die Märkte aber noch ein Stück weit entfernt, zumal die Fed das akute Rezessionsrisiko ja noch nicht einmal erkannt hat, ganz zu schweigen davon, dass eine Rezession bestätigt worden wäre und der Aktienmarkt das eingepreist hätte. Insofern sind kurzfristig sentimentgetrieben Bad News und Good News zusammen gute Nachrichten. Bente: "Es ist völlig egal, welche News gerade kommen: Der Markt gebärdet sich erstmal ein bisschen reboundmäßig. Aber bevor dann wirklich die Bad News zu Good News werden und sich der Fokus auf die wieder entspannte Geldpolitik verschiebt, dürften die Märkte erst noch neue Tiefs sehen, bevor es in einen neuen Aufschwung geht." (kb)

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