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Sauren: "Anfang November war ein Wendepunkt an den Aktienmärkten"

Die Sauren-Dachfonds lagen im Jahresverlauf etwas hinter ihren Wettbewerbern zurück. In den letzten zwei Monaten konnte dies jedoch mehr als aufgeholt werden. Wir wollten wissen, warum.

Eckhard Sauren
Eckhard Sauren: "Die Marktteilnehmer blicken weit in die Zukunft, sprich eher ins Jahr 2022."
© Philippe-Ramakers

Mit einer Wertsteigerung von mehr als zehn Prozent seit Anfang Oktober hat der Sauren Global Growth die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen. Auch das Misch-Produkt Sauren Global Balanced hat im gleichen Zeitraum viele Multi Asset Fonds blass aussehen lassen. Eckhard Sauren führt das unter anderem darauf zurück, dass sich die strategisch breite Diversifikation, die auch wertorientierte Anlagestile einbezieht, bezahlt gemacht hat. Wir haben mit Sauren über Einzelheiten gesprochen.

Herr Sauren, Sie haben im Zusammenhang mit den ersten Veröffentlichungen zu den Impfstoffen von Biontech und Moderna darauf hingewiesen, dass damit eine Art Wendepunkt an den Aktienmärkten erreicht sein könnte. Worum geht es genau?

Eckhard Sauren: Konkret haben wir in einer Telefonkonferenz für unsere Vertriebspartner auf die Ereignisse am 10. November 2020 hingewiesen. In Reaktion auf die Nachrichten zu Impfstoffen, die eine über 90-prozentige Wirksamkeit erwarten lassen, haben Valuewerte sich an diesem Tag in einem bisher nicht erlebten Ausmaß besser entwickelt als Wachstumswerte. Aus unserer Sicht war das der mögliche Wendepunkt an den Aktienmärkten und ein deutlicher Hinweis darauf, dass man nicht mehr allein auf den Growth-Sektor setzen sollte, sondern auch wertorientierte Investments berücksichtigen sollte.

Aber trotz dieser medizinischen Erfolge, die sich ja auch erst einmal als praxistauglich erweisen müssen: Die Pandemie hält die Märkte doch nach wie vor in Atem.

Sauren: Für die Börse ist weniger entscheidend, wie stark die Ergebnisse der Unternehmen im laufenden Jahr oder auch im ersten Quartal des kommenden Jahres von den Folgen der Pandemie beeinträchtigt werden. Denn die Marktteilnehmer blicken nun einmal weit voraus in die Zukunft, sprich eher ins Jahr 2022. Und in dieser Beziehung sprechen die Fortschritte im Zusammenhang mit den Impfstoffen dafür, dass wir bei vielen heute noch gebeutelten Unternehmen eine wieder deutlich bessere Gewinnentwicklung erleben werden. Zumal die Politik der Notenbanken als auch die anhaltenden Konjunkturmaßnahmen von Regierungsseite für eine weitere Unterstützung sorgen werden.

Bedeutet das, dass man jetzt vor allem auf die vernachlässigten Valuewerte setzen sollte?

Sauren: Valuewerte sind seit über zehn Jahren mit wenigen Ausnahmen extrem vernachlässigt worden. Die Musik an den Aktienmärkten spielte seither vor allem im Bereich der Wachstumswerte und hier vor allem bei den bekannten fünf FAANG-Aktien. Wir sagen nicht, dass diese Unternehmen künftig nicht mehr zu den Gewinnern gehören werden. Denn noch werden einige sicher von der aktuellen Situation profitieren. Aber zum einen sind Growth-Werte schon heute extrem hoch bewertet, allein die FAANG-Werte machen inzwischen rund 22 Prozent des MSCI Welt-Index aus. Zum anderen dürften ab dem kommenden Jahr wieder deutlich bessere Konjunkturdaten vor allem für Valuewerte sprechen. Deshalb sollte man sich unserer Ansicht nach sicher nicht mehr allein auf den Wachstumssektor verlassen.

Wie haben Sie das konkret in Ihren Fonds umgesetzt?

Sauren: Zyklische Investments sind während der vergangenen Krisenmonate zeitweise um 30 oder sogar 35 Prozent gefallen. Wenn man davon ausgeht, dass die Wirtschaft sich ab dem kommenden Jahr wieder erholt und Unternehmen bereits 2022 wieder nahezu an die Gewinne vor Ausbruch der Pandemie herankommen, dann ergibt sich hier ein deutliches Aufholpotenzial. Wir haben beispielsweise im Sauren Global Growth als strategischen Portfoliobestandteil ausgeprägte Value-Fondsmanager wie Oliver Kelton, der den Odey European Focus Fund managt, und Robrecht Wouters, Fondsmanager des JOHCM European Select Value Fund, berücksichtigt und zuletzt leicht erhöht. Das hat sich nun in der Performance ausgezahlt.

Was heißt das in konkreten Zahlen?

Sauren: Nicht nur der Sauren Global Growth hat mit einem Plus von mehr als zwölf Prozent im November ein beachtliches Plus gezeigt, auch unsere defensiver aufgestellten Dachfonds haben sich mit Wertentwicklungen zwischen drei und fünf Prozent sehr erfreulich entwickelt und erzielten damit im November teilweise das beste Monatsergebnis ihrer Historie. Wir halten dabei unverändert eine niedrige Rentenquote, da sich die Anzeichen dafür mehren, dass wir die besten Zeiten am Rentenmarkt gesehen haben. Es reicht aus, wenn die Zinsen nicht weiter fallen, da dies die Chance auf weitere Kursgewinne nimmt. (hh)

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